Zu oft vernachlässigte Management-Themen

Schön dass Sie wieder hier sind. Im heutigen Artikel geht es um Finanzen und Sicherheit, die auch zur professionellen Unternehmensführung gehören und trotzdem oft vernachlässigte Themen sind. Haben früher die Großen die Kleinen gejagt, bis vor kurzem die Schnellen die Langsamen so werden heute die Dummen von den Intelligenten gefressen. Deshalb ist die Miteinbeziehung aller Erfolgsfaktoren die einzige Strategie, mit der Unternehmen auf lange Sicht erfolgreich bleiben.

blog_Nagel01-2Damit also kein Ungleichgewicht entsteht, müssen Hard- und Softfacts gemeinsam entwickelt und gelebt werden. Bereits Paul Watzlawick beschrieb diese Situation folgend: „Wer in seinem Handwerkskoffer nur einen Hammer hat, für den ist jedes Problem ein Nagel.“

Wie bereits oben angemerkt geht es im heutigen Artikel um Zahlen, Daten und Fakten, auch wenn das ein Stiefkind vieler FahrschulbetreiberInnen ist.

blog_Konkurs01-3Lange blieb die Fahrschulbranche von Insolvenzen verschont. Das war in Österreich nicht schwer, da es ja bis Mitte der Achzigerjahre die Bedarfsprüfung gab, die sicherstellte, dass für jede Fahrschule genügend Fahrschulkunden am Markt waren. Seit dem Fall der Bedarfsprüfung dauerte es nicht lange, bis auch in der Fahrschulbranche der Pleitegeier Einzug gehalten hat. Auch wenn viele glauben, dass nur die Marktpreise an Insolvenzen schuld sind, gibt es dafür auch andere Ursachen wie:

  • chronischer Eigenkapitalmangel vom Start weg
  • kein Spielraum für Investitionen
  • zu wenig betriebswirtschaftliches Know-how
    • mit diversen Qualifikationen hat man noch nichts über Rechnungswesen, Verhandlungsführung, Mitarbeiterführung, Marketing und dgl. gelernt
  • zu hohe Privatentnahmen
  • der Glaube, alles selbst machen zu müssen, da man sich keine Hilfe leisten kann

Können Sie es sich leisten, keine Hilfe in Anspruch zu nehmen?

blog_Hilfe01-3Viele UnternehmerInnen wollen mit dem kaufmännischen Bereich möglichst wenig zu tun haben. Sie lieben ihr Handwerk. Auch FahrlehrerInnen lieben ihr Handwerk, das ihrer Meinung nach ihr eigentlicher Tätigkeitsbereich ist. Leider ergibt sich daraus die Folge, dass viele gar nicht wissen, wie es um ihr Unternehmen bestellt ist. Und wenn doch, wollen sie es nicht wahrhaben. Teils aus Eitelkeit und teils weil Liebe zum Beruf oft blind macht.

Wie vermeiden Sie Liquiditätsprobleme?

blog_Planung01-3Planung und laufende Beobachtung sind wichtig. Nur 3% der Unternehmer betreiben strategische Planung. Ein einfach aufgebautes Rechnungswesen und monatliches Controlling bei Einnahmen und Ausgaben bewirken oft schon sehr viel. Bei der Planung sind Ausfälle und unvorhersehbare Kosten einzukalkulieren.

  • Wichtig ist für UnternehmerInnen auch, sich Schwächen einzugestehen und diese abzudecken, sei es durch Steuer-, Unternehmens- oder sonstige Berater. Sie schaden sich nur selbst, wenn Sie – obwohl notwendig – keine Spezialisten heranziehen oder diesen frisierte Zahlen liefern.
  • Wichtig ist auch, zu Ihrer Hausbank ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Sorgen Sie dabei für engen, offenen und ehrlichen Informationsaustausch. Durch die Geldbewegungen auf den Konten weiß die Bank oft mehr über Ihr Unternehmen als Sie selbst.
  • Bei mangelnder Kundenfrequenz hilft nur eine Push-Strategie. Diese gehört jedoch in ein längerfristiges Marketingkonzept verpackt, um diversen Strömungen entgegenwirken zu können.
  • Wichtig ist auch, hinsichtlich der Kapitalstruktur auf eine der Bilanzsumme angemessene Eigenkapitalquote hinzuarbeiten.
  • Bei Finanzierungen ist wichtig darauf zu achten, dass langfristiges Vermögen langfristig und Umlaufvermögen mit kurzer Laufzeit finanziert wird.

Was machen Sie bei eingetretener Krise?

blog_Krise01-3Ist eine Krise eingetreten dann bewahren Sie kühlen Kopf. Lassen Sie sich auf keinen Fall auf dubiose Sanierungsexperimente ein. Nutzen Sie Sanierungsexperten von Banken, die zwar nicht in Ihre Geschäftsführung eingreifen dürfen, Ihnen jedoch weiterhelfen können. Weiters gibt es diverse Sanierungsgesellschaften, mit deren Hilfe Sie eine gute Möglichkeit haben, Ihr Unternehmen außergerichtlich aus der Krise zu steuern.

  • Sollte eine Insolvenz bereits unabwendbar sein, besteht auch nach der Konkurseröffnung die Chance, das Unternehmen zu retten. Meist sind Gläubiger daran interessiert, das Unternehmen am Leben zu erhalten.

Zahlungsausfälle sind nur zu 20% an Insolvenzen schuld. Die restlichen 80% bleiben hausgemacht. Durch intelligente Konzepte brauchen Sie auch in der Fahrschulbranche nicht mehr in Vorleistung gehen. Damit vermeiden Sie Außenstände.

blog_Sackgasse01-3Nehmen Sie Controlling und Finanzplanung ernst. Es sind überlebenswichtige Managementinstrumente Ihres Unternehmens. Ein Großteil der Insolvenzen ist unternehmerischen Blindflug zuzuschreiben. Enorme Einsatzbereitschaft kann das Manko der fehlenden Planung nicht ausgleichen und führt leider zu oft in die unternehmerische Sackgasse.

Damit wird klar, dass gesundes Wachstum mit einer adäquaten Eigenkapitaldecke, strategische Planung und eine dem Umsatz und Ertrag entsprechende Personalpolitik die Bausteine eines erfolgreichen Fahrschulunternehmens sind. Und damit ein aufziehender Sturm Ihr Unternehmen nicht gleich entwurzelt, gehört zu den Erfolgsbausteinen noch eine Liquiditätsplanung dazu.

Achtung Falle

blog_neue Wege01-3Die beste Finanzplanung nützt nichts, wenn Sie Ihre Führerscheinausbildung nicht verkaufen können. Um heute erfolgreich zu sein müssen Sie vielleicht sogar eingefahrene Pfade verlassen. Brechen Sie alte Strukturen auf und schlagen Sie neue Wege ein. Der Glaube, mit PC und Grafikprogramm gleich kreativ und professionell sein zu können wie Menschen, die dafür Schulen oder Universitäten besucht haben, kann gefährlich sein. So wie Sie in Ihrem Fach ein Profi sind, so gibt es in anderen Fächern auch Profis, deren Know-how Sie durch eine Zusammenarbeit anzapfen können. Und bedenken Sie: „kopieren heißt nicht kapieren!“

Die meisten Situationen im Leben sind Teil einer wechselseitigen Abhängigkeit. Sowohl-als-auch-Lösungen führen zu nachhaltigen Ergebnissen. Vergessen Sie Ihren Stolz und akzeptieren Sie, dass Sie nicht in allen Bereichen Experte/Expertin oder Profi sein können. Vertrauen Sie Experten, die ihr Handwerk verstehen und gelernt haben. Sie werden sehen, dass Sie dadurch (noch) erfolgreicher sein können.

Sollten Sie Fragen zu den Charts haben dann bitte ich Sie, sich zu melden. Hier unten über Kommentare oder Sie können auch per facebook www.facebook.com/guido.peternell mit mir kommunizieren.

– Autor: Guido Peternell

5 Gedanken zu „Zu oft vernachlässigte Management-Themen

    1. guido.peternell Beitragsautor

      @Tobias, ich weiß nicht, welches du meinst. Derzeit habe ich nur folgende Plugins auf dieser Seite: Social Discussions, WP-Cat2Calendar. ich hoffe, dir damit geholfen zu haben. Viel Spass damit. LG Guido

      Antworten
    1. guido.peternell Beitragsautor

      @Lars, besuche regelmäßig meinen Blog und ich denke, du wirst immer wieder interessante Dinge finden 🙂

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.