Zeit zu handeln, statt zu sammeln

Bist du jemand, der ständig neue Informationen und Tipps sammelt? Der sich bei vielen Newslettern anmeldet, die ständig dein Postfach zuspammen? Der alles hinterfragt, viel auf andere hört und sich selten auf etwas festlegen will? Wenn du so jemand bist, dann stellt das Handeln und Entscheidungen treffen eine große Herausforderung für dich dar. Ist dir das gar nicht bewusst? Ab heute ist alles anders. Es ist Zeit zu handeln, statt zu sammeln.

Zeit zu handeln, statt zu sammeln
Zeit zu handeln, statt zu sammeln | © by guidopeternell

Wir brauchen neue Ansätze und neue Lösungen. Auch braucht es neue Herangehensweisen und neue Strategien. Zudem braucht es Menschen, die die bisherige Denkweise über Bord werfen und über den Tellerrand schauen. Es braucht Menschen, die nach kreativen Lösungen suchen. So ein Mensch kannst du sein. Darum ist es Zeit zu handeln, statt zu sammeln.

Das neue Jahr ist gerade 19 Tage alt. Du hast dir vorgenommen, in diesem Jahr mehr Sport zu betreiben? Etwas für deine Gesundheit und Fitness zu tun? Trotzdem sitzt du stundenlang im Büro, im Auto oder abends vor dem Fernseher, anstatt zu spazieren, wandern, joggen oder einer anderen Sportart nachzugehen? Warum setzt du vorgenommenes nicht um? Warum liest du diesen Artikel, um in anschließend auf deiner Festplatte in Vergessenheit geraten zu lassen?

Entscheide dich

Wenn du mit deiner Situation zufrieden bist, dann ist es auch gut so. Wenn du dir fürs neue Jahr keine Ziele gesetzt hast, dann ist das auch gut. Aber wenn doch, dann wäre jetzt die Zeit zu handeln, anstatt weitere Informationen zu sammeln und nichts daraus zu machen. Wenn du jedoch mit manchen Dingen in deinem Leben unzufrieden bist, dann solltest du dich J.E.T.Z.T entscheiden, daran etwas zu ändern.

Ob in deiner Arbeit, ob in deiner Lebenseinstellung oder ob in deinem privaten Bereich, ist allein deine Entscheidung. Wie gesagt, wenn du zufrieden bist, dann lass es so. Für mich heißt Erfolg jedoch, dass ich meine gesetzten Ziele erreiche. Das muss nicht immer schneller, weiter höher oder reicher sein. Für mich heißt Erfolg jedoch auch, etwas aus meinen Möglichkeiten zu machen. Deshalb frage ich mich auch immer wieder, was ich kann, was ich möchte und wie ich dorthin komme.

Die richtigen Worte für mich

Ich hatte 100 Kilogramm und 200 Blutdruck, als ich vor Jahren zu meinem Hausarzt kam. Ich fühlte mich voller Power (hoher Blutdruck macht nicht schlapp), arbeitete wie ein wilder und fuhr viele Kilometer in der Weltgeschichte herum. Ich hatte Glück bei dreimal Sekundenschlaf auf der Autobahn. Und ich hatte Glück, weil mein Hausarzt die richtigen Worte für mich fand. Er sagte: „Guido, dein Zustand ist so, als würdest du auf der Autobahn auf dem Überholstreifen sitzen und warten, bis dich jemand abschießt!“

Wow, diese Worte saßen! Diese Wortwahl verstand ich. Das bedeutet, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis mir etwas passiert. Die Worte meines Arztes haben in meinem Gehirn K.L.I.C.K gemacht und ein Nachdenken hat eingesetzt. Sie waren für mich so dramatisch, dass ich mir bereits ausmalte, was mir passieren könnte. Ist es ein Unfall auf der Autobahn? Ist es ein Herzinfarkt mit vielleicht schlimmen Folgen? Werde ich zum Pflegefall? Kann ich mit meinen zukünftigen Enkelkindern nichts Schönes erleben und sie nicht aufwachsen sehen?

Im Hamsterrad gefangen

Viele unserer Kollegen leben so ungesund, wie ich es damals tat. Sie sind für ihre Größe zu schwer, nehmen sich zu wenig Zeit um sich gesund zu ernähren und haben viel Stress um die Ohren. Als Dalai-Lama gefragt wurde, was ihn am meisten an der Menschheit verwundert, antwortete er:

„Der Mensch. Er opfert seine Gesundheit, um Geld zu verdienen. Wenn er es hat, opfert er sein Geld, um seine Gesundheit zurückzuerlangen. Und er ist so auf die Zukunft fixiert, dass er die Gegenwart nicht genießt. Das Ergebnis ist, dass er weder die Gegenwart, noch die Zukunft lebt. Er lebt so, als ob er nie sterben würde und schließlich stirbt er, ohne jemals richtig gelebt zu haben“.

Zeit zum Nachdenken

Wie RECHT er hat, der Dalai-Lama. Mein Hausarzt fand also Worte, die mich wie ein Pfeil trafen. Ich saß wie ein nasser Pudel in seiner Ordination und ließ seine Worte auf mich wirken. Ich hatte ja Zeit, denn er ließ mich erst gehen, als mein Blutdruck durch Sprays und dergleichen so halbwegs im vertretbaren Bereich war. Diese Zeit brauchte ich, um mich zu fangen und wieder klare Gedanken fassen zu können. Und ich beschloss, dass es Zeit wird, zu handeln und dem Rest meines Lebens eine andere Richtung zu geben.

Als ich durfte, fuhr ich nach Hause, legte mir eine +/- Liste an und plante eine Veränderung meiner Lebenssituation. Zur Erklärung: Ich hatte in 7 Unternehmen 7 verschiedene Funktionen, jedoch nur zwei Hände und nur 100 Prozent Energie. Diese Energie war zu 100 Prozent für Arbeit verplant. Gesundheit, Familie und Lebenssinn kamen in dieser Planung gar nicht vor. Ich fuhr am Tag bei jedem Wetter oft 1.200 Kilometer. In der Nacht fort und in der Nacht wieder zurück. Daran musste sich etwas ändern.

Die vier seit damals für mich wichtigsten Lebensbereiche

Anhand der +/- Liste sah ich, welche Dinge mir Spaß machten und mir etwas brachten. Ich erkannte auch, welche Dinge mir keinen Spaß mehr machten und mir unglaublich viel Zeit und Energie raubten. Ich legte die vier für mich wichtigsten Lebensbereiche fest, die ich im Beitrag „Ziele – wer gut zielt, trifft besser“ beschrieben habe. Und von den anderen Dingen auf der Minus-Seite trennte ich mich. Das veränderte meine Lebenssituation dramatisch.

Beruflich veränderte sie sich so, dass ich etliche Zehnjahresverträge kündigte und dadurch mit einem Schlag 2/3 meiner Kunden verlor. Was das für finanzielle Auswirkungen hatte, brauche ich hier wohl nicht beschreiben. Kein Nachteil ohne Vorteile. Ich konnte meine vorhandene Zeit und Energie viel besser auf die für mich wichtigen und damals neu definierten Lebensbereiche Arbeit (40%), Gesundheit (25%), Familie (25%) und Lebenssinn (10%) aufteilen.

Hör auf zu sammeln und komm auch ins handeln

Ja, und genau deshalb lautet das Thema heute „Zeit zu handeln, statt zu sammeln“. Lies dir den Beitrag „Ziele – wer gut zielt, trifft besser“ noch einmal durch und hol dir das
Arbeitsblatt, mit dem du deine Ziele in der Rolle deines Lebens besser finden kannst. Und hol dir deine umfangreiche SMARTe Zielsetzungs-Checkliste, die dir das Handeln erleichtert. Gib auch du deinem Leben eine andere, (noch) bessere Richtung!

Sag STOPP zur Zeitvergeudung

Deine Lebenszeit ist begrenzt
Deine Lebenszeit ist begrenzt | © by guidopeternell

Um dich noch mehr dazu zu motivieren, lade ich dich auf ein kleines Experiment ein. Hol dir von einem Bau- oder Möbelhaus ein Papiermaßband, das es dort kostenlos gibt. Nimm dieses Maßband und schneide es bei 80 cm ab (siehe Bild oben). Dann schneidest du die Jahre, die du alt bist, vom übrigen Maßband herunter. Wieviel Zentimeter bleiben dann noch bis zu deinem 80er? Das sind die Jahre, die dir für dein Leben noch übrigbleiben. Deshalb beginn H.E.U.T.E damit, keine Zeit mehr zu vergeuden.

Ich hoffe, dass auf deinem Lebens-Maßband noch viele Jahre übrigbleiben. Mit meinen 67 Jahren bleiben nicht mehr so viele übrig. Und die gilt es, in meinen 4 wichtigsten Lebensbereichen optimal zu nutzen. Deshalb beschäftige ich mich sehr intensiv mit SelbstMANAGEMENT. Und deshalb versuche ich dich vom Daten- und Informationssammeln zum Umsetzen zu bewegen.

Und so setzt du am Besten deine Ziele in die Tat um

Viele schlaue Bücher und Artikel wollen dir weismachen, dass du Ziele leichter erreichst, wenn du es nur richtig willst und positiv denkst. Viele psychologische Studien zeigen jedoch, dass das Wollen und positive Denken allein nicht für die Zielerreichung ausreichen. Der Grund dafür ist die Bequemheit in der Komfortzone. Sie hindert uns daran, uns anzustrengen und in die Kälte hinaus zu gehen, da es doch auf der Couch so schön warm und bequem ist.

Nun haben weitere schlaue Studien festgestellt, dass Wenn-Dann Pläne dabei helfen, Ziele leichter zu erreichen. Wie schaut das jetzt in der Praxis aus? Ich nehme wieder mich als Beispiel. Ich wollte ja von 100 kg Körpergewicht auf 85 kg Idealgewicht kommen. Da ich durch meine +/- Liste freie Zeitressourcen bekam, hieß das noch lange nicht, dass mir dies im Handumdrehen gelang.

Der Wille, wieder mehr Sport zu betreiben, war vorhanden. Da ich jedoch auch Zeit für meine Arbeit, meine Familie und Lebenssinn eingeplant habe, gestaltete sich das doch etwas schwieriger, als ich mir es vorgestellt habe. Aus diesem Grund studierte ich viele Bücher und Artikel zu diesem Thema. Auch dies nahm einiges an Zeit in Anspruch. Doch ich wurde in einem der gelesenen Medien fündig und probierte es gleich aus.

Ich wollte dreimal die Woche Sport machen

Im Sommer Mountainbiken und Nordic Walking, im Winter Skitourengehen. Der Sommer verlief anfangs so, dass ich mir vornahm, abends nach der Arbeit Biken zu gehen. Das funktionierte nicht. Ich war fast immer zu müde oder zu faul, dass ich mich nicht dazu motivieren konnte. Ich saß nach der Arbeit lieber auf der Couch und schaute fern. Also musste ich meine Strategie ändern. Nur so konnte ich andere Ergebnisse erzielen.

Mein Strategiewechsel mit folgendem Ergebnis

Anstatt mir nur vorzunehmen, dreimal die Woche Sport zu machen, fasste ich folgenden Plan: Wenn ich morgens aufstehe, dann ziehe ich gleich die Radbekleidung an. Wenn ich gefrühstückt habe, dann schwinge ich mich sofort auf das Rad, radle 400 Höhenmeter den Berg hoch und fahre die Runde wieder zurück nach Hause.  Diese „Wenn-Dann“ Verknüpfung in meinem Gehirn ließ mir gar keine andere Wahl, als in Aktion zu treten. Wenn ich aufstehe, dann Radbekleidung! Wenn ich gefrühstückt habe, dann radeln. Und damit überlistete ich meinen inneren Schweinehund und war jeden zweiten Tag nach dem Radeln fit und voller Tatendrang bei meiner Arbeit.

Ich ließ bis nach dem Biken mein Handy aus, radelte voll motiviert auf Forstwegen dahin, sah Eichhörnchen und Wildhasen durch die Gegend hoppeln. Zudem lauschte ich dem fröhlichen Vogelgezwitscher und bekam dabei meine Birne frei. Durch das ich das Handy ausgeschaltet lies, konnte mich keine Nachricht erreichen, die mich vom Biken abhielt. Zu dieser Zeit war nichts wichtiger, als etwas für meine Fitness zu tun, um bei den Kilos und beim Blutdruck wieder auf Normalwerte zu kommen.

Regelmäßigkeit macht eine Gewohnheit daraus

Mein Wenn-Dann Verhalten entwickelte sich durch die Regelmäßigkeit der Anwendung zu einer Gewohnheit. Bei mir hat es ungefähr 2 Monate gedauert, bis ich diese Aktivität intus hatte. Auch wenn viele meiner Kollegen sagen, dass es in 21 Tagen zu schaffen ist. Allein bei der Suche in Google fand ich 1 360 000 Ergebnisse zu diesem Thema. Wie seriös das ist, überlasse ich gerne deiner eigenen Beurteilung. Ich habe etwas länger gebraucht, jedoch Nachhaltigkeit dadurch erreicht. Auch heute, 15 Jahre später, halte ich mein Idealgewicht und mache regelmäßig Sport.

Gib den inneren Schweinehund keine Chance

Ich kenne viele Menschen, die sich gerne mehr bewegen möchten, jedoch immer wieder an ihrer Bequemlichkeit scheitern. Wenn du nach der Arbeit zu müde bist, dann mach es doch so wie ich. Ich mache vor der Arbeit Sport, denn ich kann mich nach der Arbeit nicht dazu motivieren. Da fallen mir alle Ausreden ein und ob ich es will oder nicht, gewinnt der innere Schweinehund und übernimmt die Macht über mich.

Die Wenn-Dann Strategie hilft dir leichter zu starten. Wenn du sie für dich umsetzt, dann kommst du ins Handeln und der innere Schweinehund hat keine Chance. Dein vorher festgelegter Plan „Wenn ich aufstehe, dann ziehe ich mir die Radkleidung an. Wenn ich gefrühstückt habe, dann fahre ich los und bin in einer Stunde wieder zurück. Dieser Plan verhindert dein Abspringen von deinem Vorsatz, dich für deine Gesundheit und Fitness mehr zu bewegen. Bevor du in deinen Arbeitsklamotten bist, hast du schon die Radkleidung an. Und bevor du in die Arbeit fährst, machst du schon dein Fitnessprogramm. Egal, für welchen Sport du dich entscheidest.

Vergiss die vielen Gelegenheiten, an Informationen zu kommen

Wenn du bis hierher gelesen hast, dann siehst du, dass es Strategien gibt, die aus einem Sammler einen Umsetzer machen können. Eine dieser Strategien ist die Wenn-Dann Strategie. Auch für dich ist es jetzt Zeit zu handeln, statt zu sammeln. Vergiss die vielen Gelegenheiten, an Informationen zu kommen. Sie rauben dir nur deine wertvolle Lebenszeit. Wenn du dich in meinem Newsletter einträgst, dann erhältst du regelmäßig ausgesuchte Informationen, die dich erfolgreich(er) machen. Es würde mich freuen, dich zu meinen regelmäßigen Lesern zählen zu dürfen.

Für deinen Erfolg!

Dein handelnder anstatt sammelnder

Guido – Autor: Guido Peternell

P.S.: Probiere die Wenn-Dann Strategie aus. Schlag damit deinem inneren Schweinehund ein Schnippchen und schreib mir, wie es dir dabei geht. Ich freue mich, wenn du mir Feedback gibst. Entweder hier unten in der Kommentarfunktion oder einfach per E-Mail an guido.peternell@inline.at.

P.P.S.: Wegen der Ablenkung und dem Informationen-Overkill habe ich zum Jahresende viele Newsletter abgemeldet. Ich beziehe nur mehr ganz gezielte Newsletter, die mich meinem Ziel näherbringen. Wenn du jetzt meinen Newsletter abmeldest, fände ich es schade. Es ist jedoch deine Entscheidung. Und wenn es dich deinem Ziel näherbringt, dann ist es deine richtige Entscheidung.

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