Wie gesund ist ungesund für Fahrlehrer?

Von unserer Entwicklungsgeschichte her sind wir Menschen auf Bewegung (gesund) programmiert. Damit meine ich körperliche Bewegung und nicht Bewegung, mit einem fahrbaren Untersatz (ungesund).

blog_ungesund01-2Nun bringt der Fahrlehrerberuf es mit sich, dass man ihn die meiste Zeit sitzend ausübt. Das Problem dabei ist, dass der Körper sitzend nicht gesund ist und abzubauen beginnt. Viele von Ihnen brauchen nur in den Spiegel sehen um zu wissen, was ich mit diesem Artikel ansprechen will. Sie können jetzt aufhören zu lesen und so weiter machen wie bisher, oder vielleicht doch noch etwas dazu lernen. Es ist Ihre Entscheidung.

220 Blutdruck

blog_Bluthochdruck01-2Ich will hier nicht schwarz malen, denn jeder der mich kennt weiß, dass ich ein positiver Mensch bin. Falls Sie einer der oben angesprochenen sind will ich Sie mit diesem Artikel aufrütteln, damit es Ihnen nicht so wie mir geht. Ich habe nämlich noch vor ein paar Jahren an der 100 kg Marke gekratzt und was noch viel schlimmer war, einen Blutdruck von 220 mm Hg (Millimeter Quecksilbersäule). Ein drastisches Beispiel meines Hausarztes führte mir vor Augen, dass ich schleunigst etwas dagegen tun sollte.

Sitzend auf der Überholspur der Autobahn

blog_Guido02-2Mein Hausarzt erklärte mir meinen Zustand folgend: „Guido, ich lasse dich jetzt aus meiner Ordination nicht hinaus, ohne dass wir dagegen etwas tun. Derzeit sitzt du nämlich auf der Autobahn auf dem Überholstreifen und wartest, bis dich jemand abschießt!“ Was glauben Sie wie ich mich gefühlt habe, als er mir das sagte? Ich malte mir im Geist aus, wie lange es dauern würde, auf dem Überholstreifen der Autobahn sitzend von einem Fahrzeug abgeschossen zu werden. Ich musste also an meiner Lebensweise etwas Grundlegendes ändern oder werde über kurz oder lang untergehen.

Ich hab mein Leben neu geordnet

blog_hinterfragen01-3dIch habe die Botschaft verstanden und bin in mich gegangen. Ich habe mir eine Liste erstellt, in denen ich all meine Aufgaben aufgeschrieben habe. All meine Tätigkeiten ohne Ausnahme. Und diese Liste war ziemlich lang. Dann habe ich diese Liste mit sechs Wörtern vervollständigt. Diese Wörter waren „bringt mir was“ und „bringt mir nichts“. Danach habe ich mich von allen Dingen, die mir nichts brachten und mich auch nicht weiter brachten getrennt. Ich habe nur die Dinge beibehalten, die mir etwas bringen und mir auch Spaß machen. Seitdem habe ich für diese Dinge mehr Zeit und viel weniger Stress.

Regelmäßiger Sport zum Spaß

blog_Sport01-3Zudem habe ich wieder mit regelmäßigem Sport begonnen. Im Winter gehe ich mit meiner lieben Frau regelmäßig Skitouren. Keine sogenannten Marathontouren sondern so an die zwei Stunden Spaßtouren. Im Sommer halte ich mich mit Mountainbiken und Wandern fit. In den Übergangszeiten oder bei Schlechtwetter stehen Einheiten auf meinem Ergometer und Rudergerät am Programm. Nordic-Walken, Snowboardfahren, Skifahren und dgl. runden mein regelmäßiges Fitnessprogramm ab. Alles Dinge, bei dem ich mir und niemandem anderen etwas beweisen muss. Ich halte mich nur fit damit, meinem Blutdruck im halbwegs normalen Bereich und mein Gewicht unter 90 kg.

Körperliche und psychische Belastungen

blog_Mimik01-2Warum erzähle ich Ihnen das? Ich erzähle Ihnen das, weil ich als Fahrschullehrer ganz genau weiß, welch körperlichen und psychischen Belastungen Sie in Ihrem Beruf ausgesetzt sind. Weil ich genau weiß, wie ungesund der Großteil dieses Berufsstandes lebt. Langes Sitzen im Fahrschulwagen, regelmäßiges Rauchen in den Rauchpausen, unregelmäßige und ungesunde Ernährung, dazu teils anstrengende Fahrschüler, nach den Fahrstunden wieder sitzende Büroarbeit und vor dem Schlafen gehen werden da noch auf der Couch ungesunde, nervenberuhigende Snacks oder Süßigkeiten in sich hinein geschoben. Na was sagt der Spiegel? Sind Sie mit dem zufrieden, was Sie darin sehen?

Wenn Sie zur gefährdeten Spezies Fahrlehrer gehören dann möchte ich Sie mit diesem Artikel motivieren, auch in dieser Hinsicht über Ihr Leben nachzudenken – und wenn Sie glauben, etwas daran zu ändern.

Die heilende Wirkung unserer Muskeln

blog_Muskel01-3Der menschliche Körper ist ein Wunder. Jeder der selbst Kinder oder Enkelkinder hat weiß wovon ich spreche. Mehr als 600 Muskeln arbeiten für mich Tag und Nacht in meinem Körper. Diese 600 Muskeln sind das Fundament des Knochenbaus und kräftigen meine Körperhaltung. Neueste Forschungsergebnisse zeigen sogar, dass Muskeln sowohl die körperliche, als auch die geistige Gesundheit stark beeinflussen. In der „GenerationPlus Online-Redaktion“ habe ich einen wunderbaren Artikel darüber gelesen. Sie sollten sich diesen nicht entgehen lassen.

Regelmäßig Zeit für sich

blog_Armbanduhr01-3Wenn Sie sich täglich 30 Minuten (im freien) sportlich bewegen bringen Sie Ihre Figur in Form und verbrennen Kalorien. Das erreichen Sie schon mit einem raschen Spaziergang. Wenn es möglich ist gehen Sie nach der Arbeit zu Fuß nach Hause. Zudem stärken Sie die Muskelmasse und erhöhen den Stoffwechsel. Auch wenn Ihr körperlicher Einsatz gering erscheint, stärken Sie damit die Herzmuskulatur. Zudem verbessern Sie Ihre Atmungsfähigkeit und steigern Ihre Ausdauer und Ihr Körper bekommt ausreichen frische Luft.

Wer weiß wie viele Studien es zum Effekt des Sports für ein gesundes Leben gibt. Egal was Sie körperlich tun. Um den Energieverbrauch zu steigern, ist jede Form von Bewegung vorteilhaft. Ideal für Übergewichtige sind Ausdauersportarten. Diese kurbeln in besonderem Maße den Fettstoffwechsel an. Sollten Sie sich durch diesen Artikel zu einer Veränderung Ihrer Lebensweise entschließen, dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg. Sie schaffen es. Auch ich habe es geschafft.

PS: Falls Sie Ihre E-Mailadresse hier unten noch nicht eingetragen haben, dann sollten Sie es jetzt tun. Die Adresse wird niemals weitergegeben und Sie können sich jederzeit wieder austragen. Somit versäumen Sie keinen meiner Beiträge. Vielen Dank.



– Autor: Guido Peternell

15 Gedanken zu „Wie gesund ist ungesund für Fahrlehrer?

  1. Jenny Walter

    Selbsttest 2 Wochen ohne Auto. Der Tag beginnt mit 20Minuten raschen Schrittes zum Kindergarten. Wie immer spät dran. Dann laaaangsam – denn Kind ist ja weg- zum Einkaufen. An der Kasse fällt es mir wieder ein: Ich muss den Einkauf inkl. Sixpack Wasser nach Hause tragen. Ob das meinem Sixpack hilft? Froh war ich dann immer wenn gegen Abend mein Chef mit dem Fahrschulauto vor der Tür stand und ich endlich arbeiten durfte. Aber alles in allem habe ich mich deutlich fitter gefühlt ohne Auto. Nur zu empfehlen!

    Antworten
    1. guido.peternell Beitragsautor

      Hallo Jenny,

      schön dich hier auch zu treffen. Danke für dein Feedback. Zu Fuß unterwegs für eine Fahrlehrerin ist schon ungewöhnlich, jedoch der Gesundheit sicher dienlich. Das Tragen ist zwar auch ungewohnt, mit Rucksack jedoch leichter. Ich selbst war ein Mensch, der immer einen fahrbaren Untersatz brauchte. Ob 2- oder 4Rad war egal. Heute fahre ich gerne mit dem Fahrrad und gehe auch gerne zu Fuß. Ist alles nur Gewohnheitssache. Und die überlistung des inneren Schweinehundes. 🙂

      Liebe Grüße aus Villach
      Guido 🙂

      Antworten
    1. guido.peternell Beitragsautor

      Schönen Abend Frau Lang,

      ich bitte Sie, Ihre E-Mailadresse am Ende des Beitrages jedoch noch oberhalb der Kommentare einzutragen. Dann bekommen Sie eine E-Mail in der Sie Ihre E-Mailadresse bestätigen. Das muss sein, denn es hätte sich ja jemand anders mit Ihrer E-Mailadresse anmelden können. Das nennt man dann Double Opt-In Verfahren und erlaubt mir, Ihnen meinen NewsLetter zuzumailen.

      Diese kompliziert erscheinende Prozedur ist aus rechtlichen Gründen leider notwendig.

      Vielen Dank und liebe Grüße
      Guido 🙂

      PS: Ich habe gesehen, Ihre E-Mailadresse ist schon eingetragen und nur noch nicht bestätigt. Erst wenn Sie diese im E-Mail bestätigen ist Ihre Adresse in unserem E-Mailsystem aktiv. Danke 🙂

      Antworten
    1. guido.peternell Beitragsautor

      Servus Tom,

      danke für dein Feedback. Eine notwendige Entschleunigung erkennt man oft erst, wenns brennt. Bei mir hat es gebrannt und ich habe es gar nicht gemerkt. Ich war immer motiviert und durch den hohen Blutdruck immer mit Vollgas unterwegs. Ich habe gar nicht gemerkt, dass ich gesundheitlich bereits am Abgrund stand.

      Da es bei mir schon kritisch war ist mir das Anhalten und Heraustreten aus dem Hamsterrad gar nicht so schwer gefallen. Obwohl ich dadurch Verträge aufkündigen musste und so mit einem Schlag 2/3. meiner Kunden verloren habe.

      Heute geht es mir gut, ich bin nicht mehr fremdgesteuert und tu nur mehr das, was mir wichtig ist und Spaß macht. Ich genieße meine Familie und seit Nov 2012 auch mein Enkelkind und sage danke, dass mein Arzt erkannt hat, wie es um mich steht. Sonst hätte vielleicht niemand mehr etwas von mir gehabt.

      Liebe Grüße
      Guido 🙂

      PS: Hast du deine E-Mailadresse oben bei Anmelden schon eingetragen und bestätigt?

      Antworten
  2. Roger Kieffer

    Ein sehr treffend geschriebener Beitrag. Genau solch eine Liste habe ich mir auch erstellt und meine Fitnesstermine stehen seitdem regelmäßig in meinem Terminkalender. Dort ist Zeit für mich, egal welcher Schüler da fahren möchte…

    Antworten
    1. guido.peternell Beitragsautor

      Hallo Roger,

      Gratulation, das ist die richtige Einstellung, die absichert, dauerhafte Höchstleistung bringen zu können. Ich habe lange gebraucht, dies zu erkennen. Im Grunde genommen hat es mir erst mein Arzt drastisch vor Augen halten müssen. Danke für das Feedback hier.

      Liebe Grüße aus Villach
      Guido 🙂

      Antworten
  3. Thorsten Cramer

    Hey Guido,
    Interessanter Beitrag von Dir. Stress,Bewegungsmangel und falsche Ernährung sind ja wohl die Weggefährten vieler Fahrlehrer. Leider!
    Ich versuche schon seit Jahren etwas dagegen zu tun, indem ich versuche auf mich acht zu geben.
    Seit 15 Jahren ernähre ich ausschließlich vegetarisch. Und bin Gott sei dank überhaupt nicht anfällig, was Grippe,Erkältung etc. angeht.
    Ferner nutze ich sein ca. 10 Jahren eine besondere Nahrungsergänzung, sodass ich mir keine sorgen machen muss, wenn ich mal meinen Apfel nicht gegessen habe ( vielleicht versetzt der glaube Berge).
    Nur das Rauchen bekomme ich nicht in den Griff!
    Ich versuche 2 x wöchentlich ins Fitnessstudio zu gehen, was mir leider nicht immer gelingt 🙁
    Stress hat bei mir eigentlich nur 2 Ursachen.
    1. schlechte Planung
    2. unvorhersehbare Dinge

    Den ersten Punkt beherrsche ich sehr gut, denn ich lebe nach dem Motto lieber 200€ weniger als 5 Stunden mehr „Bremsen“
    Ich habe viele Freunde und eine wundervolle Familie, mit der ich gerne viel Zeit verbringe!

    Zum zweiten Punkt ist zu sagen,
    Unvorhersehbar——> nicht sofort änderbar——-> also nicht an Dich rankommen lassen und löst sich meistens von allein.

    Klappt meistens 😉

    Viele Grüße

    Thorsten

    Antworten
    1. guido.peternell Beitragsautor

      Servus Thorsten,

      ja da hast du leider recht. Das ist ein Leiden der Fahrlehrerschaft. Vegetarische Ernährung ist eine Möglichkeit, diesem Trend entgegen zu wirken. Und wenn ich die vielen Skandale in Tierhaltung und falsch deklarierten Lebensmitteln lese, dann trage ich mich auch mit dem Gedanken, Vegetarier zu werden. Mit dem Einschränken des Fleischkonsums habe ich bereits begonnen.

      Derzeit kann ich mich nicht durchringen, auf Nahrungsergänzung zurück zu greifen. Wir pflegen in unserer Familie gesunde, biologische und ausgewogene Ernährung. Und immer mehr schauen wir auch auf Nachhaltigkeit und CO2 Verbrauch. Gott sei Dank habe ich das Laster Rauchen nicht. Ganz im Gegenteil, der Rauch setzt mir als Nichtraucher in Lokalen sehr stark zu.

      Fitnessstudio gehe ich auch nicht. Ich pflege lieber die Bewegung auf der frischen Luft (Mountainbike, Tourenski, Ski, Walken …) und wenn das Wetter zu schlecht ist, dann nutze ich in meinem Fitnessraum einen Ergometer und ein Rudergerät.

      Du hast vollkommen recht. Stress durch unvorhergesehenes habe ich auch hie und da noch, jedoch durch schlechte Planung nicht mehr. Die Zeit mit Freunden und Familie verbringe ich auch sehr gerne. Danke für den Tipp mit „nicht an dich rankommen lassen“, ich werde ihn gerne beherzigen.

      Danke für dein ausführliches Feedback und liebe Grüße aus Villach
      Guido 🙂

      Antworten
  4. Mani

    Lieber Guido, du hast mit allem recht und ich kanns nur durch eigene Erfahrung bestätigen. In meiner alten Fahrschule hab ich Leberkässemmel und Butterbrewze gegessen, Kaffee getrunken und meine Kippen genossen.
    Zwei entzündete Bauchspeicheldrüsen und die zweite mit 3 Ltr Blut im Bauchraum haben mir die Augen geöffnet. Ich hab deshalb einen Tipp für alle welche das fahren lehren ( Geschlechtsneutral genug ) . Jeden Sonntag steh ich 2 Std in der Küche und mach mein Essen für die ganze Woche in Tupper und friers ein. Lecker, Rezepte auf Wunsch. Ergebnis 40 kg weniger, Blutwerte wieder topp und ich musste mich nur ein bissi bewegen. Tragt Mittagspause und Freizeitgestaltung in den Terminkalender ein, denn nur das hilft. Wir leben schliesslich danach und lügt euch nicht selber an. In der Fahrschule hab ich ein Fahrrad und damit mal schnell ne Runde drehen kann man wirklich , ich habs immer bestritten. Wisst ihr eigentlich das die meisten Fahrlehrer an Herz und Nierenerkrankungen sterben und das ca 7 Jahre nach der Rente? Ein Kollege in M ist am Di beim Arzt gewesen und der sagte ins Krankenhaus. Ja ich mach am Do noch die Prfg und 2 Std danach war er auf dem Himmelshighway. Da brauchen wir keine Nachmacher.
    Und ich rauch immer noch und werde auch nimmer damit aufhören, mein Kaffee schmeckt besser und ich brauch weniger Sprit weil weniger Gewicht.
    Achtet auf Euch

    Antworten
    1. guido.peternell Beitragsautor

      Servus Mani,

      ich finde deinen Kommentar SUPER und danke dir im Namen aller Leser recht herzlich dafür. Leider müssen oft erst unangenehme Dinge entstehen, bis man sich zum Umdenken einen Stoß gibt. Leider auch oft zu spät, wie du es in deinem Kommentar auch von deinem Kollegen in M beschreibst.

      Eingetragene Termine für Freizeit, Mittagspausen, Freunde, Familie und dgl. sind eine sehr gute Lösung, der Workoholic ein Schnippchen zu schlagen. Die Idee mit dem Fahrrad in der Fahrschule finde ich ebenfalls super. Gratuliere dir auch zur Nutzung dieses alten Fortbewegungs-Gerätes, mit dem der Kreislauf auf gesunde Art angeregt wird.

      Mir persönlich schmeckt keine Zigarette. Mir schmeckt besser der Kaffee und hin und wieder ein/zwei achterln Wein. Wir wollen ja keine Kostverächter sein.

      Danke nochmals für dein Feedback und liebe Grüße nach M
      Guido 🙂

      Antworten
  5. Pingback: Der tägliche Begleiter des Fahrlehrers | Inline Consulting

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.