Wie bemerken Sie Ihren inneren Schweinehund?

Ich beendete meinen letzten Beitrag mit den Routinen in unserem Kopf, die der innere Schweinehund am liebsten hat. Routinen sind Abläufe in Ihrem Kopf, die Sie gelernt haben und die sozusagen (fast) automatisch ablaufen.

SchweinehundOder können Sie sich vorstellen, dass einer Ihrer Fahranfänger in der fünften Fahrstunde mit dem Auto fährt, den Verkehr im Auge behält, nicht mehr aufs Schalten oder Schauen achten muss und sich dabei auch noch eine Zigarette anzündet? Sie könnten und tun das, wenn Sie beispielsweise Raucher sind. Wenn Sie Sport als Routine gespeichert haben und ein paar Tage nicht dazu kommen, ihn auszuüben, dann wird er ihnen bereits abgehen. Aber was hat das jetzt mit dem inneren Schweinehund zu tun? Dazu etwas später.

Das Schwierige ist der Wechsel

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Einen Nichtsportler geht das sicher nicht ab. Da müsste er sich ja von seiner bequemen Couch erheben, sich umziehen und ins freie (vielleicht kalte) hinausgehen. Der wird Entzugserscheinungen von seiner Couch bekommen. So ist es bei allem, das Sie sich zum Ziel setzen und mit dem Sie starten wollen. Das ist auch der Grund, warum so viele gute Vorsätze nicht umgesetzt werden. Der innere Schweinehund findet schon immer einen Grund, es zu verzögern, verschieben oder gar über Bord zu werfen. Die sehen also, dass es oft schwierig ist, von ja zu nein oder umgekehrt zu wechseln. Ja ich mach Sport oder nein, ich hab ja gar keine Lust dazu. Ich bin mir sicher, dass Sie gewisse Dinge gerne machen wollen, Ihnen jedoch das Starten (noch) nicht gelingt.

Wenn ich motiviert bin, dann starte ich

blog_Start01-3Sie sehen und wissen vielleicht, dass der Start von nicht Sport zu Sport, von nicht Lernen zum Lernen, von nicht Relaxen zum Relaxen, von nicht managen zum Managen und dgl. das Schwierigste ist. Viele reden sich da auf die Motivation raus und starten nie, da sie dafür nie motiviert sind. Oft ist es so, dass man Dinge einfach mal tun muss, bis sie zur Routine werden. Und mit der Routine kommen auch das Können, Motivation und Spaß. Anders betrachtet, wenn Sie von einer Routine abweichen, weil Sie etwas, das Sie können, anders und somit besser machen sollen, dann haben Sie ein schlechtes Gefühl, bis es zu einer neuen Routine wird. Der innere Schweinehund versucht also, das gute Gefühl in uns zu erhalten. Und das geht natürlich laut inneren Schweinehund am besten, wenn wir alles beim alten belassen, denn damit werden schlechte Gefühle vermieden.

Der Schmerz hilft beim Wechseln

blog_Schmerz01Wir sind so programmiert, dass wir unliebsame Dinge bis zu einer gewissen Schmerzgrenze erdulden, nur um nichts ändern zu müssen. Wird jedoch der Schmerz zu hoch, dann kommt man ins handeln. Nur ist es dann leider sehr oft schon zu spät. Ich hatte einen Kunden, mit dem ich jahrelang zusammen gearbeitet habe. Eines Tages sagte er, Guido, danke für alles, ich habe viel bei dir gelernt und will es jetzt alleine probieren. Ich wünschte ihn alles Gute auf seinem weiteren Unternehmerweg und verlor ihn aus den Augen. Nach vier Jahren las ich in der Wirtschaftszeitung, dass er mit seiner Fahrschule in Konkurs gegangen ist. Ich rief ihn an und fragte, warum er sich nie gemeldet hat? Seine Antwort war, dass er sich geniert hat. In meinen Augen falsche Eitelkeit.

Tun was uns Spaß macht

blog_Seminar-Kabarett01-3Am liebsten tut man Dinge, hinter denen man einen Sinn sieht, egal wie anstrengend sie sind. Bei solchen Dingen merkt man oft gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Anders herum muss man oft Dinge tun, hinter denen man keinen Sinn sieht (Bürokratie). Kann man diese Dinge Ihrer Meinung nach gerne und mit Spaß machen? Ich glaube nicht. Sobald Sie einen Sinn in Ihrer Tätigkeit sehen, geht sie leicht von der Hand und macht auch Spaß. Das war schon immer so und wird auch immer so sein. Wer nicht gern zur Arbeit fährt freut sich bereits am Montag auf das kommende Wochenende. Mir ist die Woche oft samt Samstag und Sonntag zu kurz, weil ich so gern im Schaffensdrang bin, dass ich ganz die Zeit übersehe. Andere spielen in Facebook regelmäßig diverse Spiele. Sie tun dies gern, vernichten jedoch damit konstruktive Arbeitszeit. Ich habe all diese Spiele blockiert, weil ich ständig Einladungen dazu bekomme. Bevor ich solche Spiele spiel, verschwende ich meine Zeit lieber mit Freizeit.

Auch Anstrengung kann Spaß machen

blog_Spaßmacht01-3Im Winter halte ich mich mit Tourenski fit und im Sommer mit dem Mountainbike. Es ist meistens ziemlich anstrengend, mit den Skiern und Fellen den Berg rauf zu wandern. Zudem kann es auch manchmal sehr kalt dabei sein. Vielleicht ziehe ich dabei auch die erste Spur hinauf, was die Anstrengung noch erhöht. Mir rinnt der Schweiß zwischen den A-Backen zusammen und ich tue es doch. Und das auch noch gern. A) halte ich mich fit dabei und b) wartet oben in der Hütte eine Belohnung auf mich. Nach getaner Arbeit und guter Speise in der Hütte belohne ich mich zusätzlich mit einer tollen Abfahrt – vielleicht sogar bei Neuschnee. Ja, es ist anstrengend und macht trotzdem Spaß.

Und ähnlich ist es im Sommer, wenn ich mit dem Mountainbike den Berg hochfahre. Abseits von Straßen und Abgasen, mitten in der Natur auf Wander- und Forstwegen. Da sagt der innere Schweinehund auch immer wieder: „Was, willst schon wieder hoch? Hast dich doch vor ein paar Tagen so geplagt. Es ist doch schöner vor dem Fernseher zu sitzen und ein Bier zu trinken. Dabei musst du dich nicht einmal anstrengen. Sicher kennen auch Sie diese Zwiegespräche in Ihnen.

Kinder sind von sich aus motiviert

Opa mit KinderKinder kennen noch keinen inneren Schweinehund. Sie leben und lernen ungezwungen, bevor sie von der Gesellschaft umerzogen werden. Sie fallen um, stehen auf, fallen um und stehen so lange auf, bis sie gehen können. Sie haben das Ziel, ebenso aufrecht gehen zu können, wie ihre Eltern oder die Erwachsenen. Dazu muss sie niemand motivieren. Sie tun (fast) alles mit Spaß und Freude. Sie sind ständig am Lernen, Entdecken und ausprobieren, bis sie es können. Und sie machen alles spielerisch. Was hält uns Erwachsene davon ab, unsere Arbeit auch spielerisch zu machen?

Nachteil des gewohnten

blog_Nachteil01Gewohntes machen wir automatisch, weil wir es lange genug trainiert haben. Doch die Welt steht nicht still und verändert sich ständig. Bei Veränderung schlägt jedoch unser innerer Schweinehund an und sagt Stop, keine Veränderung! Diverse Trainer nennen das Komfortzone, die man ungern verlassen möchte. Obwohl wir wissen, dass wir zur Akquise neuer Fahrschüler die eine oder andere Marketingkampagne fahren sollten, wollen wir nicht aus unserer Komfortzone raus. Wir bleiben lieber drinnen, belassen es beim gewohnten bis der Schmerz (zu wenig Fahrschüler) so groß wird, dass die Existenz der Fahrschule bedroht wird. Dieses Problem potenziert sich. Wenig Fahrschüler, wenig Umsatz und somit auch kein Geld mehr, um professionelles Marketing betreiben zu können. Das Ende der Fahnenstange ist dann Exitus Fahrschule.

Was tun dagegen?

Alles im Universum wächst. Der Baum wächst, das Kind wächst, der Hund wächst ja sogar wir wachsen noch. Auch wenn wir schon ausgewachsen sind. Wie das weiter geht erzähle ich Ihnen das nächste Mal. Ich freue mich auf Ihr Kommentar unten in der Kommentarfunktion.

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– Autor: Guido Peternell

2 thoughts on “Wie bemerken Sie Ihren inneren Schweinehund?

    1. guido.peternell Beitragsautor

      Bitte gern Günter,

      es heißt nicht umsonst: „Ein System kann sich selbst nicht erkennen!“ Egal ob das das System der Familie/Ehe, Partnerschaft, Firma und dgl. ist. Deshalb haben auch Selbsthilfegruppen, Mentoren, Berater und dgl. eine Existenzberechtigung und können in vielen Fällen den Beteiligten die Augen öffnen und damit eine Veränderung anstoßen. Vorausgesetzt, man ist nicht beratungsresistent 🙂

      Danke für dein Feedback und liebe Grüße aus Villach
      Guido

      Antworten

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