Verbund ja oder nein Teil 1/4

In den letzten Wochen schwappten die Wogen in der Facebook-Gruppe Fahrschulunternehmer ein wenig über. Der Grund dafür war eine Anfrage einer Fahrschule, ob die Gruppenmitglieder den Verbund Gecco Media kennen und was sie davon halten.

VerbundIch will hier gar nicht näher auf die Wortmeldungen eingehen, sondern nehme diese zum Anlass, das Thema Verbund ja oder nein von meiner Sichtweise aus zu durchleuchten. Eines vorweg, ich bin seit fast 20 Jahren zufriedener Franchisenehmer und damit in einem Know-how-Pool von über 35 Berater. Natürlich kostet das was. Jedoch kann ich dadurch auch auf deren Know-how zugreifen.

Verbund NetzwerkMein Exkurs hier wird von losen und festen Kooperationen bis hin zu modernem Netzwerken führen. Ich werde dabei keines der verschiedenen Systeme näher beschreiben. Nicht nur ich bin der Meinung, dass Netzwerken erfolgreich ist, Spaß macht und den unternehmerischen Alltag belebt. Das belegen auch diverse Studien verschiedenster Branchen. Zuerst jedoch ein paar Informationen über meine unternehmerische Laufbahn, damit Sie sehen, warum ich dieser Meinung bin.

blog_Fahrschul-Konzept01-2Ich startete 1993 nach drei Jahren Geschäftsführung in einer Fahrschule in die Selbstständigkeit mit einem Fahrschul-Marketing-Service. Wie ich dazu kam ist ganz einfach erklärt. Mein Schritt in die Selbstständigkeit passierte von heute auf morgen, da die Inhaberin der Fahrschule, in der ich die Geschäftsführung inne hatte mich nach einer meiner Aktivitäten fragte, warum ich das mache? Sie gab mir unmissverständlich zu verstehen, dass das ihre Fahrschule sei und nicht meine. Daraufhin antwortete ich: „Vielen Dank dass du mir das sagst, denn das habe ich die letzten 13 Jahre vergessen!“ und habe gekündigt.

Verbund GeldtascheIch stand mitten in meiner Beraterausbildung und durch meine Kündigung von heute auf morgen ohne fixes Einkommen als alleinverdienender Familienvater da. Natürlich habe ich mich bereits vorher mit den Gedanken der Selbstständigkeit beschäftigt, wollte dies jedoch in der Startzeit nebenberuflich betreiben. Da ich nur einen alten, klapprigen Golf als Privatfahrzeug hatte und für ein neues Auto kein Geld da war (Reihenhaus, Alleinverdiener, Investitionen für die Selbstständigkeit und dgl.) half mir mein Freund Martin Holubar mit dem Sparbuch seiner Mutter aus und sagte: „Da nimm und gibst mir dann zurück, wenn du kannst!“

5FSgratis_beraten01-2Die ersten 5 Fahrschulen beriet ich mehrere Monate kostenlos. Sie wurden alle meine zahlenden Kunden. Ich fuhr im ersten Jahr meiner Selbstständigkeit 100.000 km und war damit mehr auf der Straße, als zu Hause. Finanziell hielt ich mich mit Standortanalysen für Fitnessstudios über Wasser, die mein Freund Martin Holubar bei mir in Auftrag gab. Ich ackerte, rackerte und schrieb an einem Fahrschulkonzept, das damals für Aufsehen sorgte.

blog_juergenhoeller01-3Als ich hörte, dass Jürgen Höller in St. Anton mit seinem Team ein Beratertreffen veranstaltete, gab ich keine Ruhe, bis ich einen Termin bei ihm bekam. Ich fuhr nach St. Anton, mein Konzept im Gepäck und traf dort Jürgen Höller. Ich hatte 15 Minuten Zeit, mein Anliegen vorzubringen und mein Konzept vorzustellen. Er hörte sich das an, bat das Konzept mitnehmen zu dürfen und verabschiedete sich mit der Aussage, von ihm zu hören. Nach ca. drei Wochen kam der Anruf von Jürgen Höllers Büro mit der Bitte, nach Schweinfurt zu kommen. Ein Termin dazu war schnell gefunden.

blog_gefällt001-2Als ich mit Jürgen Höller in seinem Büro saß und er sagte, dass er noch nie so ein Konzept wie meines gesehen hat war mir klar, etwas Gutes entwickelt zu haben. Wir einigten uns auf die Rahmenbedingungen und ich wurde Franchisenehmer der INLINE Unternehmensberatung. Mein Part war, die Unit Fahrschulen aufzubauen, was mir auch sehr erfolgreich in Österreich gelang. Ich startete 1994 damit und gewann 16% der österreichischen Fahrschulen als Dauerkunden mit einem monatlichen Beitrag für umfangreiche Leistungen. Ein Teil der Leistungen damals war die Aus- und Weiterbildung sämtlicher Mitarbeiter unserer Kundenfahrschulen.

blog_Händeschütteln01-3In der Aufbauzeit meines Unternehmens-Systems ging ich verschiedenste Kooperationen mit Referenten, Branchenprofis, Steuerberatern, Betriebswirten und dgl. ein, um den Nutzen für meine Kunden stetig auszubauen und zu erweitern. Wir veranstalteten 6 Fahrschul-Kongresse in Locations wie das Hotel Post und der Scalaria am Wolfgangsee. Auch der Robinsonclub in Ampflwang war einer unserer Veranstaltungsorte. Attraktionen wie Feuerwerk im Wolfgangsee, Hubschrauberflüge und vieles mehr waren immer Teil unserer Veranstaltungen.

blog_inline02-3Da wir als Unternehmensberatung unsere Kunden dauerhaft begleiteten und nach außen hin nie in Erscheinung traten, wurde von unseren Kunden der Wunsch geäußert, unser Firmenzeichen (INLINE Logo) nach außen zu kommunizieren. Wohl auch deshalb, weil es in Österreich die Easy Drivers Fahrschulen als Franchise-Unternehmen gab und diese mit ihren schwarz/gelben Autos doch sehr auffielen. Ich konnte das jedoch nicht zulassen, da INLINE ja keine Fahrschule, sondern eine Unternehmensberatung ist. Aus diesem Grund entwickelten wir für unsere Fahrschulen eine eigene Marke als Dachmarke, die Start-Up Fahrschulen.

blog_Dachgesellschaft01-3Damit wir mit dieser Marke rasch wachsen konnten nahmen wir in die Dachgesellschaft zehn Gesellschafter (meist Fahrschulbetreiber) rein, die als Steuereinheit und Branchenpromotor dienen sollten. Einer der Gesellschafter war ich selbst. Die Geschäftsführung dieser Gesellschaft lehnte ich aus Zeitmangel ab und deshalb übernahm sie einer meiner freiberuflichen Mitarbeiter. Als die Gesellschafter mit dessen Arbeit unzufrieden waren ließ ich mich erweichen, unter bestimmten Voraussetzungen auch die Tätigkeit als geschäftsführender Gesellschafter dieser Gesellschaft zu übernehmen.

Wie es weiter ging und ob ich für oder gegen einen Verbund bin, erfahren Sie im nächsten Beitrag zu diesem Thema.

PS: Wie es weiter ging und ob ich für oder gegen einen Verbund bin, erfahren Sie im nächsten Beitrag zu diesem Thema.

– Autor: Guido Peternell

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