Unangenehme Dinge erledigst du am besten so…

Es ist viel einfacher, gute Nachrichten zu überbringen als unangenehme Dinge anzusprechen oder eine Kündigung auszusprechen. Wie geht es dir mit solchen Herausforderungen?

Unangenehme Dinge erledigst du am besten so…
Unangenehme Dinge erledigst du am besten so… | © by guidopeternell

Dieser Beitrag entstand nach einem Feedback eines meiner Leser, der negative Erfahrungen mit unangenehmen Aktionen (Kündigung) machte. Danke für die Anregung.

Unangenehme notwendige Dinge

Wer überbringt schon gerne unangenehme Nachrichten? Niemand macht gerne Dinge, die keine Freude bereiten. Ich habe solche unangenehmen Dinge oft vor mir hergeschoben. Sie erledigten sich leider nicht von selbst und deshalb habe ich der Aufschieberitis den Kampf angesagt.

Unangenehme Nachrichten empfangen

Unangenehme Nachrichten sind Nachrichten an Menschen, die sie nicht hören wollen. Du kennst solche genauso wie ich. Der eine tut sich schwerer damit als der andere. Als harmoniebedürftiger Mensch tat ich mir schwerer damit. Also musste ich einen Weg finden, um dies zu ändern. Und ich habe gelernt, professionell mit solchen Nachrichten umzugehen. Beim Empfang unangenehmer Nachrichten halte ich mich an die Fakten, um daraus lernen zu können.

Unangenehme Nachrichten überbringen

Wenn ich eine unangenehme Nachricht überbringen muss, dann spreche ich das Unangenehme zuerst an. Mit dem Aufzeigen neuer Zukunfts-Chancen beende ich das Gespräch. Unten weiter erkläre ich dir genauer, was ich damit meine. Wer Führungsaufgaben übernehmen will, muss gegebenenfalls unbequeme Gespräche führen und lernen, auch unangenehme Nachrichten zu überbringen.

Unangenehme Nachrichten bereiten Stress

Solche Nachrichten sind meistens emotionell aufgeladen und somit stressig für beide Seiten. Oft fühlen sich Betroffene angegriffen, unverstanden, nicht wertgeschätzt und dergleichen, was nicht gerade fördernd für eine angenehme Gesprächssituation ist. Und trotzdem muss das Unangenehme ausgesprochen und übermittelt werden. In der Folge gebe ich dir meinen 8 Stufen-Plan zur Hand, mit dem auch du unangenehme Dinge leichter meistern kannst:

Mein 8 Stufen-Plan

Mein 8 Stufen-Plan, um unangenehme Dinge anzusprechen
Mein 8 Stufen-Plan, um unangenehme Dinge anzusprechen | © by guidopeternell

Stufe 1: Unangenehme Arbeit sofort in Angriff nehmen

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Laut Wissenschaft sollen 80 Prozent der Menschen von der Aufschieberitis befallen und die meisten damit auch unzufrieden sein. Wer nicht tut, was getan werden muss, erzeugt ungesunden Stress und ein Gefühl von Unzufriedenheit. Wenn du bis jetzt andere Prioritäten hattest, dann solltest du der unangenehmen Arbeit, die getan werden muss, Priorität 1 zuordnen und sie in Angriff nehmen.

Stufe 2: Unangenehme Fakten schriftlich festhalten

Mach einen Fakten-Check, geh den Hintergründen auf die Spur, versuche die Ursachen zu erforschen, warum die Situation jetzt so ist, wie sie ist und halte diese schriftlich fest. Wer hat was, wann, warum und wo verbockt oder nicht umgesetzt? Eine gute Analyse ist die halbe Miete. Bereite dich gut auf das unangenehme Gespräch vor, den der Einstieg in das Gespräch ist entscheidend.

Stufe 3: Beziehung aufbauen

Ist die unangenehme Nachricht für eine Einzelperson gedacht, dann vereinbare einen 4 Augen-Termin mit ihr und plane ausreichend Zeit dafür ein. Wenn sie für mehrere Personen gedacht ist, dann ruf kurzfristig ein Teammeeting ein. Unangenehme Nachrichten gehören so schnell wie möglich überbracht, um der Gerüchteküche keine Chance zu geben. Überbring sie persönlich und informiere den Sachverhalt ungeschönt. Achte dabei auf eine gute, wertschätzende Atmosphäre.

Stufe 4: Unangenehme Nachricht übermitteln

Deine ersten fünf Sätze sind entscheidend. Im ersten Satz teilst du dem Gesprächspartner deine Entscheidung kurz, klar und deutlich mit. In Satz 2 lieferst du die Begründung für deinen Entschluss. Im Satz drei führst du die Fakten auf, die dazu geführt haben. Mit dem vierten Satz zeigst du dein Bedauern bzw. dein Mitgefühl und im fünften Satz lässt du dein gegenüber wissen, wie deine Lösungsvorschläge und die erwarteten nächsten Schritte aussehen.

Stufe 5: Emotionen flach halten

Emotionen hindern uns dabei, sachlich und diplomatisch zu bleiben. Halte deshalb deine Emotionen flach und versuch sachlich zu bleiben. Je mehr Emotionen im Spiel sind, umso leichter kann das Gespräch eskalieren. Sei geduldig und bewahre Fassung. Auch wenn du an die Decke springen könntest.

Stufe 6: Wertschätzung zeigen

Vermittle mit deiner Körpersprache Wertschätzung. Gib deinem Gegenüber die Möglichkeit, sich zu äußern und Fragen zu stellen. Hör dabei aufmerksam zu und halt dabei Augenkontakt. So bleibst du ein sachlicher Dialogpartner. Verschränkte Hände vor der Brust oder Hände in der Hosentasche vermitteln das Gegenteil von Wertschätzung.

Stufe 7: Alternative vorschlagen

Natürlich ist dieser Punkt für einen eventuell gekündigten Mitarbeiter vorerst wenig befriedigend. Trotzdem ist es damit möglich, der unangenehmen Nachricht ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die Wertschätzung zeigst du deinem Gegenüber auch damit, wenn du ihn nicht einfach nur kündigst, sondern dir auch Gedanken um seine Zukunft machst. Zum Beispiel könnten solche Gedanken eine Jobalternative sein, in der er seine Stärken besser einsetzen könnte.

Wo eine Tür zu geht, geht eine andere auf

Das könnte bei der negativen Nachricht (Kündigung) ein Denkanstoß in eine Richtung sein, an die der Betroffene bis dato noch gar nicht gedacht hat. Damit bist du für ihn nicht der „böse A….“, der ihn gekündigt hat, sondern auch die Person, die ihn zum Nachdenken anregt und vielleicht sogar beruflich eine neue Tür öffnet. Jean-Baptiste Poquelin, alias Molière sagte: „Wo sich eine Türe schließt, öffnet sich eine andere“.

Stufe 8: Positiven Abschluss finden

Sprich zum Abschluss die betroffene Person mit dem Namen an und schenke ihr nochmals die volle Aufmerksamkeit. So bleibst du positiver in Erinnerung als jemand, der gerade eine Kündigung ausgesprochen hat. Wünsche der Person alles Gute und viel Erfolg in seiner weiteren Karriere.

Ich empfehle dir…

Mit diesem 8 Stufen-Plan fällt es mir leichter, unangenehme Dinge zu tun, anzusprechen und abzustellen. Auch du kannst damit erfolgreich(er) sein. Bereite dich vor unangenehmen Gesprächen nach diesen 8 Stufen vor. Mach dir vor allem ausreichend Gedanken zu den fünf wichtigen Sätzen in Stufe 4 und schreib sie dir auf. Probiere es einfach aus.

Für deinen Erfolg!

Dein auch diesen 8 Stufen-Plan anwendender

Guido – Autor: Guido Peternell

P.S.: Versuch negativen Nachrichten eine positive Richtung zu geben.

2 Gedanken zu „Unangenehme Dinge erledigst du am besten so…

  1. Albert

    Hallo Guido,
    herzlichen Dank. Das war wirklich ein sehr persönlicher Rat an mich!
    Hat sich Deine Frustration seit dem letzten Aufruf schon ein wenig gelegt? Lass Dich nicht entmutigen. Oft kommt die Anerkennung zu einem Zeitpunkt indem man die gar nicht erwartet
    LG Albert Juhasz

    Antworten
    1. Guido Peternell Beitragsautor

      Hallo Albert,

      bitte gerne. ich denke, dass dieses Thema auch für andere interessant sein kann.

      Frustration? Ja, es geht. Von meiner gesamten Liste haben sich 10 gemeldet und Feedback gegeben.
      Entmutigen? Entmutigen ist ein Wort, das ich nicht kenne und aus meinem Wortschatz gestrichen habe.
      Und trotzdem werde ich 2020 nicht mehr wöchentliche Beiträge schreiben und mich weiter auf meine Online-Marketing-Ausbildung konzentrieren, um dort schneller voran zu kommen.
      Anerkennung? Ja, vielleicht hast du recht. Schau ma amol 🙂

      Liebe Grüße
      Guido 🙂

      Antworten

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