Stillstand oder anders werden?

Unsere Welt verändert sich, unser Privatleben verändert sich, unsere Branche verändert sich, die Halbwertszeit unseres Wissens wird immer kürzer und trotzdem bevorzugt ein großer Teil der Fahrlehrerschaft den Stillstand.

Fahrstunden 02-2Stillstand kann sich jedoch heute niemand mehr leisten. Nicht wenn er noch länger mit seinem Beruf seine Brötchen verdienen oder mit seinem Partner noch viele glückliche Jahre verbringen will. Ich kann mich noch gut an meinen ersten Computer erinnern. Das war ein Unding mit Mini-Speicherplatz, oder an mein erstes noch schweres Handy. Dabei sind das erst 20-25 Jahre her. Heute haben wir den Computer (Smartphone) in der Tasche oder gar schon am Handgelenk.

StillstandAuch die Wirtschaft, die Medienlandschaft, die Mobilität, die Freizeitwirtschaft und vieles mehr sind einem enormen Wandel unterlegen. Es nützt überhaupt nichts, wenn dir der Wandel Angst macht. Du entkommst ihn nicht, auch wenn du protesthalber Stillstand praktizierst. Du selbst befindest dich in einem Mikrokosmos und musst dich verändern, ob du willst oder nicht.

Stillstand und Jammern 01-3Und wenn du weiter Stillstand übst, dann wirst du immer besser darin, wirst weiter deine paar Fahrschüler haben und immer Angst haben, ob es genug sind. Du wirst weiter deine Stunden im Auto verbringen und keine Zeit haben, dich weiter zu entwickeln. Du wirst weiter deine Umsätze machen und trotzdem immer zu wenig Geld in der Kassa haben. Du wirst weiter über die Kollegen, Fahrschüler, Prüforganisationen, Markt und dgl. schimpfen und selbstverständlich gleichgesinnte finden, die auch dazu beitragen.

Stillstand Falle 01-3Wenn du jedoch aus der Stillstand-Falle heraus trittst, dann gelingt es dir vielleicht sogar, die Veränderungen zu akzeptieren und als Chance zu sehen. Viele rufen nach Reformen und Veränderungen, kommen aber selbst nicht in die Gänge. Sie halten lieber an vielem gewohnten fest, da dies vermeintlich am wenigsten Energieaufwand bedeutet.

skeptisch 4-3Wer jedoch in der Geschichte der Menschheit zurück schaut wird feststellen, dass Entdeckungen, Erfindungen, Umwälzungen und Veränderungen schon immer der Beiwagen der Menschheit waren – und auch heute noch sind. Die Fragen die sich dabei stellen sind, ob du Stillstand der Weiterentwicklung vorziehst? Ob du das Hamsterrad der Freiheit vorziehst? Ob du reagieren dem agieren vorziehst? Ob du Sicherheit den Chancen vorziehst….?

Stillstand 03-4Nun meine Frage an dich: „Willst du weiterkommen oder im Stillstand verharren?“ Wenn du weiterkommen willst dann musst du deinen Motor starten. Du kommst doch mit dem Auto auch nicht weiter auf den Berg (dein Ziel) hinauf, wenn der Motor aus ist. Wenn du dich und dein Unternehmen weiter bringen möchtest, dann wirst du beginnen müssen, dich anders zu verhalten. Denn dein jetziges Verhalten hat dich und dein Unternehmen zu dem gemacht, was du oder es jetzt ist.

Hamsterrad 03-4Wenn du dich also verändern möchtest, dann musst du aus deiner Komfortzone heraus treten. Du musst aufhören im Hamsterrad zu laufen und dir Zeit nehmen, um ein Ziel zu definieren und einen Plan dazu machen, wie du das Erreichen deines Zieles umsetzen wirst. Dein Ziel, das du dir setzt muss attraktiv sein. Ein attraktives Ziel sorgt für die Menge an Motivation, es erreichen und auch den Preis zur Zielerreichen bezahlen zu wollen.

Verbündete01-3Als nächstes musst du dein Umfeld verändern. Such dir dazu Verbündete im Beruf, in deiner Familie oder Partnerschaft, die dir bei deiner Zielerreichung helfen. Sie helfen dir, dich leichter von deinen alten Gewohnheiten zu verabschieden. Vereinbare mit ihnen, dich darauf aufmerksam zu machen, wenn du wieder in deine alten Gewohnheiten abzugleiten drohst. Vereinbare mit ihnen, im Wiederholungsfall etwas zu tun, was du überhaupt nicht gerne tust und was eine echte Strafe für dich sein würde. Wenn du das wie beschrieben umsetzt, dann hast du gute Chancen, vom Stillstand in die Gänge zu kommen. Und sei es nur für ein kleines Projekt.

Sparkassa 03-3Es ist immer noch besser, selbst in die Gänge zu kommen, als von Veränderungen überrascht oder gar überrollt zu werden. Wenn du von einer Veränderung überrollt wirst, dann kann das leicht in eine Krise ausarten. Stell dich also der Veränderung. Akzeptiere sie. Orientiere dich neu. Stell dir dabei die Frage, was die Veränderung für dich bedeutet. Welche Herausforderungen kommen dadurch auf dich zu? Wie kannst du diese Herausforderungen bewältigen?

Neuorientierung 01-3Danach beginnt erst die Zeit der Neuorientierung. Wenn du dir die oberen Fragen beantwortet hast, dann bist du erst bereit dafür, dich vom gewohnten zu verabschieden. Du bist dann bereit, deine Energie in das Neue zu investieren und mit der Zeit wird das Neue zur Normalität. Wenn dir Veränderungen in die gewünschte Richtung gehen, dann fühlst du dich in deiner Entscheidung bestätigt.

Ich freue mich auf dein Feedback.

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– Autor: Guido Peternell

6 Gedanken zu „Stillstand oder anders werden?

  1. Dietbert Walter

    Hallo Guido,
    alles angesprochen … alles richtig.
    Viele Kollegen sind gefangen in der Fahrschüler Ausbildungsordnung, viele sogar in der vorgegeben Preistafel.
    Sie machen sich nicht die Mühe eigene Ideen umzusetzen. Fahrschulangebote zu schaffen, die über das Standardangebot hinausgehen, viele trauen sich auch nicht sich zu spezialisieren.
    Nicht die Anzahl der Zweigstellen oder die Fahrschule aller Klassen ist das Aushängeschild, sondern das positive Selbstwertgefühl privat und beruflich.
    Mein Tipp: Sich in anderen Branchen umsehen, sich persönlich weiterzubilden, und zwar außerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Weiterbildung. Für mich sind das 12 Tage im Jahr; und viele erfolgreiche Kollegen machen noch viel mehr!

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    1. Guido Peternell Beitragsautor

      Schönen Abend Dietbert,

      danke für dein Feedback. Du sprichst es an – die gefangenen Kollegen. Sie sind im Hamsterrad, laufen immer schneller und produzieren immer das gleiche oder sogar schlechtere Ergebnisse. Dadurch glauben sie auch, keine Zeit zum nachdenken, ausprobieren, Weiterbildung und vielem mehr zu haben.

      Oft ist eine Zweigstelle weniger besser als eine mehr. Und wer das Pareto-Prinzip kennt und es in seiner Fahrschule anwendet, wird sehen, dass er viel Ballast (totes Kapital) mit sich herum schleppt.

      Auch sprichst du richtig die eigene Persönlichkeit und das Selbstwertgefühl an. Damit verdienen unsere Kollegen das Geld und trotzdem investieren sie nicht darin, sondern NUR in gesetzlich vorgeschriebene Weiterbildung. Man kann jedoch niemandem seine Erfahrung ersparen. Die Schmerzgrenze wird wahrscheinlich noch nicht hoch genug sein.

      Gratuliere dir zu deinen 12 Tagen WB/p.a.

      Liebe Grüße
      Guido 🙂

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  2. Dieter Kirchner

    Nach rd 30 Jahren in der Branche habe ich Ende 2015 meine Fahrlehrertätigkeit eingestellt. Rückblickend muss ich gestehen, dass es sicher hilfreich gewesen wäre, schon sehr viel früher solche Gedankenanstösse bekommen zu haben. Leider sind diese über unsere Berufs-Verbände nicht zu haben 🙁

    Den Kollegen, die weiterhin mit Freude am Beruf arbeiten möchten, empfehle ich deine Anregungen !!

    Obwohl nun „in Rente“ werde ich weiterhin das Geschehen in der Branche beobachten. Wie heißt es so schön: hier steh ich – ich kann nicht anders! >das gilt aber nicht für die noch aktiven!! (siehe oben).

    Antworten
    1. Guido Peternell Beitragsautor

      Servus Dieter,

      mit 30 Jahren in der Branche bist du mir noch ein bisschen hinten nach. Ich mache heuer meine 37 Jahre voll. Trotzdem Hut ab denn du hattest einen anstrengenden Beruf. meine Gedankenanstöße sind seit 1994 in der Branche zu buchen und den Gratis-Know-How-Blog hier schreibe ich seit 4.1.2012. In der Zeit gibt es so manche Leser, die viel daraus umgesetzt haben. Der Großteil jedoch liest den Blog zwar, läuft aber trotzdem im Hamsterrad weiter und schimpft auf die Fahrlehrer, die Fahrschüler, die Branche und der gleichen, ohne vor der eigenen Türe zu kehren.

      Die Berufsverbände sind selbst in ihrem System gefangen (was man auch mit dem Hamsterrad vergleichen kann) und NUR dort, wo sich junge Fahrlehrer darin engagieren, sieht man leichte Veränderungen.

      Danke für die Empfehlungen an deine Kollegen. Es wäre super, wenn du meinen Blog jedem Fahrlehrer weiterempfehlen würdest, der dir zukünftig noch über dem Weg läuft.

      Auch ich bin schon im Ruhestand, arbeite aber noch geringfügig, weil ich meinen Beruf liebe und mein seit Jahren angehäuftes Know-how gerne an Kollegen, die es annehmen, weitergeben will.

      Freut mich, dass du meinen Blog verfolgst und danke für dein Feedback.

      Liebe Grüße
      Guido 🙂

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  3. Dietmar Heblich

    Hallo Guido, hallo Dieter Kirchner (wir kennen uns).
    Die Anregungen von Guido haben meiner Fahrschule, mir selbst und meiner Familie geholfen, unser
    Leben positiver zu gestalten. Einige dieser Anregungen habe ich in der Vergangenheit in meiner Fahr-
    schule um- und eingesetzt und wir sind sehr erfolgreich damit. Für die Zukunft liegen auch schon einige
    Pläne (inspiriert von Guido) in der Warteschleife. Man kann halt nicht alles gleichzeitig machen.
    Ich selbst bin jetzt 75 Jahre alt, wir feiern gerade das 50-jährige Jubiläum meiner Fahrschule. Und ich
    mache weiter, weil ERFOLG VIEL SPASS macht.
    Noch etwas zu den Berufsverbänden: Guido hat Recht, wo junge Fahrlehrer im System arbeiten, sind jetzt
    schon Veränderungen sichtbar. So manches kommt natürlich auch von der Konkurrenz der Weiter-
    bildungs-Veranstalter (z.B. die Ideen von „Fortbildung 33“). Ich selbst wollte mich und meine Mitarbeiter
    schon über den hessischen Fahrlehrerverband für den „Königsweg“ von Guido anmelden. Leider wurden
    bisher 2 festgelegte Termine abgesagt, weil zu wenig Teilnehmer sich angemeldet hatten. Das ist doch
    traurig, denn neue Ideen führen zum Erfolg und weitergebildete Mitarbeiter garantieren u. a. eine erfolgreiche Zusammenarbeit in der Fahrschule. Vielleicht ergibt sich ja irgendwann mal ein Termin, an
    dem wir teilnehmen können.
    Noch etwas zu Dieter Kirchner: über meinem Schreibtisch hängt noch ein Schriftstück von Dieter, dessen
    letzter Satz lautet: „Dann müssen Sie HEUTE die Weichen für eine Veränderung stellen. Danke, Dieter,
    das war der Anfang.
    Herzliche Grüße
    von Dietmar Heblich

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    1. Guido Peternell Beitragsautor

      Schönen Abend Dietmar,

      vielen Dank für dein Feedback und deine Wertschätzung. Es freut mich, dass ein so rüstiger Fahrschulbetreiber wie du es bist, empfohlenes von mir erfolgreich umsetzt.

      75 Lenze und 50jähriges Jubiläum: HUT ab, da hast du einiges an Fahrschüler ausgebildet und bist mir um 10 Lenze voraus. Und daran sieht man, wie die Arbeit mit der Jugend Freude machen und vor allem geistig jung halten kann. Du hast vollkommen Recht: Erfolg kann wirklich Spass machen.

      Ja schade, dass es mit dem Seminar nicht geklappt hat. Es liegt daran, dass die fachliche Weiterbildung bei vielen noch mehr zieht als die der eigenen Persönlichkeit – obwohl man mit dieser mehr Geld verdienen kann als mit der fachlichen, denn dies setzen die Kunden voraus.

      Da mir die Branche am Herzen liegt wäre ich sehr dankbar, wenn du jedem deiner Kollegen meinen Blog weiterempfehlen würdest. Ich sage jetzt schon dankeschön dafür.

      Liebe Grüße aus Villach
      Guido 🙂

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