Sind Sie fit für Veränderungen?

Unlängst habe ich ein lustig geschriebenes Buch von Spencer Johnson gelesen. Es lautet: Die Mäuse-Strategie für Manager, Veränderungen erfolgreich begegnen. Ich kann Ihnen dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Sie können es hier bestellen. Worum handelt es sich in diesem Buch oder der Mäuse-Strategie? Es handelt sich um die Lebensgeschichte von zwei Mäusen und zwei Zwergmenschen, die in einem Labyrinth leben. Ich versuche sie hier sinngemäß wiederzugeben.

blog_Labyrinth01-2Wie bereits oben beschrieben leben in einem Labyrinth zwei Mäuse und zwei Zwergmenschen, die ein Käselager entdeckt haben, von dem sie alle sehr gut leben konnten. Den Mäusen genügte dies jedoch nicht und deshalb hielten sie immer Ausschau nach weiteren Käselagern. Die Zwergmenschen machten es sich bequem und bemerkten nicht, dass sich die Käsevorräte immer mehr verringerten. Als dann fast kein Käse mehr da war waren sie überrascht, hilflos und stinksauer, dass der Käse zur Neige ging.

blog_Käse01-3Die Mäuse, die das Suchen gewöhnt waren, fanden auch schnell neuen Käse. Während der eine Zwergmensch stur darauf beharrt, seinen alten Käse zu bekommen machte sich der schon sehr hungrige zweite Zwergmensch auf den Weg, frischen Käse zu suchen.

Während der Käsesuche machte dieser neue Erfahrungen wie:

  • vorsichtig bei Käse zu sein, der sehr einladend präsentiert wird (Achtung Falle)
  • oft genug am Käse zu schnuppern um zwischen alt und frisch zu unterscheiden
  • sich nicht mit alten Käse aufzuhalten, um schneller neuen zu finden
  • kleine Änderungen früh zu bemerken, um für Veränderung gewappnet zu sein.

Da zu den wenig fixen Dingen im Leben auch die Veränderung zählt, kann ich dieser kleinen Geschichte viel abgewinnen. Egal wohin ich schaue, sie begegnet mir überall wie zum Beispiel im täglichen Leben, in der Politik, in der Volkswirtschaft und auch in unserer Branche. Und sie ist aktueller denn je.

blog_Zeigefinger01-3Die heutige Menschenrasse vernachlässigt meiner Meinung nach ihre guten Instinkte und bemerkt dabei nicht, dass der Vorrat an alten Käse sich dem Ende zuneigt. Und wie wir so sind, geben wir Gott und der Welt die Schuld. Dabei vergessen wir, dass wenn wir mit dem Finger auf andere zeigen, drei Finger auch immer auf uns selbst zeigen. Von den politischen Diskussionen ganz zu schweigen, die dazu führen sollen, den immer größer werdenden Schuldenberg auf immer mehr Menschen zu verteilen, ohne dabei zu vergessen, den eigenen Futtertrog prall gefüllt zu halten.

Die arbeitenden selbstständigen Unternehmer/innen (sie arbeiten selbst und ständig) bekommen vom Gesetzgeber und Behörden immer mehr Arbeit und Gesetze aufgebürdet, ohne dafür auch eine angepasste Entlohnung dafür zu erhalten.

blog_Arbeitsüberlastung01-3Folgendes Beispiel dazu: Der österreichische Gesetzgeber stimmte zu, die Fahrschule in Punkto Führerschein zu einem One-Stop-Shop zu machen. Er freute sich, dass er Arbeit an die Fahrschulen auslagern konnte, um dabei seine eigene Verwaltung zu reduzieren. Gleichzeitig erhöhte er jedoch seine Abgaben, Gebühren und Taxen. Die Fahrschulen, mit Mehrarbeit zugepflastert, mussten die Verwaltungseinheiten aufstocken, um einem modernen Dienstleistungsunternehmen mit One-Stop-Shop gerecht zu werden. Gleichzeitig schreien die Politiker (auf Stimmenfang), dass der Führerschein zu teuer sei. In Punkto Führerschein hat der Staat also eine Verwaltungsreform auf Kosten der Fahrschulen durchgezogen und bei eigenem Verwaltungsabbau für mehr eigenen Umsatz gesorgt. Clever, clever!

blog_Konkurs01-3Nun aber wieder zurück zum alten Käse. Mir fällt auf, dass alter Käse so oft gedreht wird, bis er wieder frischer wirkt. Nur „frischer wirkender Käse“ ist noch lange kein neuer Käse! Wichtig ist, neuen Käse zu finden. Und dem, der neuen Käse findet, wird ein Teil davon wieder abgenommen, um ihn laut Politik sozial gerecht zu verteilen – egal ob dafür gearbeitet wird oder nicht.

blog guido peternell: sinkendes SchiffJetzt schauen wir mal in unsere Branche. Kochen in dieser auch noch viele UnternehmerInnen mit altem Käse, anstatt in der Fülle der heutigen Möglichkeiten nach neuen Käselagern zu suchen? Wollen sie das erst dann machen, wenn die alten Käsevorräte aufgebraucht sind? Dann verlassen viele das sinkende Schiff und fliehen in den ach so verdienten Ruhestand. Unternehmen werden von besserwissenden Altkäseverbrauchern in der Familie weiter gegeben, ohne langjährige Mitarbeiter abzufertigen oder für Rahmenbedingungen zu sorgen, die marktwirtschaftliche Überlebenschancen garantieren. Natürlich nicht ohne den Hintergedanken, auch zukünftig noch am Unternehmen mitpartizipieren zu können. Welch Nachteil für neukäsedepotsuchende, die dann auch noch mit Zuflüsterungen der Nichtloslasser konfrontiert sind und sich wundern, warum sie nicht vom Fleck kommen.

blog_Entscheidung01-2Wenn Sie das Buch lesen dann sollten Sie sich danach die Frage stellen, was Sie in Ihrem Leben ändern würden, wenn Sie keine Angst hätten. Sehen Sie Veränderungen als Chance. Seien es Veränderungen im Unternehmen, in der Familie, in der Politik, im sozialen Umfeld und dgl. Viele Dinge stehen im Argen. Es hilft nicht, die Augen davor zu schließen, denn Blockade schadet dem System. Ob das Ihr Unternehmenssystem ist, Ihr Familiensystem ist oder irgendein anderes System ist. Die Politik und Gewerkschaft führt uns täglich vor Augen, wohin Blockade führt.

Ziehen Sie Ihre eigenen Konsequenzen aus dem Gelesenen, diskutieren Sie darüber mit Ihren Partnern, Familienmitgliedern, Mitarbeitern und Freunden. Viele Mäuse in Ihrem Umfeld haben sich bereits auf die veränderten Rahmenbedingungen eingestellt und sind somit zeitlich weit voraus. Erkennen Sie die Zeichen in Ihrem Leben. Damit sind Sie gegenüber den Mäusen in Vorteil.

PS: Ich freue mich über jedes Feedback hier unten über die Kommentarfunktion.

– Autor: Guido Peternell

2 Gedanken zu „Sind Sie fit für Veränderungen?

  1. Jacqueline Weber

    Sehr treffende Analogie! Vielleicht liegt sogar die Zukunft in den Händen derer, die Käse selbst herstellen können 😉

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    1. guido.peternell Beitragsautor

      Ja Jacqueline,

      vielleicht ist es so. Du hast sicher RECHT, wenn du Innovationen, Kreativität, Know-how und dgl. meinst. Aber Fertigungen werden zukünftig in Europa immer schwerer finanzierbar sein. Also sollte das Käseherstellen auf kreative Dienstleistungen, Erfindungen und dgl. fokussiert sein.

      Nehmen wir die Fahrschulbranche her. Dort arbeiten 80% der Unternehmen noch immer ähnlich wie in der so genannten guten alten Zeit anstatt sich was neues, ausgefallenes einfallen zu lassen. Und die, die sich was neues einfallen lassen, sind dann auch meist die Erfolgreich(er)en. Von nix kommt nix. 🙂

      Liebe Grüße
      Guido

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