Rückblick auf den 4. Fahrlehrerkongress in Berlin (5)

Den fünften Fahrlehrerkongress-Beitrag füllt ein Referent, der sich als Experte und Trainer zu den Themen Persönlichkeit, Motivation und Wirkung einen Namen gemacht hat. Deshalb hieß sein Vortrag auch „Persönlichkeit schafft Wirkung!“

fahrlehrerkongress Christian GalvezDer Fahrlehrerkongress-Referent Nummer 5 hat die Kunst der unterhaltsamen Informationsvermittlung perfektioniert. Dies zeigte er auch eindrucksvoll den an seinen Lippen hängenden Teilnehmern. Cristián Gálvez schafft Emotionen und steht seit seinem 12. Lebensjahr auf den Brettern, die für ihn die Welt bedeuten. Schon früh lernte er, wie man mit Emotionen Menschen bewegt.

blog_zaubern01-2Bereits mit 16 Jahren begeisterte er als preisgekrönter Zauberkünstler in der André-Heller-Produktion ZauberZauber im Berliner Theater des Westens. Bis heute sind es über 6.000 Präsentationen, in denen er Menschen angeregt und überrascht hat. Seine Referenzen lesen sich wie das „Who is Who“ der Unternehmenswelt. BMW, SAP, T-Mobile, BoschRexroth und Lufthansa gehören zu den Unternehmen, die regelmäßig auf Cristián Gálvez setzen.

fahrlehrerkongress facebookNicht Zahlen, Daten, Fakten bewegen Menschen, sondern Persönlichkeit und Emotionen gabs am Fahrlehrerkongress zu hören. Auch wenn Facebook bereits eine Milliarde User hat und in der Sekunde 11 Millionen Bits an Informationen durch diverse Netze rasen ist für Cristián Gálvez da, wer da ist. Er sieht die Welt als große Bühne in der sich jeder präsentiert, der auch nur seine Nase an die frische Luft hängt. Cristián Gálvez ist ein Meister des Story-Tellings und Infotainments, mit denen er die Teilnehmer gleichzeitig zum Lachen und Nachdenken bringt. Nur mit Lust erreichen Sie Ihre Ziele wobei Schmerz für Abschreckung sorgt. Herr Gálvez sieht drei wichtige Punkte im Bedürfnis der Kunden. Punkt 1 ist Sicherheit, Punkt 2 der Selbstwert und Punkt 3 das Bedürfnis an Bindung.

blog guido peternell: Gerade als Fahrlehrer sind Sie Darsteller im ScheinwerferlichtGerade als Fahrlehrer sind Sie Darsteller im Scheinwerferlicht. Ihre Performance wird nicht nur wahrgenommen, sondern auch bewertet. Die Grundbotschaft dazu lautet, dass es unabdingbar ist, ständig an seiner eigenen Persönlichkeit zu arbeiten und sich darin weiter zu entwickeln. Deshalb sitzen Sie ja auch hier am Fahrlehrerkongress und hören Cristián Gálvez zu. Das ist auch der Punkt, den ich immer wieder empfehle. Nicht umsonst lautet dazu ein vielzitierter Spruch von mir: „Fachidiot schlägt Kunden tot!“ Nicht selten lernte ich in diversen Fahrschulen kompetente Fachmänner in Gesetzen, Geboten, Verboten und dgl. kennen. In ihrer Persönlichkeit waren sie jedoch verkannte Genies, die sich hinter dem Lehrer-Job versteckten. Sie neigen viel zu oft dazu, sich besonders toll zu finden, ohne jedoch zu wissen, dass sie es gar nicht sind.

fahrlehrerkongress SchwarzerFleckCristián Gálvez meint, dass wir unser eigener schwarzer Fleck sind und nicht sehen können, was nur andere sehen. Nur die Zuschauer bestimmen, wie viele Aufführungen nach der Premiere folgen. Sie geben Ihnen stehend Applaus oder empfehlen sie einfach nicht weiter. Und wenn es ganz schlimm kommt, dann werden Sie in den sozialen Netzwerken verrissen. Und da brauchen Sie keine Angst davor haben, dass dies Ihr Mitbewerber tut. Das tun schon Ihre Kunden und Ex-Kunden allein. Es liegt also in Ihrer Hand, sich dementsprechend auf der Bühne Ihres Lebens zu präsentieren. Deshalb sind Sie auch hier auf den Fahrlehrerkongress gekommen.

Sie alle spielen in unterschiedlichsten Lebensbereichen verschiedene Rollen. Sie sind Eltern, Lebenspartner, Lehrer, Trainer, Führungskraft, Käufer oder Verkäufer und es steht immer in Ihrer Macht, wie Sie Ihre Darstellung gestalten. Wenn Sie fahrlehrerkongress grantigso am Markt auftreten, dann werden Sie immer mehr Ihren heiß geliebten Vierbeinern ähneln, jedoch Ihre Fahrschüler nicht begeistern. Dieses Auftreten ist weit entfernt von einer lebendigen Darstellung einer vertrauenserweckenden Person, die Fahrschüler bedient und trainiert. Schauen Sie täglich bevor Sie das Haus verlassen in den Spiegel und fragen Sie sich, ob es Ihnen so gelingt, aus den Menschen rund um Sie herum echte Anhänger und Fans zu machen. Vergessen Sie dabei nie: Sie sind was Sie zeigen!

Wie spielen Sie Ihre Rolle? Arbeiten Sie ständig an Ihrer Persönlichkeits-Entwicklung? Oder ist Ihnen die fachliche Aus- und Weiterbildung für Sie und Ihre Mitarbeiter wichtiger? Nicht vergessen: „Fachidiot schlägt Kunden tot!“

Wir Menschen haben eine eingeschränkte Wahrnehmung und können nur einen ganz geringen Teil der auf uns einprasselnden Informationen verarbeiten. Alle anderen werden gestrichen, verzerrt oder so zurechtgebogen, wie es uns gerade gefällt. Diverse Untersuchungen gehen von nur 0,00004 Prozent verwerteter Sinnesdaten aus. Und genau diese 0,00004 Prozent Ihrer Interessenten und Kunden müssen Sie mit Ihrer Erscheinung treffen, ohne in der Masse unter zu gehen. Nur wenn Sie mit den psychologischen Filtern Ihrer Zuschauer spielen, werden Sie zur wirkungsvollen Persönlichkeit auf Ihrer Bühne Ihres Lebens und Ihres Geschäftes. Keine Zahlen, Daten oder Fakten erzeugen Emotion, sondern Bilder. Und das ist auch Ihr Spiegelbild.

fahrlehrerkongress ÄhnlichkeitenWas glauben Sie, wer wird von den 4 Burschen der erfolgreichste? Ja, Sie haben richtig getippt. Es ist der junge, lächelnde Mann im Hintergrund ohne Brille. Die anderen drei verfallen in Selbstmitleid, kopieren sich gegenseitig und werden damit nur durchschnittlich. Und Durchschnitt gibt es bereits zu viel auf der Bühne des Lebens und des Business. Kommt Ihnen das nicht bekannt vor? Und es sind immer die anderen, nie wir selbst. Ich glaube nicht, wenn Schüler aus einer Fahrschule mit solchen Mitarbeitern kommen, dass deren Augen vor Begeisterung leuchten. Wie ist das in Ihrer Fahrschule?

fahrlehrerkongress ObamaDabei brauchen Sie nur mit offenen Augen durch die Welt gehen und sich bei allen guten Dingen fragen: „Wie kann ich das in meinem Unternehmen umsetzen?“ Barack Obama hat seine zwei Wahlen deshalb gewonnen, weil er anders Wahlgekämpft hat als alle anderen vor ihm. Jeder offline Applestore hat Marmorboden aus Italien. Victoria Beckham sagte: „Ich möchte so berühmt werden wie das Waschmittel Persil!“ „Ich will nicht das Produkt meiner Umwelt sein. Ich will, dass meine Umwelt ein Produkt von mir ist.“ Mit diesen Worten leitet Francis „Frank“ Costello (Jack Nicholson) die Handlung des Filmes The Departed, einem Thriller um die irische Mafia, ein. Werden Sie zur persönlichen Hauptfigur. Damit heben Sie sich automatisch von den in Ihrem Schatten stehenden Nebenfiguren ab. Machen Sie sich Gedanken darüber, was Ihre Fahrschüler und Ihre Fahrlehrer wollen und wie Sie eine Emotionsfabrik in Ihrem Unternehmen implementieren.

blog_Feuerwerk02-3Herr Gálvez brillierte mit einem Feuerwerk von Ideen und Empfehlungen, die ich hier ein wenig zusammenfasse. Streichen Sie ICH aus Ihrem Wortschatz und ersetzen Sie dieses durch das Wort WIR. Senden Sie Ihren Kunden nach der erfolgreichen Führerscheinprüfung eine E-Mail mit folgendem Wortlaut: „Herzlichen Glückwunsch, wir haben es geschafft!“ Ja WIR. Es hat ja nicht nur Ihr Fahrschüler geschafft, sondern auch Sie und Ihre Fahrschule. Sie haben zur erfolgreichen Führerscheinprüfung doch einen erheblichen Anteil geleistet. Richten Sie sich eine Ex-Fahrschülerwand ein, auf der sich alte und neue Fahrschüler widerfinden. Glaube versetzt Berge: „Wenn ich daran glaube, dann schaffe ich es!“ „Wir haben keine Chance, aber die nutzen wir!“

Die einen Fahrlehrer erhellen ihr Fahrzeug, wenn sie einsteigen, die anderen wenn sie aussteigen. Zu welcher Gruppe gehören Sie? Haben Sie die Mission, Ihre Fahrschüler glücklich zu machen und zu begeistern, dass sie gar nicht umhin können, als diese Begeisterung hinaus in Ihren Markt zu tragen? Oder haben Sie eine andere Mission? Welche?

Fahrlehrerkongress KraftInnere Stärke und Willenskraft machen erst den Helden. Und menschlich wird der Held durch seine kleinen Schwächen. Schwächen machen stark. Selbstherrlichkeit macht alles kaputt. Wie oft bricht der Lehrmeister bei Ihnen durch? Viele Fahrlehrer arbeiten heute noch mit der „ja, aber“-Methode. Diese längst überholte Methode signalisiert erst einmal mit dem „JA“ Zustimmung, bevor mit dem „ABER“ der Paukenschlag kommt. Versuchen Sie es doch mal mit „JA UND“. Kennen Sie Aussprüche wie: „Das kann nicht sein, dass du das nicht verstehst!“ Probieren Sie es einmal mit: „Ja, und du kannst mir das nicht erklären?“

Und zum Abschluss des Vortrages stellte Cristián Gálvez die Kongressteilnehmer noch einmal auf eine harte Probe indem er sagte: „Sie waren mit Abstand, mit Abstand das schlechteste Publikum das ich in meinem Leben hatte!“ Zuerst Schweigen und dann Applaus. Cristián Gálvez hat seine Wirkung erzielt.

PS: Mein nächstes reflektiertes Fahrlehrerkongress-Thema lautet „Verkehrssicherheit+ – Wie Sie erfahrene Kraftfahrer begeistern“. Ich freue mich hier unten auf Ihre zahlreichen Kommentare.

– Autor: Guido Peternell

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