Modelling of Excellence

Unser heutiges Thema lautet Modelling of Excellence und bedeutet das Modellieren von exzellentem. In der heutigen Zeit ist es nicht mehr notwendig, etwas Neues zu erfinden. Es gibt schon so vieles auf der Welt, das man sich nur abschauen, anpassen und verbessern braucht.

ModellingDazu kann man über den Branchen-Tellerrand hinausschauen oder in der eigenen Branche bleiben. Es gibt immer wieder Fahrschulen, die einfach erfolgreicher als der Durchschnitt sind und bei denen man das Modelling of Excellent anwenden kann. Finden Sie heraus, was erfolgreiche Fahrschulen wie und vor allem anders als Sie machen.

Was ist nun Modelling of Excellence und wie funktioniert das?

Modelling 02Denken Sie an Ihre Kinder. Die praktizieren gerade in den ersten zwei bis drei Lebensjahren perfekt das Modelling of Excellence. Sie lernen zuerst stehen, dann gehen, dann laufen, dann Radfahren und gleichzeitig auch Sprechen rein durch Modelling of Excellence. Oder haben Sie schon einmal ein Kind gesehen, das Sprechen durch das Lesen eines Buches gelernt hat. Nein, es hat einfach das nachgemacht, was es bei anderen Kindern oder Erwachsenen gesehen hat.

blog_Fahrschule01-2Das Ziel von Modelling of Excellence ist, erfolgreiches Verhalten oder erfolgreiche Praktiken zu erkennen und nachzuahmen. Ja natürlich sind immer wieder die Besonderheiten der Individualität zu berücksichtigen. Das ist auch ein bisschen die Kunst dabei. Sonst würde man auch nicht sagen: „Kopieren ist nicht kapieren!“ Doch aufgepasst, gerade wenn man in derselben Branche und sogar im selben Einzugsgebiet ist, ist ein Nachahmen fast ein Stillstand. Man bleibt dann immer eine Kopie, kann maximal einen Rückstand aufholen jedoch keinen Vorsprung erreichen.

Die Japaner waren immer schon Meister im Kopieren.

Modelling 03-3Sie waren jedoch auch schlau genug, das kopierte immer weiter zu verbessern und auf ihre Kunden zu hören. Daraus entwickelte sich ein Qualitätsmanagement, das Schritt für Schritt zur Excellence führte. In der Managementsprache nennt man diesen Prozess Kaizen. Jetzt werden Sie sich die Frage stellen, ob und wie man solch einen Prozess auch im Fahrschulunternehmen übernehmen kann. Ich sage JA und viele meiner Kunden nutzen zu diesem Prozess schon jahrelang den KundenMONITOR. Dieser ermöglicht Ihnen, das Ohr am Fahrschüler zu haben, qualitativ immer besser zu werden und somit in den Excellence-Bereich aufzusteigen.

benchmarkDies ist ein längerer Prozess, der durch das Denken und Handeln der Menschen, die in der Fahrschule tätig sind, ermöglicht werden kann. Das Schöne daran ist, dass Sie keinen Auditor benötigen, der zu Ihnen in die Fahrschule kommt und Sie bewertet. Diesen Auditor haben Sie bereits in Ihrer Fahrschule. Es ist Ihr Fahrschüler, der nach seiner Führerscheinausbildung Sie und Ihre Dienstleistung Führerscheinausbildung anonym bewertet. Neutral und von zu Hause aus. Er bewertet, wie er seine Führerscheinausbildung in Ihrer Fahrschule empfunden hat und wie wichtig ihm diverse Bereiche waren, die abgefragt wurden.

PositionierungAus der bewerteten Qualität Ihrer Führerscheinausbildung und der Wichtigkeit für den Fahrschüler wird pro Fahrschule ein Stärken-/Schwächen-Portfolio berechnet, dass Ihnen sofort zeigt, wo Ihre Stärken und Ihre Schwächen liegen. Sie können also sofort dort ansetzen, wo Ihr Fahrschüler Verbesserungspotenzial aufzeigt und was für ihn wichtig ist. Das hat den Vorteil, dass Sie die Bereiche, die für Ihren Fahrschüler nicht so wichtig sind, vernachlässigen können. Sie können sich also konkret auf die Bereiche konzentrieren, die wichtig sind und in denen Sie Verbesserungspotenzial haben.

So, nun schauen wir uns einmal die Erfolgsgeheimnisse von Apple, dem wertvollsten Unternehmen der Welt an.

  1. Mobilität: Im mobilen Bereich ist Apple die Nummer 1. Mit iPhone und iPad hat es Apple geschafft, eine Fangemeinde zu erfinden, die bereit ist, für Apps und Co auch noch Geld auszugeben. Dadurch verdienen Entwickler und sind deshalb auch bereit, immer wieder neue Apps zu programmieren. Fangemeinde bedeutet, ob man die Apps braucht oder nicht, man muss sie als Apple-Fan einfach haben.
  2. Flexibilität: Apples Zulieferer sind trotz schlechter Arbeitsbedingungen außerordentlich preiswert und flexibel. Dadurch kann Apple im geheimen entwickeln und dann schnellstmöglich auf allen Teilen der Welt seine Geräte ausliefern. Laut Apple gibt es in Amerika oder Europa keine Fabrik, die das so schnell hinbekommt.
  3. Der Ertrag: Apple erwirtschaftet im Verkauf von Soft- und Hardware enorme Erträge. Pro verkauftes Gerät sind 30-40% Marge keine Seltenheit bei Apple.
  4. Wesentliches: Apple verzichtet auf viel Schnick und Schnack. Das iPhone gibt es nur mit unterschiedlicher Speicherausstattung und jetzt erstmals ein gering billigeres Gerät in verschiedene Farben. Damit will man besonders die Damenwelt zum Kauf motivieren. Apple lässt überflüssiges bei Hard- und Software weg. Das macht die Produkte elegant und benutzerfreundlich.
  5. Kontrolle: Vom Kauf weg ist ein Apple-User in der Hand von Apple, der ihn nicht mehr los lässt. Apple stellt von der Hardware, der System-Software und dem Support alles selbst zur Verfügung. In eigenen Apple-Stores kann der Apple-Kunde bereits beim Kauf emotional angesprochen werden. Ein Apple-Store strotzt vor Perfektion. Viel Raum, schöne Formen und ansprechend präsentierte Produkte sorgen laut Studie für den größten Umsatz pro Quadratmeter aller Einzelhandelsgeschäfte in den USA.
  6. Prozessoptimierung: Entwicklung, Logistik und Produktion laufen rund und sorgen dadurch für hohe Margen.
  7. Geldreserven: Durch erfolgreiches Wirtschaften wurde Apple vom Pleiteanwärter zum wertvollsten Unternehmen der Welt und zahlt somit keine Zinsen für Schulden.
  8. Evolution statt Revolutionen: Nach Produkteinführung wird nicht sofort ein neues Produkt nachgeschossen, sondern in zeitlich variierenden Zyklen verbessert. Bestehende Produkte werden durch schickes Apple-Design und gutes Marketing an die Fangemeinde gebracht.
  9. Konsumentenfreundlich: Apple denkt bei Bedienung und Handhabung immer an die Einfachheit der Bedienung. Somit werden immer die Interessen und Wünsche des normalen Nutzers in den Vordergrund gestellt. Apple baut keine Businessgeräte, sondern erreicht mit seiner Philosophie sogar, dass Mitarbeiter ihre Apple Geräte mit ins Business bringen und somit überall verwenden. Sie kennen sich ja damit aus und schätzen ihre einfache und intuitive Bedienung.

Auch wenn im Smartphone-Markt Android bereits 80% Marktanteil besitzt und Apple nicht wie unter Steve Jobs gewohnt, schon länger kein einzigartiges Produkt heraus brachte, hat Apple mit dem iPhone noch immer 70 Millionen treue Fans, mit denen 25,6% Nettogewinn erwirtschaftet werden.

Können wir als Fahrschule etwas von den Apple-Erfolgskriterien modellieren?

Zu Punkt 1: Fahrschulen sind die Mobilmacher. Auch sie können in ihrem Einzugsgebiet die Nummer 1 werden. Wer sagt denn, dass sich eine Fahrschule nicht eine Fangemeinde aufbauen kann, mit der sie immer und ewig in Kontakt bleibt?

Zu Punkt 2: Flexibilität gehört zum USP einer Fahrschule. Flexibel in der Fahrstundeneinteilung, flexibel in der Örtlichkeit, flexibel in der Lernstrategie, flexibel bei den Prüfungsterminen…)

Zu Punkt 3: Die Apple Marge wird für Fahrschulen kaum erreichbar sein. Eine bessere Marge als bisher jedoch bei 99% alle Fahrschulen. Ich muss nur einmal meine Kosten und meinen Umsatz überprüfen und optimieren.

Zu Punkt 4: Überprüfen Sie Ihre Führerscheinausbildung einmal auf Einfachheit. Vieles ist zu kompliziert und dadurch zu unübersichtlich. Reduzieren Sie die Ausbildung auf das Wesentliche.

Zu Punkt 5: Der Punkt ist in der Fahrschulbranche super umzusetzen. Lassen Sie Ihre Kunden nicht mehr aus und auch nicht mehr aus den Augen. Überraschen Sie sie immer wieder aufs Neue. Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Von der persönlichen Begrüßungskarte über individuelle Glückwunschpost bis hin zu Eventeinladungen steht hierfür eine breite Palette offen.

Zu Punkt 6: Überprüfen Sie in Ihrer Fahrschule die Prozesse der gesamten Führerscheinausbildung. Da gibt es sicher manche Leerläufe oder Doppelgleisigkeit. Lasten Sie Ihre Fahrzeuge aus. Forcieren Sie Ihre Klassen, die weniger oder zu wenig ausgelastet sind.

Zu Punkt 7: Reich wird man nur von dem Geld, das man nicht ausgibt. Halten Sie Ihre Kosten in Zaum und erhöhen Sie Ihre Umsätze. Auch bei gleichbleibender Fahrschüleranzahl.

Zu Punkt 8: Verbessern Sie ständig Ihre Dienstleistung. Werden Sie für Ihre Fahrschüler zum Meister der vielen Aha-Erlebnisse. Verpacken Sie Ihre Dienstleistung professionell und verkaufen Sie sie dementsprechend.

Zu Punkt 9: Arbeit (A) kommt im Alphabet auch vor Erfolg (E). Machen Sie die Führerscheinausbildung für Ihre Fahrschüler immer einfacher und leichter verständlich. Stellen Sie die Kunden-Bedürfnisse in den Vordergrund, noch vor die Bedürfnisse der Fahrschule. Die Ausbildung soll einfach und für jeden Lerntypen leicht verständlich sein.

So machen auch Sie Ihre Fahrschüler zu Fans, die nicht darauf vergessen, Sie und Ihre Fahrschule weiter zu empfehlen.

PS: Ich freu mich schon auf Ihr Feedback. 🙂

– Autor: Guido Peternell

2 Gedanken zu „Modelling of Excellence

  1. Dietbert Walter

    Hallo Guido,
    das Thema durch eine interessante Überschrift eingeleitet – Kompliment.
    Als Fahrschule setzen wir seit Jahren schon auf Apple – Fahrschüler fragten uns schon ob wir für das Sponsering von Apple Geld bekämen.
    Wir haben von Apple viel gelernt.
    1. Mobilität. Uns ist es gelungen als Kleinstbetrieb über 800 Fans auf Facebook zu haben.
    4. Wesentliches. Apple verzichtet auf Schnick und Schnack. Wir bilden nur noch Klasse BF, B und BE aus. Alles andere, was vom Fahrzeugpark und Theorieunterrichtsangebot sehr umfangreich ist, machen unsere Kollegen. Vor 15 Jahren waren wir mit 6 Fahrlehrern und 3 Betrieben und Ausbildung aller Klassen Marktführer.
    9. Konsumentenfreundlich. Wir führen alle Anmeldegespräche persönlich zu dem Zeitpunkt, den der Kunde wünscht, auch bei ihm zu Hause. Wir haben ein übersichtliches Ausbildungsangebot mit mehreren übersichtlichen Preismodellen. Wir bilden Theorie nur in Intensivkursen aus. Jeder Fahrschüler bekommt ein iPad als Leihgerät mit einem von uns erstellten Lernprogramm. Wir fahren nur Fahrzeuge, die unseren Kunden schmecken: Neuer Audi A3 TDI S-Line und Mini Countryman Cooper.

    Fazit: Warum gibt es von Apple keinen TV, warum kein intelligentes Elektroauto? Weil es sich für das Unternehmen nicht rechnet.

    Zu Fahrschulen: Warum gibt es keine Fahrschulen, die ausschließlich Motorradausbildung betreiben … von März bis November … und dann 3 Monate Betriebsferien machen. Das ist doch eine Marktlücke – oder?
    Lg Dietbert

    Antworten
    1. guido.peternell Beitragsautor

      Servus Dietbert,

      ich bin kein Apple-Fan und trotzdem pflege ich Respekt und Anerkennung dem angebissenen Apfel gegenüber. Vom fast Pleite-Unternehmen zum wertvollsten Unternehmen der Welt ist schon ein anerkennenswerter Aufstieg, der im großen Ausmaß dem leider schon verstorbenen Steve Jobs zuzuschreiben ist. Also über den Tellerrand hinaus schauen und Modelling of Excellence betreiben. Das sollten sich auch Fahrschulen auf ihre Fahnen schreiben.

      Ja ich weiß, dass ihr auf Apple setzt und Gratulation zu euren über 800 Fans auf Facebook. Es freut mich, dass du viele Parallelen aus meinem Beitrag und deiner Fahrschule findest. Es gehört viel Mut dazu, sich auf das Wesentliche (Pareto) zu konzentrieren und dadurch Marktanteil abzugeben. Wenn ich mir deine Lebenseinstellung ansehe, war für dich uns Liane der Schritt richtig. Eure Konsumentenfreundlichkeit ist mir bekannt und nachahmenswert.

      Ob es auch in Zukunft von Apple kein TV und kein intelligentes Elektroauto geben wird, steht noch in den Sternen.

      Ob es keine „Nur-Klasse-A-Fahrschulen“ gibt, weiß ich nicht. Ich jedenfalls kenne keine. Vielleicht doch eine Marktlücke!

      Danke für dein Feedback und weiterhin viel Erfolg
      Guido 🙂

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.