Mitarbeiterauslese ist harte Arbeit!

Wie bereits im vorigen Beitrag beschrieben wirft die Mitarbeiterauslese viele Fragen auf. Ich habe versprochen, diese hier im heutigen Beitrag ausführlich zu beantworten. Um professionell die richtigen Mitarbeiter auszuwählen gibt es die verschiedensten Maßnahmen. Wichtig dabei ist auch zu erkennen, ob der neue Mitarbeiter neben der Fachkompetenz auch menschlich einen Draht zu Kunden und Mitarbeitern haben könnte.

Mitarbeiterauslese ist harte Arbeit!

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Kaum jemand in der Branche gibt der Mitarbeiterauslese die Bedeutung, die sie haben müsste. Oft werden neue Mitarbeiter in ein paar Minuten oder zwischen Tür und Angel ausgesucht. Der heutige Beitrag hat das Ziel, dass du nicht nur über die Mitarbeitersuche, sondern auch über die gezielte Mitarbeiterauslese nachdenkst. Der Schwerpunkt darin ist das Bewerbungsgespräch. In diesem steckt der Grundstein zur allgemeinen Zufriedenheit der Zusammenarbeit.

Dein Ziel

Bevor du mit dem Thema beginnst, solltest du darüber nachdenken, welches Ziel du mit deiner Mitarbeiterauslese verfolgst. Nimm dir einen Block und bringe darauf einige deiner Gedanken darüber zu Papier:

Mitarbeiterauslese - Zielformulierung

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Wenn du die in diesem Beitrag aufgezeigten Möglichkeiten zur Mitarbeiterauslese konsequent verfolgst, dann kannst du die Eignung des Bewerbers möglichst vorurteilsfrei prüfen. Die angesprochenen Möglichkeiten sind:

  • Mitarbeiterauslese richtig planen und vorbereiten,
  • ein gutes Gefühl beim Bewerbungsgespräch haben und hinterlassen,
  • das Bewerbungsgespräch so führen, dass du vom Bewerber maximal viele Informationen bekommst,
  • dem Bewerber die für den Arbeitsplatz wichtigen Informationen geben.

Selbstverständlich kannst du nicht in den Bewerber hineinsehen und weiters erfordert es ein wenig Glück, den richtigen Mitarbeiter zu finden. Es gibt jedoch auch für die Mitarbeiterauslese das Grundgesetz der Resonanz nach dem du genau den Mitarbeiter findest, den du verdienst oder der zu dir passt. Deshalb solltest du auch dein Glück ein wenig planen.

Der Erfolg eines Bewerbungsgespräches

Dieser hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wenn du die Stellenerfordernisse vorher gründlich durchleuchtest und die Qualifikationen des Bewerbers damit vergleichst, hast du bereits sehr gut mit der Mitarbeiterauslese begonnen. Wenn du dann einen Plan entwickelst, der die Informationen enthält, die für die Entscheidungsfindung relevant sind, musst du beim Bewerbungsgespräch nur mehr zuhören und den Bewerber durch geschickte Fragestellung zum freien Sprechen bewegen.

Das Bewerbungsgespräch

Dieses solltest du partnerschaftlich führen. Dabei tauschen die Gesprächspartner sachdienliche Informationen aus. Es findet jedoch erst dann statt, wenn du genau weißt, welche Verantwortlichkeiten der zu vergebende Arbeitsplatz und die dafür in Frage kommende Person haben.

Bewerbungsgespräche zur Mitarbeiterauslese führst du nicht täglich und deshalb hast du auch wenig Praxis dabei. Um festzustellen, wo du stehst, solltest du dich nicht über den Selbsttest drüberschwindeln. Stelle damit deine Stärken und Schwächen fest. Kreuze die Prozentzahl an, die deiner Meinung nach am besten zu dir passt. Je höher die Prozentzahl ist, desto stärker kannst du dich mit der Aussage identifizieren. Den Selbsttest kannst du hier kostenlos runterladen oder auf das unter Bild klicken.

Mitarbeiterauslese - Selbsttest

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Die Arbeitsplatzanforderung

Dies ist der Punkt, der bei der Mitarbeiterauslese meistens übersehen wird, da oft nur nach einer Person gesucht wird, die dem Vorgänger am ähnlichsten ist. Die sorgfältige Überprüfung des Arbeitsplatzes trägt dazu bei, darüber nachzudenken, dass zum Beispiel der Fahrlehrer heute nicht nur mehr ein Wissensvermittler diverser Fahrgrundbegriffe ist, sondern auch ein Verkäufer, Animateur, Pädagoge und dgl. sein muss.

Es hat sich in den vergangenen Jahren das Berufsbild der in den Fahrschulen arbeitenden Menschen total verändert. Jetzt kommt es darauf an, auf der alten Welle weiter zu schwimmen oder von vornherein neue Wege zu gehen. Indem du diesen Beitrag liest, gehst du bereits neue Wege. Deshalb ist es auch an der Zeit, die Anforderungen der Arbeitsplätze den neuen Gegebenheiten der Dienstleistungsbranche anzupassen.

Wer hält dich davon ab, für deine Mitarebeiterauslese eine Stellenbeschreibung zu erstellen? Dabei solltest du dich an die folgenden 5 Kategorien halten:

Das Ziel des Arbeitsplatzes

  • Wie muss die gewünschte Dienstleistung aussehen?
  • Welche Auswirkungen hätte eine schlechte Besetzung dieser Position?

Die Aufgaben des neuen Mitarbeiters

  • Was sind die wichtigsten Aufgaben?
  • Was sind die zweitwichtigsten Aufgaben?
  • Wie oft sind diese Aufgaben zu erfüllen?
  • Welche Entscheidungen liegen im Verantwortungsbereich des neuen Mitarbeiters?

Die Arbeitsplatzkriterien

  • Wem gegenüber ist der Mitarbeiter verantwortlich?
  • Wie sieht der Arbeitsort, -platz aus?
  • Wie sieht die Arbeitszeit aus?
  • Wie sieht es mit der Weiterbildung aus?
  • Wie sieht es mit der internen Kommunikation aus?

Die verlangten Fähigkeiten

  • Welche Fähigkeiten im Umgang mit Menschen sind erforderlich?
  • Wie genau muss gearbeitet werden?
  • Welches Denken ist erforderlich? (logisches oder argumentatives)
  • Welche speziellen Fähigkeiten sind Pflicht?
  • Welches Erscheinungsbild ist notwendig?
  • Welche persönliche Einstellung ist wichtig?

Die speziellen Eigenschaften

  • Wie wichtig ist Geduld?
  • Wie wichtig ist Ausdauer?
  • Welche Einsatzbereitschaft ist notwendig?
  • Spielt Körpergröße eine Rolle? (Klasse-A-Fahrlehrer)

Es gibt die Möglichkeit, als neuen Mitarbeiter einen Branchenkenner zu nehmen oder einen Neueinsteiger selbst aufzubauen. Beides hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil des Branchenkenners ist, dass du von Beginn an höhere Anforderungen stellen kannst. Der Nachteil ist, dass er nicht deine Arbeitsmethode gewohnt ist und sich oft schwer darauf umstellen kann oder will. Es empfiehlt sich deshalb, neue, unverbrauchte, zielgruppenorientierte Neueinsteiger selbst aufzubauen. Du musst nur rechtzeitig damit beginnen.

Nach der Feststellung der Arbeitsplatzanforderung muss die Mindestqualifikation bestimmt werden. Bei Neueinsteiger darf unter Berücksichtigung des Entwicklungspotentials die Latte nicht zu hochgelegt werden.

Unterteile die Arbeitsplatzbeschreibung in folgende Rubriken:

  • Wesentliche Aufgaben
  • Hauptaufgaben mit damit verbundenen Pflichten
  • Erforderliche Fertigkeiten und Kenntnisse
  • Vorausgesetzte Fertigkeiten und Kenntnisse
  • Erwartete Resultate
  • Physische Voraussetzungen
  • Erforderliche Charaktereigenschaften

Nach Festlegung der Arbeitsplatzanforderungen hast du in der Mitarbeiterauslese schon vieles richtig gemacht. Nun erstellst du für jeden Bewerber eine eigene Gesprächsstrategie. Mehr darüber im nächsten Beitrag zum Thema „Bewerbungsgespräch professionell führen“.

Für deinen Erfolg!

Dein freut sich auf weitere positive Feedbacks

Guido 🙂

PS: Auswertung Selbsttest:

  • Hast du zwischen 1.120 und 1.400 Prozent erreicht, dann bist du bereits ein erfolgreicher Bewerbungsgesprächsleiter.
  • Wenn du 840 bis 1.100 Prozent erreicht hast, dann hast du in gewissen Bereichen Verbesserungspotenzial.
  • Wenn du unter 840 Prozent geblieben bist, besteht der dringende Bedarf an Verbesserung.
  • In allen Fällen solltest du dich auf die Bereiche konzentrieren, die du mit 60% oder weniger bewertet hast.

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