Mit Wissensvorsprung offensiv in den Fahrschul-Markt

Ich habe im vorhergehenden Artikel geschrieben, dass für viele Fahrschulbetreiber die derzeitige Situation in der Fahrschul-Branche alles andere als rosig zu sein scheint. Trotzdem nützt es nichts, in der oft trist scheinenden Situation zu verharren. Dies freut nur die Mitbewerber und verhilft ihnen zu Oberwasser. Ein schlauer Mann sagte einmal:

blog_Umfallen01-3„Du musst immer einmal öfter aufstehen als du umgefallen bist!“ Also: umfallen, aufstehen, weitergehen lautet die Devise! Mein Mittel gegen trist erscheinende Situationen ist Offensive. Doch wie soll ich in die Offensive gehen, ohne einen adäquaten Wissensvorsprung zu haben?

Ich kenne die Fahrschul-Szene jetzt bereits seit 1979. Ich kannte sie noch mit der in Österreich gesetzlich geregelten Bedarfsprüfung. Ja, das waren die goldenen Zeiten der Branche. Doch diese Bedarfsregelung fiel Mitte der 80er Jahre. Damit waren alt eingesessene Fahrschulen plötzlich mit so manche(n) neuen Wettbewerber konfrontiert.

blog_Veränderung01-3Seitdem hat sich in der Branche viel verändert. Viele gesetzliche Veränderungen sorgten bei vielen gestandenen Fahrschulbetreiber(innen) für eine Menge Stress. Dazu kam, dass die Behörden immer mehr Arbeit auf die Fahrschulen abwälzte, ohne ihnen dafür eine adäquate Entschädigung zuzubilligen. Was jedoch blieb oder sogar erhöht wurde, sind die Gebühren für die Behörden. Und da gibt es noch die Politik, die zwar immer von Verkehrssicherheit spricht, auf der anderen Seite jedoch behauptet, dass der Preis für die Führerscheinausbildung zu hoch sei. Ein Führerschein ein Leben lang für ungefähr 1.000,00 Euro zu teuer?

blog_GuidoPeternell01-2Ja, Sie sehen, ich kenne die Branche. Und durch meine Tätigkeit als branchenspezialisierter Unternehmensberater komme ich viel in den verschiedensten Fahrschulen herum. Dabei fällt mir immer wieder auf, dass wenn Weiterbildung, dann fast nur fachliche Weiterbildung forciert wird. Jedoch wird die Weiterbildung für die Arbeit am Kunden in vielen Fahrschulen vernachlässigt. Wenn das bei Ihnen auch so ist sollten Sie jetzt in sich gehen und intensiv darüber nachdenken. Sie verdienen doch mit den Menschen Geld. Warum höre ich dann oft folgende Antworten:

  • habe keine Zeit
  • kann ich mir nicht leisten
  • habe zu wenig Mitarbeiter, um auf ein Seminar zu gehen
  • wer soll dann für mich die Arbeit machen…

blog_Können01-3Gut, das sind Argumente und jeder der diese Argumente ausspricht, hat von seinem Standpunkt und seiner Denkweise aus Recht. Könnte es jedoch nicht auch eine Denkweise ans Licht bringen, die den Eindruck erweckt: „Einmal gelernt, immer gekonnt“ oder „einmal Schule oder Seminar besucht reicht für ewig“. Solch eine Denkweise ist jedoch gefährlich. Sehen Sie sich die sozialen Netzwerke an. Egal ob Sie in Facebook, Twitter oder YouTube sind, über Sie und Ihr Unternehmen wird gesprochen, diskutiert, bewertet, geschimpft oder gelobt. Ob Sie dabei sind oder nicht. Darauf nimmt Ihre Zielgruppe keine Rücksicht.

blog_Kluft01-3Dies bedeutet heute, dass die Kluft zwischen Ihnen und Ihren Mitbewerbern sich schneller verändern kann als Ihnen lieb ist. Und das alles nur, wenn Sie nicht ständig in Ihre Weiterentwicklung investieren. Dabei haben Sie heute eine noch nie da gewesene Auswahl an diversen Weiterbildungen. Wenn Sie jedoch Weiterbildungsinstitute wählen, die Ihr Mitbewerber nicht hat, dann haben Sie einen echten Wissensvorsprung gegenüber diesen und können somit erfolgreicher als er/sie sein.

blog_Zeichen der Zeit01-3Viele Fahrschulbetreiber(innen) erkennen die Zeichen der Zeit noch immer nicht. Der Weiterbildungsbedarf in vielen Fahrschulen, wie diese aus ihrer FahrSCHULE ein professionelles Dienstleistungsunternehmen machen ist riesengroß. Er erstreckt sich vom Managementwissen bis hin zum Verkaufs- und Telefon-verhalten, das Sie und Ihre Mitarbeiter sich erst aneignen müssen, da Sie nicht als Telefonmarketing-Profi zur Welt gekommen sind.

Sie müssen heute als Unternehmer(in) in der Lage sein, in Zeiten eines ständig schrumpfenden Marktes (durch geburtenschwache Jahrgänge und steigende Mitbewerber) Ihre Fahrschule so zu führen, dass sie wächst. Dieses Wachsen kann sich in der Kundenzahl (Verdrängungswettbewerb) aber auch beim Unternehmer- und Mitarbeiter-Know-how niederschlagen.

Sie müssen auch wieder daran denken, dass die Fahrschule nicht nur die Aufgabe hat, den Jugendlichen zum Führerschein zu verhelfen, sondern sehr wohl auch einen Auftrag des Gesetzgebers und der Eltern hat, ihre Sprösslinge zu sicheren Verkehrsteilnehmern auszubilden. Ich hoffe, Sie machen sich auch darüber intensive Gedanken.

blog_Turbulenzen01-3Die schnelllebige Zeit mit den brisanten Entwicklungen sorgt auch in der Fahrschul-Branche immer wieder für Turbulenzen. Angesichts des kleiner werdenden Kuchens sind Sie gefordert, immer wieder neue Wege zu gehen. Grundlegend neu ist daran gar nichts, doch die Art und Weise in der Sie die Dinge betrachten, reorganisieren und benutzen sollten, lässt alles in gewissem Maße neu erscheinen.

Die Fahrschul-Branche wird von einer zuvor nicht gekannten Dynamik geprägt und von unterschiedlichsten Strömungen beeinflusst. Da diese so gravierend sind komme ich nicht umhin, deren vier wichtigsten Hauptfaktoren nochmals zu erläutern:

1. Die Konkurrenz

  • Die Mitbewerber werden immer besser. Sie sind wesentlich gerissener als früher. Publikationen und Weiterbildungsmaßnahmen tragen dazu das Ihrige bei. Die Branche wächst wettbewerbsmäßig heran und wird darin immer reifer. Viele Mitbewerber haben aus früheren Fehlern gelernt und ziehen heute in vielen Bereichen professionelle Berater heran. Der Wettbewerb ist härter als je zuvor. Die Tage des schnellen Erfolgs aufgrund fehlender oder schwacher Konkurrenz sind vorbei.

2. Die Kunden

  • Ihre Fahrschüler sind heutzutage viel besser informiert und auf vielen Gebieten sehr belesen. Manche kennen sich sogar besser aus als der eine oder andere Fahrlehrer, was eine ganz neue Herausforderung bedeutet. Diverse Medien und da allen voran Social Media haben das Verbraucherbewusstsein zusätzlich geschärft. Dort verrissene oder empfohlene Unternehmen beeinflussen potentielle Kunden auf unterschiedlichste Weise und machen sie anspruchsvoller und wählerischer, die heute einen echten Gegenwert für ihr Geld bekommen möchten.

3. Äußere Faktoren

  • Die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen machen viele Menschen misstrauisch. Auch die, denen es gut geht. Die größten Sorgen macht man sich um die Zukunft und darüber, dass die meisten Versprechungen von Werbung und Politik nicht eingehalten werden.
  • Vermeintlich hohe Führerscheinkosten veranlassen manche Interessenten dazu, den Weg zur vermeintlich billigsten Fahrschule zu beschreiten. Dies gibt diversen schwarzen Schafen der Branche die Möglichkeit, unqualifizierte Praktiken zu betreiben und somit negativ den Ruf der Branche zu beeinflussen.

4. Die Herausforderung

  • Sie können jedoch die vorher beschriebenen Herausforderungen in Chancen umzuwandeln, indem Sie Ihre derzeitige Situation näher untersuchen (Kundenfeedback) und die Erkenntnisse daraus für Ihre Fahrschule nutzen. Wie bei jeder neuen Herausforderung ist es an der Zeit, neue Lösungen und Geschäftspraktiken zu finden.
  • Dies bedeutet, dass Sie sich auf Ihre wichtigsten unternehmerischen Aufgaben konzentrieren sowie Ihren Fahrschülern Qualität und echten Gegenwert bieten müssen. Nur damit können Sie die Preisakzeptanz bei diesen erhöhen. Gefragt dabei sind professionelles Management und TOP-geschulte Mitarbeiter. Erfüllen Sie diese Voraussetzungen?

blog_Menschenmasse01-3Wenn Sie mit Ihrer Fahrschule aus der grauen und toten Masse der Durchschnittsfahrschulen heraustreten wollen, dann ist die obere Frage für Sie eine Grundsatzfrage. Ohne die Frage mit einem klaren JA zu beantworten oder etwas an der Situation zu ändern, bleiben Sie weiterhin unscheinbar in der Masse, können weiterjammern soviel Sie wollen und es wird sich trotzdem nichts ändern.

Es bleiben Ihnen nur die Möglichkeiten offen, so weiter zu arbeiten oder eine Veränderung herbeizuführen. Sie sind selbst für das verantwortlich, das Sie tun oder unterlassen. Deshalb gibt es auch in der Fahrschul-Branche Unternehmer und Unterlasser.

PS: Ich freue mich über jedes Feedback hier unten über die Kommentarfunktion.

– Autor: Guido Peternell

40 Gedanken zu „Mit Wissensvorsprung offensiv in den Fahrschul-Markt

  1. guido.peternell Beitragsautor

    @Hennes,
    danke für Ihr positives Kommentar. Freu‘ mich über Feedback und weitere Anregungen. lG Guido

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    1. guido.peternell Beitragsautor

      Das ist von der Betrachtungsweise abhängig. Ich selbst bin der Meinung, dass ich nie auslerne, und deshalb bin ich immer offen für Dinge, weiter dazulernen zu dürfen. Würde mich freuen, wenn Sie den Artikel oder meinem Blog weiter empfehlen würden. Danke

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    1. guido.peternell Beitragsautor

      Auf Dauer? Was ist heute auf Dauer? Nichts ist so fix wie die Veränderung. Nur wenn ich nichts tue, dann bleibt alles beim alten. Auch die Ergebnisse … 🙁

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    1. guido.peternell Beitragsautor

      Verallgemeinerbar ja oder nein: Sie brauchen heute nur mit offenen Augen durch die Welt gehen. Sie brauchen nichts neues zu erfinden, um erfolgreich zu sein. Es gibt in vielen Dienstleistungsbranchen viele tolle Ideen, die mit leichten Adaptionen in anderen Branchen umsetzbar sind. Und glauben Sie mir eins: Die größten Chencen, die Sie haben, ist auf Ihre Kunden zu hören. Bitten Sie diese um konstruktives Feedback. Wir tun es mit dem KundenMONITOR, einem Web-basierten KundenFeedbackSystem. Und seit wir dieses einsetzen, haben wir den Sprung von der Glaubensstufe auf die Wissensstufe gemacht. Und Wissen ist Macht – vor allem das Wissen, wie Sie bei Ihren Kunden ankommen und wie wichtig die einzelnen Bereiche für Ihre Kunden sind.
      Konzentrieren Sie sich also auf Ihre wichtigsten unternehmerischen Aufgaben und bieten Sie ihren Kunden Qualität und echten Gegenwert. Dadurch rückt der Preis immer mehr in den Hintergrund
      Ihr Guido Peternell

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    1. guido.peternell Beitragsautor

      Was soll nicht brauchbar sein? Dass Sie Ihren Kunden Qualität und echten Gegenwert für ihr Geld bieten? Viele kommen erst spät oder gar nicht drauf, dass nur die richtigen Mitarbeiter „die Besten“ sind und zum Erfolg führen. Und die besten Mitarbeiter kann der Wettbewerber nicht (so schnell) kopieren, wie beispielsweise eine gute Idee oder ein Marketingkonzept. Was ist also die Alternative? Ich würde mich freuen, wenn Sie mir die Frage beantworten.
      Dankend Ihr Guido Peternell

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  2. life by blackfoot

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