Machen Fahrschulen mit Durchfaller Zusatzgeschäfte? Teil 3

Natürlich gibt es auch Fahrschulen und Fahrlehrer, die sich mit Durchfaller ein Zubrot verdienen. Wie sollen Sie sonst bei den Preisen, zu denen sie ihre Dienstleistung anbieten, ihren Lebensunterhalt verdienen?

Durchfaller BlattOb das seriös und ihren Mitbewerbern gegenüber fair ist, steht auf einem anderen Blatt Papier. Fakt ist, dass es leider passiert. Nun stellen sich dabei natürlich vielen die Frage, warum das passiert. Unternehmer sind doch Menschen, die ein Unternehmen haben und dadurch auch wirtschaften können müssen. Oder?

Blog_Besserwisser01-3Ist das so? Ja, so sollte es sein. Nur gibt es viele Umstände und Individualisten, die wiederum genauso viele verschiedene Beweggründe mit ihrem unternehmerischen Wirken haben. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: „Billig muss nicht auch gleich schlecht bedeuten!“ Viele der Fahrlehrer sind Lehrer. Sie sind Personen, die anderen (ihren Schülern) etwas vermitteln und damit das Autofahren beibringen. Dies macht sie nicht selten auch zu Besserwisser und solche sind wie wir es wissen, beratungsresistent. Ich hoffe nicht, dass auch Sie zu dieser Sorte Fahrlehrer gehören.

blog guido peternell: Familienbetrieb oder gar EinmannfahrschuleZudem gibt es Fahrschulen, die als Familienbetrieb oder gar Einmannfahrschulen betrieben werden. Unter diesen Fahrschultypen gibt es dann Unternehmer und Familien, die sich damit NUR ihren Lebensunterhalt verdienen wollen und mit diesem zufrieden sind. Sie brauchen kein eigenes Haus, keine Eigentumswohnung, keine Urlaubsreisen und so weiter. Sie sind zufrieden mit einer Mietwohnung und dem Umstand, dass sie sich regelmäßig ein neues Auto leisten können, dass sie zu essen haben und einer geregelten Arbeit nachgehen können. Sie wollen NUR davon leben und damit keinen Vermögensaufbau betreiben.

Darunter gibt es sogar Fahrschulbetreiber, die nicht einmal darauf achten, für ihre Zukunft vorzusorgen. Sie leben mit dem verdienten vor sich hin und wenn etwas Unvorhergesehenes geschieht, dann fallen sie aus allen Wolken. Ich will hier gar nicht aufzeigen, was alles Unvorhergesehenes geschehen kann.

blog_Schadenfreude01-2Ein anderer Teil von Fahrschulbetreiber freut sich oft einfach nur darüber, den Mitbewerber(n) eine auszuwischen. Diesen ist es egal, wie viel sie verdienen, da sie vielleicht gut bemittelt sind oder von einer anderen Einnahmequelle leben. Hauptsache für die ist einfach nur, den Mitbewerber zu ärgern und dabei auch noch Freude zu verspüren. Für solche Vorgehensweise gibt es viele Gründe, die ich hier auch nicht aufzeigen möchte. Darüber wird in sozialen Netzwerken in diversen Fahrschulgruppen genügend geschrieben, gejammert, gesudert und geschimpft.

blog_IchBinDochNichtBloed01-3Nun gibt es noch den Teil der Fahrschulbetreiber, die es nicht anders können, als über den Preis ihre Kunden zu gewinnen. Diese Fahrschulbetreiber leben selbst auch nach dem in der Werbung penetranten Slogans wie: „Ich bin doch nicht blöd“, „Geiz ist geil“ oder „Ich hab ja nichts zu verschenken“. Solche Werbeslogans sind für die Bevölkerung konkrete Handlungsaufforderungen, mit denen immer mehr Menschen im deutschsprachigen Europa auf Schnäppchenjagd gehen. Sie entbehren jeder wirtschaftlichen Vernunft. Derzeit gibt es nur mehr die Auto- und Bekleidungsbranche, in der man (noch) auf Prestige achtet. Etikettenschwindel und Lebensmittelskandale füllen schon regelmäßig die Nachrichten.

blog_iphone01-2Auch die Fahrschulbranche bleibt von der Geiz ist geil Mentalität nicht verschont. Die Werbeindustrie züchtet die Verbraucher zynisch mit den Reflexen Genuss, sorglos Leben und billigster Preis heran und wir in der Fahrschulbranche müssen schauen, wie wir damit zurechtkommen. Konsum, Konsum und nochmals Konsum wird uns vorgegaukelt, sodass für viele gar kein Konsumverzicht mehr in Frage kommt. Egal ob er sich das leisten kann oder nicht. Oder muss heute wirklich jeder ein teures iPhone einen Führerschein vorziehen?

blog_Einkaufstempel01-3Genuss haben heute nicht mehr allein Verbraucher, die hochwertige Ware und Dienstleistung konsumieren, sondern immer mehr Personen, die sich listig irgendetwas ersparen wollen. Dabei vergessen viele, dass Fahrschulen mit den vorgeschriebenen gesetzlichen Auflagen nicht zaubern und dabei billiges in wertvolles umwandeln können. Alle schreien, Verkehrssicherheit muss uns was wert sein und fordern trotzdem im selben Atemzug, dass die Führerscheinausbildung (noch) leistbarer werden soll.

blog_Verkehrsunfall01-3Sie sehen also, wie leicht es gerade in einer so zerstrittenen und gegenseitig neidenden Branche wie der Fahrschulbranche ist, von Abzocke zu reden, ohne seriös zu recherchieren oder sich in der Branche auszukennen. Jeder weiß, dass man Autofahren und Verkehrssinnbildung lernen muss und dass es in der Zielgruppe der 15-24-Jährigen die gefährdetsten Verkehrsteilnehmer gibt. Und trotzdem sagt der Großteil der Bevölkerung, dass man erst dann Autofahren lernt, wenn man den Führerschein hat. Leider ist das für manche zu spät, denn sie überleben den Lernprozess gar nicht. Und trotzdem schreit man nach immer weniger Fahrschule und damit nach immer weniger Verkehrsexperten, um selbst (Autofahrerclubs) als Verkehrsexperte gefragter zu sein oder besser dazustehen.

blog_Groupon01-3Das alles soll die Täter in der Branche, die mit den Durchfallern ihren Deckungsbeitrag verbessern, nicht vom Vorwurf reinwaschen und die Branchenprobleme nicht kleinreden. Fahrschulen wenden den Preis als Lockangebot an, Internetplattformen werben mit Rabatten bis 70% für Führerscheinausbildungen und vieles mehr liegt in der Branche im Argen. Und bevor dann Branchenakteure dabei nach noch mehr Regulierung, Gesetzen, Vorschriften oder Politiker und dgl. rufen, sollten sie lieber nach ihren eigenen Hausverstand Ausschau halten und diesen gebrauchen.

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– Autor: Guido Peternell

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