Ist billig „billig“? Teil 1

Manchmal habe ich das Gefühl, die Welt der Fahrschulen und der Konsumenten haben ganz schmale Berührungspunkte. An den Begriffen billig und teuer wird es deutlich. Hören wir uns bei Diskussionen die Argumente und Beschreibungen mancher Fahrschulbetreiber(innen) an, so sieht es eindeutig aus:

Billig = schlecht!

blog_billig001-2Leider ist dabei sehr oft undifferenziert negativ von Diskontfahrschulen oder von Leuten, die auf der Billigmasche reiten, die Rede. Dabei kann ich nicht immer billig mit schlecht und teuer mit gut in Verbindung bringen.

Auch mir sind die Preise für die Führerscheinausbildung in manchen Regionen nach wie vor rätselhaft und trotzdem gibt es eine Reihe von Fahrschulbetreiber(innen), die mit ihren Preisen mit konsequentem Drive auf der Billigschiene reiten. Die einen, weil sie es wollen und die anderen, weil sie glauben, es zu müssen. Was ist also billig?

Wenn wir die verschiedenen Preislisten, die das Jahr über grafisch aufgepeppt werden durchforsten, dann sehen wir, dass billig und billig nicht immer dasselbe ist. Die einen machen es mit Köpfchen – die anderen langen einfach ins Töpfchen, um sich im Preissenken zu üben und sich durch Wiederholungsgebühren über Wasser zu halten.

blog_Pleitegeier001-2Der Pleitegeier hat seit dem Jahr 2000 auch in der Fahrschulbranche Einzug gehalten. Und der billige Preis für die Führerscheinausbildung ist eine ungeheure Herausforderung für Fahrschulen, die für individuellen Service, für starke Leistung und für intensive Betreuung Preise verlangen müssen, die man vom Verbraucher her oft als hoch bezeichnet. Die jedoch in Wirklichkeit einfach nur angemessen sind. Die ganze Diskussion um billig und teuer sollte sich in eine ganz andere Richtung bewegen! Und somit kommen wir zur Gretchenfrage:

  • Wie erleben eigentlich die Konsumenten die Sache mit dem billig oder teuer? Wie erleben Ihre Interessenten und potentiellen Kunden die Diskussion um dieses negative oder auch positive Eigenschaftswörtchen billig?

blog_innovativ03-1Dazu erst einmal eine generelle Feststellung: Die Konsumenten sind wesentlich weniger auf Preise fixiert als es die Streithähne in den ewigen Auseinandersetzungen vermuten lassen. Diese Tatsache zeigt mir jetzt schon über 10 Jahre unser Web-basiertes KundenFEEDBACK-System, der INLINE KundenMONITOR© mit seinen tagesaktuellen Online-Auswertungen.

Ich höre jetzt bereits den Aufschrei so mancher Fahrschulbetreiber(innen) und Mitarbeiter(innen): „Meine Kunden erzählen mir aber immer etwas anderes!“ Es klingelt in meinen Ohren.

Neben anderen belegen auch unsere eigenen Untersuchungen und Umfragen, dass der Preis in der Entscheidung für eine Dienstleistung nicht unbedingt zwingend an der Spitze der Entscheidungskriterien steht und dass nicht selten höherpreisige Fahrschulunternehmungen über eine sehr hohe Preisakzeptanz verfügen. Da ändert auch eine schlechte wirtschaftliche Lage (wie derzeit) oder eine unsichere politische Situation nichts an dieser Konsumenteneinstellung. Ganz im Gegenteil, es wird nur etwas bewusster konsumiert.

blog_gefällt001-2Von den Konsumenten haben wir auch das Wort Billigfahrschule noch nie gehört, nur immer von den konkurrierenden Unternehmen selbst. Der Konsument spricht mehr von einer Dienstleistung, die gefällt – oder auch nicht, die geil war – oder auch nicht! Also Vorsicht bei Unternehmenskommunikationen, in denen langatmig und umständlich versucht wird, die „sogenannten Billigfahrschulen“ schlecht zu machen. Sie reden damit am Konsumenten vorbei.

Die Konsumenten mit einem sehr begrenzten Führerscheinetat, die auf echten Diskont angewiesen sind, finden auch immer ihre bevorzugten Fahrschulen. Wenn Sie jedoch der Preisspirale nach unten entgehen wollen, dann locken Sie besser mit Ihrer eigenen Attraktivität. Bei manchen Fahrschulbetreibern(innen) habe ich jedoch den Eindruck, sie halten allein schon die Tatsache, dass sie teurer oder auch billiger als der Mitbewerber sind, für eine Leistung.

blog_positionieren001-2Da behaupte ich einmal: Die Leistung erfolgreicher, hochpreisiger Fahrschulunternehmungen besteht schon lange nicht mehr allein im perfekten Fahrzeug- oder Medien-Hip-Hop, sie ist eine perfekte Dienst- und Marketingleistung! Diese Unternehmungen haben es verstanden, sich im Markt so zu positionieren, dass die Frau Generaldirektor zu ihnen kommt, um die Tochter zur Führerscheinausbildung anzumelden. Gilt natürlich im Umkehrfall für Frau Müller und Herrn Huber genauso.

Wie kommt es eigentlich, dass Kinder Ihrer Kunden, die in Ihrer Fahrschule die Führerscheinausbildung machten, lieber in eine andere (pfiffigere) Fahrschule gehen als in Ihre?

blog_Markenware001-2Kann es nicht sein, dass der Fahrschulmarkt – trotz vieler gegenteiliger Behauptungen – nicht viel anders funktioniert als andere Märkte? Wen wundert es da, dass es Männer gibt, die sich in einer Boss-Jacke – aus welchen Gründen auch immer – wohler fühlen als in einer C&A-Jacke? Seinen Namen hat sich beispielsweise ein Tommy Hilfiger auch nicht damit gemacht, dass er ständig darauf hinweist, dass Billig-Jacken-Hersteller ihre Knöpfe schlechter verarbeiten.

Und auch wenn Sie es nicht glauben: Qualität setzt der Konsument heute als Selbstverständlichkeit voraus, was zählt sind Stil und Image, Markenimage. Da wird es einen Teil Ihrer Zielgruppe warm im Bauch, sie fühlt sich angesprochen. Und nur darum geht es!

blog_begeistert001-2Diese perfekte Dienst- und Marketing-Leistung, sich in Auswahl der Mitarbeiter, Ausstattung der Fahrschule, aktiven Stil der Arbeit und werblicher Aussage zu positionieren, haben viele Fahrschulunternehmungen noch vor sich. Wer immer nur die gesamte Zielgruppe haben will, wird schließlich nur noch bekommen, was der Markt ihm übrig lässt!

In einer einzigen Fahrschule für den Hilfsarbeitersohn und den Sohn eines Generaldirektors, für die Putzfrau und die Karrierefrau, für die jungen Wilden oder die braven Angepassten gleichermaßen attraktiv sein zu wollen, wird nur noch solange gutgehen, wie im näheren Umkreis kein ernsthafter Mitbewerber erfolgreich auftritt.

blog_IN Fahrschule001-2Zugegeben, in ländlicheren Kreisen muss man etwas behutsamer sein, aber auch hier ist eindeutige und mutige Positionierung oft der Schlüssel zum Erfolg. Wer kennt sie nicht, diese „IN-Fahrschulen“, die Kunden aus einem Umkreis von vielen Kilometern anziehen, weil sie den Mut hatten, sich in ihrem Image ganz oben zu positionieren. Sekt oder Römerquelle, mittendrin existiert nur die tote Masse an Schwip-Schwaps!

Positionierung ist doch keine Marketing-Theorie. Es ist für den Interessenten der Schlüssel für seine Entscheidung, aus einem Angebot scheinbar gleich starker Anbieter denjenigen herauszufinden, von dem er glaubt, dass er am besten zu ihm passt. Sei es, weil er sich durch individuelle Betreuung, durch Ideenreichtum, durch Markenrenomee oder durch menschliche Sympathie für ein Team, mit dem er sich identifiziert, angesprochen fühlt.

blog_positionieren002-2Es gibt viele Positionierungskriterien, wichtig ist nur, dass die Zielgruppe, die wir in unserer Branche genau fokusieren können und auf deren erfolgreiche Ansprache wir auch hinarbeiten, auch groß genug ist. Das Potential muss vorhanden sein. Und ich hoffe, dass im heurigen Jahr mehr über solche Positionierungsaufgaben als über Preise gesprochen wird.

Wetten, dass solche positiven Unternehmens-Initiativen mehr Einfluss auf die Nach- frage haben als umständliche Erklärungen, warum „billig“ „billig“ und „teuer“ gut ist?

Vielen Dank für die positiven E-Mails die ich bekommen habe. Ich freue mich jedoch auch über Ihr Feedback hier unten über die Kommentarfunktion.

Fortsetzung folgt: Ist billig „billig“? Teil 2

– Autor: Guido Peternell

2 Gedanken zu „Ist billig „billig“? Teil 1

  1. Björn

    Hallo Guido
    gerne würde ich wissen wie ich meine Fahrschule weiter nach vorne bringen kann ….in- Fahrschule ….hast Du da konkrete Vorgehensweisen??

    Antworten
    1. guido.peternell Beitragsautor

      Servus Björn,

      ja natürlich habe ich konkrete Empfehlungen zu einer IN-Fahrschule. Du findest viele in meiner 33 fachen Blogserie: Wie werde ich mit meiner Fahrschule erfolgreicher?

      Zudem empfehle ich dir, mindestens ein Jahr lang den INLINE KundenMONITOR: http://www.inline.at/kundenmonitor.html einzusetzen. Du hast damit (fast) keine Arbeit und erfährst von deinen Fahrschülern, was für sie wichtig ist und wo du Verbesserungspotential hast. Zudem kannst du deine Kundenbewertungen dann auch mit denen 60 anderer Fahrschulen anonym vergleichen und siehst in den einzelnen Bereichen, ob du gleich gut, besser oder schlechter bist in den Bewertungen. Weiters kannst du damit auch deine KundenBEGEISTERUNG messen, denn du weißt, dass dich NUR begeisterte Kunden tatsächlich weiter empfehlen.

      Wir sollten uns einen Termin vereinbaren und dann zeige ich dir konkret den KundenMONITOR in Echtbetrieb. Dabei hole ich dich per TeamViewer auf meinen Computer, auf den ich mit dir verschiedenste Auswertungen im Echtbetrieb zeigen kann. Und sprechen können wir kostenlos über Skype. Meine Adresse dort ist: guido_inline

      Liebe Grüße aus Kärnten
      Guido 🙂
      PS: Diesen KundenMONITOR kannst du nicht mit der Umfrage in Gecco Media vergleichen 🙂

      Antworten

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