Fremdgehen als Chance, Krisen leichter zu überstehen

Vor zirka einem Jahr hat für uns die Corona-Pandemie begonnen. Keiner machte sich nur annähernd Gedanken darüber, wie diese unser Leben entscheidend verändern und prägen wird. Aber was hat das mit Fremdgehen zu tun?

Fremdgehen als Chance, Krisen leichter zu überstehen

Fremdgehen als Chance, Krisen leichter zu überstehen | © by guidopeternell

Ich weiß nicht, ob du dich noch daran erinnern kannst, was du dir vor einem Jahr dazu gedacht oder gefragt hast. Fremdgehen war bestimmt nicht dabei. Hast du dich gefragt, was der Ausbruch der Pandemie für dich bedeutet? Welche Auswirkungen sie auf deine und die Gesundheit deiner Familie haben wird?

Wie du finanziell unbeschadet die Krise überstehen kannst? Mir hat die Krise vor Augen geführt, wie wichtig es ist, auf Krisenzeiten vorbereitet zu sein. Dazu stellte ich mir viele Fragen, wovon eine davon die Fremdgehen-Frage war. Wie schaffe ich es in unsicheren Zeiten wie diesen, mich, meine Familie, mein Unternehmen unbeschadet über Krisenzeiten zu bringen oder noch besser, solche sogar zu nutzen?

Fremdgehen oder Konzentrationsstrategie?

Ich war immer ein Befürworter der Konzentrationsstrategie. Ich war der Meinung, nur 100 Prozent Energie zu haben und diese für „nur ein Business“ einzusetzen. Wie zum Beispiel in unserem Fall für die Führerscheinausbildung oder in meinem Fall für die INLINE Consulting. Ich konzentriere mich auf diese und wende all meine Energie dafür auf, um in der Nische gut oder sogar Marktführer zu sein.

Mit der Konzentrationsstrategie kann ich mein Business auf Erfolg fokussieren und sogar Expertenstatus erreichen. Ich kann damit mit der bestmöglichen Dienstleistung aufwarten und einen guten Ruf aufbauen. Damit steigere ich den Bekanntheitsgrad, der es mir ermöglicht, mit „meiner Dienstleistung (Führerscheinausbildung oder Fahrschulberatung) in den Köpfen und Herzen meiner Zielgruppe oder meines Einzugsgebietes verankert zu sein.

Fallstricke der Konzentrationsstrategie

Im Falle Führerscheinausbildung können mit der Konzentrationsstrategie nicht kalkulierbare Herausforderungen auftreten.

Hier drei Beispiele dazu:

  1. Unmittelbar neben dir oder an einem besseren Standort macht ein neues Konkurrenzunternehmen auf, das die bessere Ausstattung hat und mit Diskontpreisen den Markt beackert. Die Mitbewerber werden ausgehungert, der Wettbewerb wird ruinös und bereitet schlaflose Nächte.
  2. Oder die Zielgruppe braucht immer weniger den Führerschein, weil sie lieber öffentliche Verkehrsmittel nutzt oder sich mit autonomen Fahrzeugen (Zukunft) durch die Gegend fahren lässt.
  3. Oder wie im derzeit konkreten Fall der Corona-Pandemie, die zur Bekämpfung ganze Wirtschaftszweige stillstehen und verzweifeln lässt. Die Unternehmer und Mitarbeiter in Kurzarbeit treibt, die dadurch auf fremde Hilfe wie Kurzarbeitsgeld oder zusätzliche Kredite angewiesen sind.

Berufliches Fremdgehen nur halbherzig betrieben

Mir wurde im vergangenem Jahr der Corona-Pandemie das Risiko, das die Konzentrationsstrategie beinhaltet, erst richtig bewusst. Natürlich habe ich auch vorher an berufliches Fremdgehen gedacht und es sogar teilweise praktiziert. Mir hat dieses Fremdgehen jedoch nur mehr Arbeit, mehr Sorgen und mehr Probleme statt Risiko-Absicherung gebracht, weil ich es nicht richtig gemacht habe.

Risiko-Versicherung

Für alles gibt es eine Versicherung. Diese macht mit der Angst der Menschen ihr Geschäft. Du wirst mir sicher Recht geben, dass viele Dinge, wegen denen wir Angst hatten, gar nie eingetreten sind. Und trotzdem haben wir im Laufe der Zeit Unsummen für Versicherungsbeiträge ausgegeben. Versichern beruhigt sagt man, doch hätten wir uns gegen die Corona-Pandemie versichern können? Ich glaube nicht.

Deine Risiko-Absicherung könnte Fremdgehen sein

Sorge für mindestens ein von deinem Business unabhängiges weiteres Einkommen. Das soll ein Einkommen sein, das du einmal aufbaust, sich regelmäßig vermehrt und verbessert. Ich habe 2017 schon einmal über E-Mailmarketing für Fahrschulen geschrieben. Damals wusste kaum jemand in der Branche, wie hilfreich eine E-Mailliste oder ein Online-Shop in der Corona-Krise als zusätzliche Einnahmequelle hätten sein können.

Fremdgehen mit Empfehlungsmarketing

Empfehlungsmarketing ist eines der Fremdgehen-Konzepte, die wir aus vielen Branchen kennen. Es gibt dafür eine Menge von Offline-Konzepten, die mehr oder weniger erfolgreich sind. Beispiele davon habe ich im Beitrag Empfehlungsmarketing, das Non plus Ultra? aufgezeigt. Da wir uns jedoch im Zeitalter der Digitalisierung befinden und mit dem Internet die Monetarisierung vorantreiben können, will ich im heutigen Beitrag auf die Idee der Online-Weiterempfehlung hinweisen.

Fremdgehen ist gleich Diversifizierung

Diversifizierung bedeutet, dass du deine Geschäftstätigkeit ausweitest und damit neue Produkte oder Dienstleistungen vermarktest. Damit kannst du in Märkte oder Geschäftsfelder eindringen, die mit deinem Kerngeschäft nichts zu tun haben. Diese so genannte Risikostreuung kann dir in Krisenzeiten wie beispielsweise der Corona-Krise, das Wegbrechen deines gesamten Business verhindern.

Wenn du also dein Leistungsportfolio über dein Kerngeschäft hinaus ausbaust, kannst du dein Wachstum erhöhen und deine Risiken verringern. Damit kannst du dir ein zweites Standbein aufbauen, was für dein Business mehr Sicherheit bedeutet. Angenommen die äußeren Umstände wie in der Corona-Krise (Lockdown) verhindern dein Kernbusiness, dann kannst du mit deinem zweiten Standbein die gröbsten Verluste schmälern.

Jede Krise hat wirtschaftliche Gewinner und Verlierer

Im vergangenem Jahr mussten Fluglinien, Tourismusunternehmen, Sportartikelhersteller, Restaurants, Hotels, Dienstleistungsunternehmen, Handwerksbetriebe und so weiter viele Verluste in Kauf nehmen, wogegen Supermärkte, Desinfektionsmittelhersteller, Atemschutzproduzenten und vor allem US-amerikanischen Technologiefirmen wie Facebook, Amazon, Apple, Microsoft und dergleichen satte Gewinne einfahren konnten.

Dass es sich die Reichsten unter den Reichen immer richten können und dabei noch reicher werden, ist allseits bekannt. Wie kann sich jedoch jemand wie wir, also Otto-Normalverbraucher gegen solche unvorhergesehenen Ereignisse schützen und dadurch nicht auch noch unser hart erwirtschaftetes und erspartes Geld verlieren?

Beispiel Fahrschule und Führerscheinausbildung

Dass eine moderne Fahrschule nur Führerscheinausbildungen anbieten ist höchst selten. Die meisten Fahrschulen haben für ihre Zielgruppe ein Servicepaket geschnürt, das sich sehen lassen kann. Ich bin mir gar nicht sicher, ob das alle Betreiber und Mitarbeiter so klarsehen und deshalb ich das Leistungsportfolio moderner Fahrschulen in der Folge einmal grafisch dargestellt:

Leistungsportfolio moderner Fahrschulen

Leistungsportfolio moderner Fahrschulen | © by guidopeternell

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich bin mir sicher, dass noch das eine oder andere Angebot dazu gehört. In vielen Unternehmen werden Teile dieser Leistungen leider sogar unentgeltlich angeboten, was den Wert der Leistung wie immer schmälert. Diese Leistungen sind mit dem Fahrschulbetrieb eng verzahnt und gehören dazu. Gute Unternehmer verdienen auch bei den Zusatzangeboten und wenn es nur Provisionen dafür sind.

Angenommen, die Fahrschule gerät in eine existenzielle Krise

Eine existenzielle Krise wie die Corona-Pandemie stellt alle Unternehmungen vor gewaltige Aufgaben. Vor allem bei einem Lockdown, wenn die Betriebe schließen müssen. Mit der Schließung des Betriebes versiegen auch die Einnahmen, auch gute Mitarbeiter müssen freigestellt werden und es muss auf Rücklagen zugegriffen werden. Doch für viele Unternehmen in der Branche ist das Wort Rücklagen ein Fremdwort, auf das sie nicht zurückgreifen können.

Fremdgehen, also Diversifizieren verringert das Risiko

Wenn du die Märkte beobachtest, wirst du feststellen, dass viele Menschen durch soziale Medien und das Internet gutes Geld verdienen. Sie bauen sich eine Einnahmequelle im Internet auf, die sie anfangs sogar neben dem normalen Business betreiben können. In der Folge habe ich zum besseren Verständnis meine Idee dazu grafisch dargestellt:

Risikostreuung im Unternehmen und im Job

Risikostreuung im Unternehmen und im Job | © by guidopeternell

Auf dem oberen Bild kannst du erkennen, dass in einer Krise der Umsatz oder das Gehalt wegfallen kann. Du bist auf Hilfe angewiesen, wenn keine in Sicht ist auf Reserven zurückgreifen oder wenn du keine hast, sogar Kredite aufnehmen. Das gilt für Unternehmer wie auch für Mitarbeiter.

Wenn du dir jedoch ein zweites Standbein aufbaust oder aufgebaut hast, das von deinem Kerngeschäft oder deinem Kerneinkommen unabhängig ist, dann kann auch in einer Krise wie es die Corona-Pandemie eine ist, weiter Geld fließen. Du kannst, wenn du das richtig und gut machst, sogar zum Gewinner der Krise werden.

Ich freue mich auf deine Antworten

Was ist deine Meinung zur Konzentrationsstrategie, zum Unternehmerrisiko, zum abhängig sein von deinem Dienstgeber und dergleichen? Interessiert dich das Thema Zusatzeinkommen, Empfehlungsmarketing, Onlinemarketing, Affiliate-Marketing und dergleichen? Wenn ja, dann freue ich mich jetzt schon über dein Feedback. Dadurch kann ich dich weiter an dieser Idee teilhaben lassen. Mach dir einfach darüber eigene Gedanken und teile sie mit uns. Ich freu mich darauf.

Tu es für deinen Erfolg!

Dein stets grübelnder und sich weiterbildender

Guido – Autor: Guido Peternell

PS: Angeblich soll Seneca gesagt haben: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Wie RECHT er damit hatte.

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2 Gedanken zu „Fremdgehen als Chance, Krisen leichter zu überstehen

  1. Hans Gercke

    Hallo Guido,
    schön von dir zu hören und das du mit deiner Familie bisher gesund durch diese Zeit gekommen bist.
    Seit einigen Jahren verfolge ich nun deine Blogs und hätte nie gedacht, wie wichtig und hilfreich sie einmal noch werden würden. Das letzte Jahr allerdings hat gezeigt, wer früh mit dem Umdenken anfängt, erntet jetzt.
    Ich weiß das die Zeit der Pandemie keine einfache war und ist, zumindest bis die geplante Impfstrategie mal richtig greift. Sicherlich viele Kollegen und auch ich selbst waren hin und hergerissen, wie das alles weitergeht und auch weiterentwickeln würde. Noch nie gab es so einen totalen Stillstand des öffentlichen Lebens und damit auch verbundene Betriebsschließungen. Für mich persönlich war es erstmal mit schlaflosen Nächten verbunden, Existenzangst und wie geht man mit der Verantwortung seiner Angestellten um. Welche Wege muss man gehen um den Schaden so gering wie möglich zu halten.
    Jetzt, ein Jahr später, weiß ich… es gibt nur anpacken und zielgerichtet handeln.
    Meine Familie stand geschlossen hinter mir und auch meine Mitarbeiter, also kein Grund um Trübsal zu blasen.
    Ich konnte bisher mein kleines Unternehmen aus der ganzen Situation soweit unbeschadet weiterführen. Natürlich waren finanzielle Hilfen im Sinne von Kurzarbeitergeld nötig, keine Frage aber wir sind bisher geschlossen durch diese Zeit gegangen und werden es auch bis zum Ende tun.
    Du hattest aber auch großen Anteil daran. Ich weiß, hört sich nach Süßholz raspeln an, ist aber so. Brauchst du Stichwörter? Ok, sollst du haben…
    Führungsstil, Wertschätzung usw. diese Dinge hast du in Blogs verfasst, schon etwas länger her. Ich gebe zu, ich konnte daraus nicht alles umsetzen aber einiges und heute weiß ich, dass war der Grundstein das Jahr 2020 und, wie es aussieht zumindest bis Herbst 2021 zu überstehen.
    Zusammenhalt in Beruf und Familie bewirken vieles, wenn nicht alles.

    Bleib gesund und grüße aus Düsseldorf
    Hans

    Antworten
    1. Guido Peternell Beitragsautor

      Lieber Hans,

      vielen Dank für dein Feedback. Es ist schön, dass du meinen Beiträgen schon so lange folgst und noch viel schöner ist es, dass du Nutzen daraus ziehst.

      Ich sehe dein Feedback nicht als Süßholz raspeln, sondern ganz im Gegenteil, es freut mich, dass du die für dich wichtigen Dinge daraus beruflich wie auch privat umsetzt.

      Noch mehr freut es mich, dass du meine schon jahrelang kostenlose Arbeit hier wertschätzt und es auch kundtust. Vielleicht kannst du meinen Newsletter bzw. Blog auch Freunden weiterempfehlen, denen du GUTES tun willst.

      Danke nochmals und liebe Grüße nach Düsseldorf
      Guido

      Antworten

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