Einzigartig oder anders als die Anderen

Fast jede Regierung bastelt am Bildungssystem herum, um die Jugend optimal auf ihre Zukunft vorzubereiten. Leider ist das Ergebnis dabei meistens nur Stückwerk. Einzigartig wird man dadurch nicht. Gelernt wird ähnliches, studiert wird ähnliches und (fast) jeder möchte erfolgreich sein Leben damit gestalten.

Einzigartig oder anders als die Anderen
Einzigartig oder anders als die Anderen | © by guidopeternell

Was heraus kommt sind Menschen, die ähnlich und somit alles andere als einzigartig sind. Karl Pilsl, der in den USA lebender österreichischer Wirtschaftsjournalist, Unternehmer und Marktforscher sagte: „Wir haben zu viel von ähnlichen Firmen, die ähnliche Mitarbeiter beschäftigen mit einer ähnlichen Ausbildung, die ähnliche Arbeiten durchführen.

Sie haben ähnliche Ideen und produzieren ähnliche Dinge zu ähnlichen Preisen in ähnlicher Qualität. Wenn du dazugehörst, wirst du es künftig schwer haben“.

Wir sind alle einzigartig

Wir haben einzigartige Eigenschaften. Sie sind individuell ausgewogen wie auch unausgewogen. Unser Aussehen, unsere Erfahrungen, unsere Gefühle sind nur drei Beispiele von Einzigartigkeit. Auf der einen Seite gibt es Menschen, die mit aller Gewalt auffallen wollen, auf der anderen Seite Menschen, sie sich anpassen oder unterordnen, um nicht aufzufallen.

Die Einzigartigkeit, die ich meine, ist nicht die, um jeden Preis auffallen zu wollen. Ich habe mich beispielsweise immer bemüht, in meinem Tun tüchtiger und schneller als die Anderen zu sein. Das hat mich vorangebracht und sogar den Spitznamen „PeterSCHnell“ eingebracht. Darauf war ich stolz, was mich auch in meiner Persönlichkeit, meinen individuellen Werten und meiner Meinung geprägt hat.

Sei immer du selbst

Wichtig ist, dass du in deinem Wirken immer du selbst bist. Dass du deinen eigenen Weg gehst und den leichteren Weg in der grauen Masse der Durchschnittlichkeit meidest. Wie sagte jemand einmal so treffend: „Der goldene Mittelweg ist der einzige Weg, der nirgends hinführt.“ Deshalb bin ich auch (fast) nie den goldenen Mittelweg gegangen. Ich wollte in meinem Leben Spuren hinterlassen. Ich wollte, dass die Welt, in der ich mich bewegte und noch bewege, etwas besser als vor meinem Wirken war und auch heute noch ist.

Natürlich war das nicht immer einfach. Ich rannte mir dabei oft die Nase ein und bekam auch meine Schelte. Trotzdem ließ ich mich nicht daran hindern, meinen eigenen Weg zu gehen. Und wer dazu bereit war, mit mir diesen Weg zu gehen, war immer ein gerne gesehener Weggefährte von mir.

Ich wurde mit 43 Jahren selbstständig

Mein Start war mit vielen Hindernissen gepflastert. Ich habe als Fahrschullehrer gekündigt und war von heute auf morgen ohne Einkommen und ohne Sicherheitsnetz auf mich selbst gestellt. Ich hatte Familie, Schulden auf ein Reihenhaus und keine Ersparnisse. Es lag an mir, aus dieser Situation heraus zu kommen. Ich brauchte einen Plan, um meine Familie und mich über Wasser halten zu können.

Bitte nicht falsch verstehen

Ich erzähle dir das nicht, um zu zeigen, was für ein Super-Typ ich bin. Ich will dir damit nur zeigen, dass ich auch ohne optimale Rahmenbedingungen (ohne Studium und dergleichen), autodidaktisch und durch Aus- und Weiterbildungen meinen eigenen Weg vom gelernten Kfz-Elektriker, zum Fahrschullehrer, Fahrschul-Leiter, Unternehmensberater und mehrfachem Unternehmer beschritten habe.

Nicht ohne Hindernisse und Stolpersteine

Standortanalysen für Fitness-Studios, die ich für meinen Freund Martin Holubar erstellte, halfen mir über meine schwierige Startzeit als plötzlich selbstständiger hinweg. Gleichzeitig feilte ich an meinem Geschäftskonzept, um in der Fahrschulbranche mit meinem „All inklusiv-Paket“ durchstarten zu können.

Bedarf schaffen

Bedarf an meiner Dienstleistung war damals keiner vorhanden. Den musste ich bei meinen potentiellen Kunden erst wecken. Klassische Unternehmensberatung war kein Thema für mich. Ich wollte mich nicht auf Zahlen analysieren beschränken. Auch wollte ich nicht den Ruf der klassischen Unternehmensberater gerecht werden, in dem einsparen und rationalisieren im Vordergrund stehen.

Ich habe am eigenen Leib gespürt, wie die meisten Fahrschulbetriebe laufen und geführt werden. Dreizehn Jahre als Fahrlehrer, Fahrschullehrer, für fast alles verantwortlicher und die letzte Zeit als Leiter und angehender Unternehmensberater haben mich geprägt und motiviert, gelerntes in die Tat umzusetzen. Meine Devise lautete damals wie heute: „Nicht viel fragen, sondern einfach TUN!“

Und siehe da, die meisten der umgesetzten Dinge funktionierten. Mehr noch, sie machten das Unternehmen erfolgreicher. Die Kundenzahlen stiegen, die Außenstände wurden abgebaut und das Image holte zu einem Höhenflug aus. Das alles zeigte mir, dass ich auf dem richtigen Weg war und darauf habe ich mein Unternehmenskonzept aufgebaut. Einen Teil meiner Meilensteine kannst du hier nachlesen.

Not macht erfinderisch

Hätte nicht meine damalige Chefin zu mir gesagt: „Guido, warum machst du das? Ich möchte dir nur sagen, das ist meine Fahrschule und nicht deine!“, dann hätte ich nicht gesagt: „Danke, dass du mir das sagst. Das habe ich die letzten 13 Jahre vergessen gehabt. Ich kündige!“ Ja, vielleicht wäre ich sogar in dieser Fahrschule in den Ruhestand gegangen.

Fakt ist jedoch, dass ich durch meine Kündigung von heute auf morgen ohne Arbeit dastand. Weiters musste ich mir über meine berufliche, private und finanzielle Situation Gedanken machen. Ein Notfallplan musste her. Zudem brauchte ich ein Auto, da ich nur einen alten Fahrschul-Golf mit viel zu vielen Kilometern hatte. Alles Dinge, die ich durch meinen Sprung ins kalte Wasser der Selbstständigkeit zu meistern hatte.

Ich hatte den festen Willen, einzigartig zu sein

Abseits von ausgetrampelten Pfaden der Durchschnittlichkeit, des 08/15 oder des Standards. Ich wählte den steilen, steinigen Weg nach oben. Rolltreppe gab es auf diesem Weg keine. Mir blieb gar keine andere Wahl, als Vollgas zu geben. Meine Anstrengungen und Entbehrungen haben sich für den Firmenerfolg gelohnt. Ich ragte mit meinem „All inklusive-Konzept“ aus der Masse meiner Wettbewerber am Markt heraus.

Durch diverse Veranstaltungen, Seminare, Kongresse, Symposien und dergleichen wurden immer mehr potenzielle Kunden auf mich, mein Konzept und mein Unternehmen aufmerksam. Und das alles nur, weil ich mich nicht den anderen Anbietern angepasst habe. Wenn ich gleich wie die anderen gewesen wäre, warum hätte dann gerade ich mit meinem Unternehmen gebucht werden sollen? Dann hätte es keinen Grund dafür gegeben, sich meine/unsere Leistung einzukaufen.

Kopieren heißt nicht kapieren

Gerade unser einzigartiges Geschäftskonzept machte es möglich, gesund und kontinuierlich zu wachsen. Unsere Wettbewerber liefen in unserem Windschatten immer schneller und schneller, ohne uns überholen zu können. Sie vergasen dabei, ihre eigenen Spuren zu hinterlassen. Vieles, das sie von uns kopierten, ging bei ihnen in die Hose, denn kopieren heißt nicht kapieren. Und wir haben sie mit einzigartigen Innovationen wie SuperLEARNING für Fahrschulen, Kunden MONITOR und dergleichen vor uns hergetrieben.

Und durch den Gebietsschutz, den wir unseren Kunden zubilligten, wurden wir, unser Know-how und unsere Dienstleistung für Mitbewerber unserer Kunden unerreichbar. Also nicht einfach ersetzbar. Auch du kannst so einzigartig werden. Zum Beispiel in deiner Persönlichkeit, deinem Know-how und Wissen, deiner deiner Arbeitsweise oder deiner Mission, die Welt besser zu hinterlassen, als du sie vorgefunden hast.

Was ist dein Alleinstellungsmerkmal?

Bist du ähnlich oder gleich wie deine Kolleginnen und Kollegen? Hast du dich perfekt den anderen angepasst? Oder bist du auffallend einzigartig? Was macht dich so auffallend einzigartig? Bist du unersetzlich oder austauschbar? Nimm dir ein paar Minuten Zeit, über diese fünf Fragen nachzudenken.

Vorgefertigte Meinungen gibt es in jeder Branche. Damit werden sogar ganze Bibliotheken gefüllt. Zudem prasseln täglich tausend dieser Meinungen aus diversen Medien auf uns nieder. Wie stark bist du davon betroffen? Springst du auf solche Meinungen auf oder lässt du diese an dir abprallen? Mit eigener Meinung und individuellen Gedanken schaffst du dir Gehör und wirst dadurch ein gefragter Diskussionspartner.

Ich verfolgte immer meine eigenen Ziele

Wie oft habe ich von meinem leider schon verstorbenen Vater gehört: „Geh zur Bahn, zur Post oder Polizei. Das sind sichere Berufe im Staatsdienst“. Ich habe sogar bevor ich die Kfz-Elektriker-Lehre begann, für die Bahn und die Polizei Aufnahmsprüfungen gemacht und bestanden. Doch weil mein Vater kein Eisenbahner war, wurde ein Eisenbahnerkind mir vorgezogen. Als ich nach drei Monaten Lehrzeit die Nachricht bekam, dass ein Eisenbahnerkind abgesprungen ist und ich zur Eisenbahn kommen könnte, war ich zu stolz, dieses Angebot anzunehmen.

Viele gut gemeinte Ratschläge meiner Eltern und aus meinem Umkreis brachten mich von meinem eingeschlagenen Weg nicht ab. Auch ein Angebot zur Polizei zu gehen lehnte ich ab. Ich konnte mir einfach keine Beamtenlaufbahn vorstellen. Dazu war ich zu wenig Befehlsempfänger. Ich wollte schon immer meine eigenen Entscheidungen treffen und für diese auch geradestehen. Ich war nicht geeignet dafür, den Zielen anderer nachzulaufen. Dafür war mir meine Zeit zu schade.

Bleib authentisch und ehrlich

Ich habe zu Unehrlichkeit ein gestörtes Verhältnis. Meine Mutter ist Schneiderin. Sie konnte nie nein sagen, wenn sie jemand nach ihrer Dienstleistung bat. Das hatte zur Folge, dass die Stoffberge in ihrem Schneiderzimmer immer höher wurden und nicht abgearbeitet werden konnten. Als dann die Leute nach ihren Kleidern fragen kamen, schickte sie immer mich an die Tür, um zu sagen, dass sie nicht zu Hause sei. Das war natürlich eine Lüge.

Somit wurde ich als Kind zur Lüge genötigt. Das prägte mich in meiner Persönlichkeit so, dass ich Lügen jeder Art hasse. Ich kann und will einfach nicht damit umgehen. Und ich tu mir mit Leuten auch heute noch schwer, die lügen. Einmal kommt jede Lüge ans Tageslicht und dann ist das Vertrauen bei mir futsch.

Deshalb habe ich mir auf die Fahnen geschrieben, authentisch zu sein und nicht zu lügen. Ich bringe nicht einmal eine Notlüge über meine Lippen! Darauf bin ich stolz und kann jedem gerade in die Augen sehen. Das hat mir auch den Respekt meines Umfeldes eingebracht. Auch den Respekt der Akademiker unter meinen Kunden und Freunden.

Du kannst es nicht allen recht machen

Bei meinem Start als Selbstständiger brauchte ich dringend Kunden. Deshalb wollte ich es allen recht machen. Bei einer Selbstreflektion stellte ich fest, dass ich wie in einem Hamsterrad immer schneller lief, ohne dadurch besser an mein Ziel zu kommen. Ich wurde dabei immer unrunder und mit mir selbst unzufriedener. Ich hatte dabei das Gefühl, der Leibeigene meiner Kunden zu werden, die mich mit Schmerzensgeld bezahlten.

Da besann ich mich wieder auf meine alten Werte wie meine eigenen Ziele verfolgen und Ehrlichkeit. Ich legte meine Eigenschaft, es allen recht machen zu wollen wieder ab und ging mit manchen meiner Kunden in eine konstruktive Konfrontation, denn ich wollte nicht ihr Leibeigener sein.

Auch ich brauche regelmäßig Anerkennung

Ich möchte nicht vom Gefühl beherrscht sein, nicht gut genug zu sein. Ich wollte mich nicht so verbiegen, um meinem Umfeld zu gefallen. Mich zu verstellen war so überhaupt nicht mein Ding. Wenn ich nur damit den Erwartungen meiner Umwelt gerecht werden würde, würde mein Selbstwertgefühl darunter leiden. Ich arbeitete hart an meiner Persönlichkeit, um zu lernen, auch unangenehme Dinge anzusprechen, ohne dies auf die lange Bank zu schieben. Und da ist es egal, wer mir gegenübersteht.

Ich fühle mich in meiner Persönlichkeit und meinem Handeln einzigartig. So kannst du dich auch fühlen. So wirst du respektiert. Und du kannst es auch zeigen. Trau dich nur. Du brauchst es nicht verstecken. Trete aus der Masse des Durchschnitts heraus. Auch wenn du dabei Gegenwind verspürst oder an der nächsten Kreuzung selbst entscheiden musst, geradeaus, rechts oder links zu gehen.

Schwimm gegen den Strom und trau dich, es anders als alle anderen zu machen. Dieser Weg lohnt sich auch für dich. Somit verdienst du dir den Respekt (oder auch Neid) deiner Umwelt. Arbeite daran, das zu werden, was du schon immer sein wolltest. Wenn ich es geschafft habe, kannst du es auch schaffen. Tu es einfach!

Für deinen Erfolg!

Dein ist gerne anders als die anderen

Guido – Autor: Guido Peternell

P.S.: Du hast die Freiheit einzigartig zu werden oder zu sein. Ergreife die Chance und du wirst nicht mehr austauschbar sein.

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