Einsam oder gemeinsam? Teil 3/4

Mit der kleinen Geschichte am Ende des letzten Beitrages wollte ich Ihnen zeigen, wie aus eine Mücke ein Elefant wird. In einer Gemeinschaft gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen ist es notwendig, dass man sich gegenseitig respektiert und wertschätzt.

blog_Wellenlänge02-3Auch wenn man nicht auf derselben Wellenlänge ist. Ich weiß, dass dies nicht leicht ist. Je weiter man jedoch in seiner Persönlichkeit gereift ist, desto leichter fällt einen das und umso einfacher ist es, gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten. Und denken Sie an Pestalozzis Spruch: „Das ganze Leben ist ein Gespräch!“ Wer dem anderen nichts (mehr) zu sagen hat, hat mit ihm bereits abgeschlossen.

blog_Problem02-3Wenn ich mit jemandem ein Problem habe, dann habe ich so lange keine Ruhe, bis ich das Problem gelöst habe. Ich schiebe es nicht vor mir her, sondern versuche es einer Lösung zuzuführen. Und wenn es nicht zu lösen ist, wenn zum Beispiel nur der andere mit mir ein Problem hat, dann lasse ich los. Damit kann ich abschließen und sehe die Sache dann neutral.

Ich habe keine echte Strategie

blog_GuidoPeternell01-2Wie bereits gesagt, kenne ich keine echten Strategien die garantieren, dass ein konstruktiver Dialog zwischen Mitbewerbern aufgebaut werden kann. Ich tu mir diesbezüglich doch ein wenig schwerer als ich mir beim Start dieses Artikels gedacht habe. Warum ist das so? Vielleicht liegt das an meiner Natur, immer fröhlich und freundlich zu sein. Ich liebe die Menschen und wenn ich die Menschen liebe, dann kann ich mit ihnen keine unlösbaren Konflikte haben. Ich sehe in allen Menschen das Gute. Auch wenn jetzt mancher von Ihnen denkt, „das ist naiv“.

Ich liebe die Menschen

blog_lieben01-3Weil ich in allen Menschen das Gute sehe, bin ich auch schon manchmal von ihnen enttäuscht worden. Dadurch hat sich mein Spürsinn geschärft und ich habe mir diesbezüglich ein Sicherheitssystem angeeignet, das gut funktioniert. Trotzdem ist für mich das ganze Leben ein Gespräch und ich werde auch nicht müde, dieses zu suchen. Ich habe bereits einige erfolgreiche Kooperationen auf die Beine gestellt. Kooperationen, bei denen alle Beteiligten einen Nutzen haben. Und glauben Sie mir. Es gibt solche nutzen- und gewinnbringenden Kooperationen.

Ich empfehle zuerst Einzelgespräche

blog_Meeting16-3Nehmen Sie es also in Angriff und suchen Sie die Gespräche mit Ihren Mitbewerbern. Zuerst empfehle ich Einzelgespräche zu führen, um abzutasten, ob auch das Gegenüber zu einer für alle beteiligten gewinnbringenden Kooperation zu gewinnen ist. Führen Sie diese Gespräche erstmals ohne konkret auf den Tisch zu legen, was Sie damit bezwecken. Klären Sie damit die Stimmungslage gegenüber Ihrer Person ab. Wenn Sie darauf warten, dass es ein anderer macht, dann warten Sie vergebens. Und sollten Sie es schaffen, dass Sie nach den vielen Einzelgesprächen die gesamte Gruppe an den Tisch bekommen, dann empfehle ich Ihnen, für diese Treffen folgende oder ähnliche Spielregeln aufzustellen:

  1. Ich rede für mich selbst und übernehme für meine  Entscheidungen Verantwortung.
  2. Ich bin wie jeder andere in dieser Gruppe für das Geben und Nehmen in der Gruppe verantwortlich.
  3. Um die Kreativität zu wahren respektiere ich die Unterschiede der Gruppenmitglieder.
  4. Ich bin wie jeder andere in dieser Gruppe gleichberechtigt und gleich wichtig.
  5. Ich spreche in der Gruppe für mich selbst. Anstatt „man“ oder „wir“ bevorzuge ich „Ich möchte …“, „Ich fühle …“, „Ich brauche…“.
  6. Ich lasse wie jeder in der Gruppe die Redner ausreden und wähle kurze und bündige Wortmeldungen.
  7. Wenn ich mich ärgere, einen Einwand habe oder dem Thema nicht folgen kann dann spreche ich das an.
  8. Ich vermeide egoistische Störungen oder launisches Verhalten.
  9. Ich trage ohne Zustimmung der Gruppe keine Einzelheiten nach außen, die mir von der Gruppe anvertraut wurden.

blog_Meeting11-3Dann stellt sich die Frage, wer die Besprechungen leiten und moderieren soll. In der Regel werden Sie das sein, denn Sie waren ja die treibende Kraft, die den konstruktiven Dialog zwischen den Mitbewerbern hergestellt hat. Sie tun sich damit leichter, wenn Sie von allen an den Besprechungen teilnehmenden Personen akzeptiert und respektiert werden. Aber solche Dinge sind ja kein Wunschkonzert, denn Akzeptanz und Respekt können Sie sich auch erarbeiten und verdienen. Achten Sie jedenfalls auf Ihre Unparteilichkeit, damit Sie sich für die Interessen aller Teilnehmer einsetzen können.

Keine Urteile und Bewertungen

blog_Richter-Hammer03-3Halten Sie sich mit Bewertungen und Urteilen zurück. Ich weiß das ist schwer. Vor allem dann, wenn Konflikte bereits einige Zeit dauern und unangenehmes vorgefallen ist. Nehmen Sie alle Standpunkte, Gefühle und Interessen ernst. Als neutraler Moderator solcher Gespräche können Sie zwar eigene Ideen ins Spiel bringen, sollten jedoch zur Lösung der Konflikte fördernde Fragen stellen, damit die Betroffen selbst auf die Lösungen kommen. Helfen Sie mit dieser Vorgehensweise den Beteiligten, sich über ihre Interessen und Gefühle klar zu werden und diese verständlich zum Ausdruck zu bringen.

Behalten Sie den Überblick

blog guido peternell: Behalten Sie den ÜberblickBleiben Sie in Ihrer Moderation solcher Besprechungen neutral und weisen Sie alle Teilnehmer auf die Spielregeln hin. Sorgen Sie dafür, dass die Teilnehmer in ihren Ausführungen nicht unterbrochen werden. Schreiben Sie Ihre eigenen Gedanken mit und notieren Sie auch, was andere sprechen. Achten Sie auf die Einhaltung der Regeln und dass niemand beleidigt wird. Hören Sie aktiv zu, wiederholen Sie zum besseren Verständnis diverse Textpassagen und fassen Sie diese kurz zusammen. Diese Eigenschaft können Sie sehr gut bei trainierten Politikern beobachten. Helfen Sie durch Fragen Lösungen zu finden und Sie werden sehen, dass daraus gewinnbringende Kooperationen entstehen können. Das ganze Leben ist ein Gespräch!

Es gibt bereits funktionierende Kooperations-Konzepte

blog_Kooperation04-3Und da der Beitrag gemeinsam statt einsam lautet, kommen wir jetzt schön langsam zu meiner schrägen Idee einer gewinnbringenden Kooperation für alle daran beteiligten Personen. Es gibt ja derzeit einige Kooperations-Konstruktionen in der Branche, die mehr oder weniger erfolgreich sind. Ich selbst hab diesbezüglich ein paar Kooperationen auf die Beine gestellt und das eine oder andere Konzept dazu geschrieben. Eines war über die bilaterale Zusammenarbeit zwischen Autohändler und Fahrschule. Andere waren Konzepte zu Kooperationen mit Vereinen und Sportlern. Zudem habe ich ein Fahrschul-Franchisekonzept sowie auch ein Konzept für eine Fahrschul-Marketingplattform erstellt, die ich wieder fallen gelassen habe, da ich die Branche (noch) nicht reif genug dafür finde. Sie sehen also, dass ich diesbezüglich doch einiges an Vorarbeit geleistet habe und mich deshalb befugt fühle, hier darüber zu schreiben. Bis nächste Woche.

PS: Im nächsten und letzten Teil dieser Serie erwartet Sie meine wirklich schräge Kooperations-Idee, die unendliche Synergien ermöglicht und für alle daran beteiligten eine im wahrsten Sinne des Wortes gewinnbringende Kooperation sein kann. Ich freu mich auf Ihr Feedback.

– Autor: Guido Peternell

4 Gedanken zu „Einsam oder gemeinsam? Teil 3/4

  1. Wolfgang Ilsemann

    Lieber Guido,
    endlich finde ich Zeit, mich mal wieder pers. für Deinen Einsatz u n d die guten Tips zu bedanken.
    Fuer mich der wichtigste Satz im letzten Artikel :

    Sich gegenseitig respektieren auch wenn man über verschiedene Dinge anderer Meinung ist..!

    Ich sehe gerade darin die Tiefe Kluft des Gewerbes, viele Wunden wurden geschlagen, die ganz schlecht heilen. Selbst nehme ich mich da nicht aus bei einem Kollegen, der zu sehr unter die Gürtellinie geschlagen hat, auf widerlichste Art.
    Die Fahrlehrer/innen können nur über das Gespräch etwas bewirken und ich hoffe so sehr, dass jede/r wirklich begreift, es ist die letzte Chance.
    Auf uns kommen geburtenschwache Jahrgänge zu, die wohl kaum jemand zur Kenntnis nimmt. Das Problem mit ruinösem Wettbewerb der z.Zt. herrscht zu bewältigen, wird sehr viele sterben lassen. Es werden sicher nicht die guten Fs sein, die jetzt schon Vorsorge treffen. Klasse statt Masse und Marketing statt Preiskrieg.
    Dank für Deinen guten Einsatz!
    Wolfgang Ilsemann. Göttingen

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    1. guido.peternell Beitragsautor

      Servus Wolfgang,

      auch wenn es manchen Personen schwer fällt, bei gegenteiliger Meinung den Respekt zu wahren, zeigt das Größe ind der fortgeschrittenen Persönlichkeit.

      Kooperationen zum Nutzen a l l e r gibt es. Es muss nur jeder dafür über seinen Schatten springen.

      Danke für die Wertschätzung und liebe Grüße aus Kärnten
      Guido 🙂

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