Eine Krise kann auch eine Chance sein

Im Beitrag Ziele – wer gut zielt, trifft besser habe ich bereits aufgezeigt, welche Auswirkungen diverse Medien auf die Denkweise der Menschheit haben. Pessimistische Überschriften bestimmen die Medienwelt, um Auflagen zu steigern und Zuschauerzahlen auszubauen. Solche Negativmeldungen brennen sich in viele Gehirne ein und lassen daraus negative und lähmende Überzeugungen werden.

Eine Krise kann auch eine Chance sein

Eine Krise kann auch eine Chance sein | © by guidopeternell

Nikolaus B. Enkelmann (13.2.1936, † 1.7.2017) war einer meiner Mentoren, von dem ich viel lernen durfte. Er sagte immer wieder „Leben heißt, dass altes stirbt und neues entsteht!“ Das gilt für deine persönlichen wie auch wirtschaftlichen Bereiche. Du hast somit die Möglichkeit, dich auf vergangene Erfolge auszuruhen, sie zu verlängern oder zu erneuern.

Zu Krisen kommt es meistens dann, wenn man aufhört, sich selbst oder seine Situation weiterzuentwickeln, weil es eh so gut läuft. Warum gibt es Menschen, die in Krisensituationen wachsen beziehungsweise daraus Kapital schlagen und andere Menschen, die in Selbstmitleid verfallen, stehen bleiben und die Krise in der Hoffnung über sich ergehen lassen, dass sie von alleine vergeht?

Die Antwort auf die Frage lautet, weil die einen krisensicher sind und die anderen nicht. In der Psychologie heißt die Krisensicherheit Resilienz. Dieses Wort umschreibt die psychische und seelische Widerstandsfähigkeit. In Wikipedia steht darüber: Resilienz ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.

Unsere ganz persönliche Brille

Jeder hat eine andere Landkarte im Kopf oder sieht die Welt, durch seine ganz persönliche Brille. Das bedeutet, dass jeder nur das sieht, was er sehen will. Der Optimist sieht darin Entwicklungsmöglichkeiten, der Pessimist jedoch die Hürden, die es verhindern, einen erfolgreichen Abschluss zu erreichen. Das führt dazu, dass sich beide in derselben Situation unterschiedlich verhalten, was zu unterschiedlichen Ergebnissen führt.

Krisen gehören zu unserem Leben. Jeder von uns musste schon Krisen bewältigen. Der eine mehr, der andere weniger. Der eine schwere, der andere nicht so schwere. Auf die negativen Auswirkungen von Krisen will ich gar nicht eingehen. Da es in meinen Beiträgen darum geht, erfolgreich(er) zu werden, lege ich hier auch die Priorität darauf, aus einer Krise eine Chance zu machen.

Krisen zwingen uns dazu, in die Gänge zu kommen, den inneren Schweinehund zu überwinden und unsere Komfortzone zu verlassen. Sie zwingen uns auch, Gewohnheiten aufzubrechen und nach Lösungen zu suchen, um aus der Krise wieder heraus zu kommen. Eine Krise stellt uns vor Herausforderungen und eröffnet uns Gelegenheiten.

Wie aber wird man resilient?

Du kannst dir die folgenden Eigenschaften aneignen und diese trainieren. Resiliente Personen unterscheiden sich dadurch von anderen, dass sie überzeugt davon sind, ihre Probleme lösen zu können. Sie sind sich im Klaren darüber, dass ihre Krise kein Schicksalsschlag, sondern eine lösbare Herausforderung ist. Zudem sind sie normal sterbliche Menschen und keine super Macher. Sie geben Schwächen schneller zu und bitten andere um Hilfe. Sie konzentrieren sich auf die Lösung und nicht auf das Problem. Das sind alles Eigenschaften, die auch du dir aneignen kannst.

Die Krise als Scheideweg

Die Krise als Scheideweg | © by guidopeternell

Du siehst also, dass du einen großen Einfluss darauf hast, wie du eine Krise erlebst und meisterst. Sie bietet dir die Chance, deine aktuellen Verhaltensweisen und Lebensumstände zu prüfen, zu verändern oder zu verbessern. Krisen stellen sich oft als Scheideweg heraus, an dem das Leben sich positiv zum Besseren verändert hat.

Und so kannst du Krisen konstruktiv nutzen

1. Nimm deine Krise an, auch wenn sie noch so weh tut

Du kannst es sowieso nicht mehr ändern, dass es zu deiner Krise gekommen ist. Es nützt auch nicht, irgendjemand dafür die Schuld zu geben. Nimm auch die Umstände und Fakten an, die auf dem Tisch liegen. Übernimm die Verantwortung für dein Handeln oder Nichthandeln, die zu deiner Krise geführt haben.

Der Altkanzler Helmut Schmidt (23.12.1918, † 10.11.2015) sagte: „In der Krise beweist sich der Charakter!“ Hab deshalb den Mut, dich dieser Voraussetzung zu stellen. Es ist deine Krise und nur du kannst diese bewältigen. Mach dich zuerst über die vorhandenen Tatsachen und Fakten her. Dadurch kannst du dir ein vollständiges Bild von den Umständen machen und bist auf dem besten Weg, die Aufarbeitung der Krise zu starten.

2. Übernimm die Verantwortung für deine Krise

Verschwende keine Zeit mit Fragen wie: „Warum gerade ich?“ und dergleichen. Verzichte auch auf Überlegungen wie „hätte ich, wäre ich…?“ Du hast deine Krise und niemand kann sie weg reden. Die Vergangenheit kann nicht mehr geändert werden. Verbau dir damit nicht den Blick auf deine konstruktive Lösung.

Nimm die Zukunft in deine Hände. Konzentriere dich darauf, was du zukünftig besser machen kannst. Stell dir die Frage, wie du am besten aus der Krise wieder herauskommen kannst. Und danach fragst du dich, was du selbst dazu beitragen kannst. Nutze dafür meine Checkliste „Von der Krise zur Chance“.

3. Bewahre Ruhe und gehe in dich

In so einer Situation ist Ruhe bewahren leichter gesagt als getan. Trotzdem solltest du deine Überlegungen in ruhiger Umgebung ohne Störungen anstellen. Nimm dir Zeit für dich und deine Überlegungen. Besprich dich auch in Ruhe mit allen Betroffenen und Beteiligten. Vermeide dabei Schuldzuweisungen, Vorwürfe oder gegenseitige Angriffe. Such mit ihnen gemeinsam nach konstruktiven Lösungen.

Notiere alles in deiner Checkliste. Schreiben hilft den Kopf frei zu bekommen. Wenn du nur alleine betroffen bist, dann suche dir Menschen, die du um Hilfe und Rat bitten kannst. Solche Gespräche können einerseits sehr heilsam sein und andererseits können Externe diverse Situationen mit mehr Abstand analysieren.

4. Baue deinen Stresspegel ab

Krisen sind akute Belastungen für Körper und Geist. Sorge deshalb dafür, deinen Belastungspegel runterzuschrauben. Verschiebe unwichtige Termine, nimm Urlaub oder baue Plusstunden ab. Geh in den Wald, mach eine Bergwanderung, fahr mit dem Fahrrad spazieren. Bewege dich auf der frischen Luft. Das trägt alles zur Entspannung bei.

5. Mach deiner Angst den Garaus

Krisen machen unglücklich, unzufrieden, ärgerlich, wütend, hilflos und vieles mehr. Krisen enttäuschen uns, ohne zu wissen, was wir wirklich fühlen. Wenn du deine Gefühle und deren Auslöser beschreibst, dann machst du sie dir bewusst. Beschreibe deine Gefühle in deiner Checkliste. Damit gewinnst du einen Teil deiner Situationskontrolle zurück.

Checkliste „Von der Krise zur Chance“

Checkliste „Von der Krise zur Chance“ | © by guidopeternell

Durch das Aufschreiben, was du fühlst, wirst du in deinem Krisenmanagement aktiv und kannst dich schrittweise der Krisenlösung nähern. Und wenn du deine Gefühle in der Checkliste beschrieben hast, dann beantworte folgende Fragen dazu: a) Worüber bist du enttäuscht? b) Worüber ärgerst du dich? c) Wovor hast du in deiner Situation am meisten Angst? d) Was könnte dich aufheitern und positiver stimmen? Verwende dazu die Checkliste.

Du wirst dabei erkennen, dass Angst kein guter Ratgeber ist. Analysiere deshalb deine Situation, die dir Sorgen bereitet ohne Angst, offen, ehrlich und überlegt. Was könnten die schlimmsten Folgen deiner Krise sein? Nachdem du dir die schlimmstmöglichen Folgen klargemacht hast, solltest du dich damit abfinden. Du wirst sehen, wenn du dir die schlimmsten Folgen überlegst und dich damit abfindest, geschieht etwas sehr Wichtiges:

Die Angst schwindet und macht einem Gefühl der Sicherheit Platz.

Du wirst gelassener und kannst deine Zeit und Energie dazu verwenden, die schlimmstmöglichen Folgen, die du geistig akzeptiert hast, abzumildern. Jetzt kannst du Mittel und Wege finden, um den zu erwarteten Krisen-Supergau zu verringern. Das ist sehr schwer, wenn du dir weiter Sorgen machst und diese deine Konzentrationsfähigkeit lähmen.

Diese Vorgehensweise holt dich aus dem grauen Nebel heraus, indem du in deiner Krise blind vor Angst und Sorgen herumtappst. Du gewinnst dadurch wieder Boden unter den Füßen und kannst wieder besser denken und handeln. Wenn du auf das Schlimmste gefasst bist, hast du nichts mehr zu verlieren, sondern alles zu gewinnen. Wenn du also Sorgen und Ängste hast, dann mach folgendes:

  • Frage dich, was dir als Schlimmstes passieren könnte!
  • Sei bereit, dies notfalls zu akzeptieren!
  • Mach dich in aller Ruhe daran, es nach besten Kräften zu ändern.

6. Erstelle deinen Plan

Mit deinem heutigen Wissen kannst du alles dir Mögliche tun, um deine Krise zu bewältigen. Ob du sie bewältigen willst oder wirst, hängt ganz allein von dir selbst ab. Mach dir also Gedanken darüber, welchen Handlungsspielraum du hast. Du hast jetzt in deiner Checkliste stehen, was deine größte Angst ist. Du hast deine Gefühle drinnen stehen und bist dir dessen bewusst.

Du weißt jetzt, wo du anpacken kannst. Du weißt auch, an welchen Knöpfen du jetzt drehen musst. Schreib jetzt in deine Checkliste dein Ziel, das du nach deiner Krisenbewältigung erreichen willst. Entwickle deinen Plan, mit dem du dein gestecktes Ziel erreichen willst. Bitte dir vertraute Personen um Hilfe bei deiner Planung und Umsetzung.

Oft glaubt man in Krisensituationen, sich in einer Einbahnstraße zu befinden, aus der es kein Zurück gibt. Du hast immer die Wahl, es so oder anders zu machen. Wenn du einen Weg gefunden hast, dann findest du auch noch einen zweiten, dritten oder vierten. In der heutigen Zeit gibt es unendlich viele Möglichkeiten. Nur die Gewohnheit, die Komfortzone oder auch so manche Sturheit machen uns blind. Dies hindert uns oft daran, nach Alternativen zu suchen. Wenn du dir dessen bewusst wirst, dann wähle die beste Alternative und schreibe deine Gedanken wieder in deine Checkliste.

7. Starte noch heute damit

Erfolgreich(er) werden kommt vom TUN. Einer meiner Trainer sagte einmal, dass Handeln von Hand und nicht von Mund kommt. Wenn du dich in einer Krisensituation befindest und diesen Beitrag mit den Empfehlungen gewissenhaft bis hierher durchgearbeitet hast, dann wirst du mit deiner bestmöglichen Lösung aus der Krise herauskommen.

Red nicht nur darüber, tu es einfach!

Red nicht nur darüber, tu es einfach! | © by guidopeternell

Wenn du in einer Krisensituation bist, dann starte noch heute damit, um deine Situation zu verbessern. Die Anleitung dazu findest du in diesem Beitrag. Arbeite deine Checkliste gewissenhaft durch und setze das um, was du als beste Lösung für deine Situation erkannt hast. Nur dadurch machst du aus deiner Krise eine Chance.

Für deinen Erfolg!

Dein arbeitet auch gern mit Checklisten

Guido – Autor: Guido Peternell

P.S.: Wenn du mit Krisen ähnliche Erfahrungen wie ich oder ganz andere Erfahrungen gemacht hast, dann lass uns bitte hier unten in der Kommentarfunktion daran teilhaben. Vielen Dank im Voraus!

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