Die Wanze in der Hosentasche

Der Nettogewinn von Apple im Jahr 2014 war 39,51 Mrd. US-Dollar. Diese Nachricht war Zeit für mich, über die Wanze in der Hosentasche und somit der zunehmenden Überwachung unserer Privatsphäre laut nachzudenken.

blog_Zeitungen01-3Mit voranschreitender Digitalisierung werden wir immer gläserner. Einerseits könnte mir das egal sein, da ich nichts zu verbergen habe, andererseits mache ich mir trotzdem meine eigenen kritischen Gedanken zu meiner Wanze in meiner Hosentasche. Digitalisierung, Vernetzung, Überwachung, Spionage und vieles andere füllt immer mehr die Seiten unserer Medien.

Zeitdiebe als erster Gedankenanstoß

Wanze Zeitdiebe 01-2Jeder definiert das Thema Zeit unterschiedlich und trotzdem hat kaum jemand mehr Zeit. Auf die Frage: „Treffen wir uns mal dann oder wann?“ kommt nicht selten die Antwort: „Ich habe keine Zeit!“ Dabei hat doch jeder Mensch gleich viel Zeit zur Verfügung. Zeit, die jeder von uns in der Gegenwart bewusst erleben und genießen sollte, denn Zeit bestimmt Großteils unsere Lebensqualität. Was hat jetzt Zeit mit dem Titelthema zu tun?

blog_Fahrstunde06-3Für mich viel, denn ich stelle mir sehr oft in sozialen Medien und Gruppen die Frage: „Wann arbeiten die Fahrlehrer eigentlich, die tagtäglich, ja, sogar stündlich in diesen Medien anzutreffen sind? Oder kommunizieren sie gar während ihren Fahrstunden in diesen Medien? Ich für mich habe entschieden, mit meiner noch verbleibenden Lebenszeit sorgsam umzugehen. Aus diesem Grund habe ich von meinem Smartphone alle Sozial-Media Apps gelöscht und ihr glaubt es kaum, sie fehlen mir nicht einmal.

Uhr 04-3Zudem habe ich meine Beiträge auf Google+, LinkedIn, Xing, Facebook und twitter weitgehend automatisiert. Ja, auch die Automatisierung einzurichten ist Arbeit. Die habe und werde ich auch weiter investieren. Für außertourliche Beiträge, Geburtstagswünsche und diverse Fahrlehrergruppen nehme ich mir geblockt Zeit, damit sie nicht meinen Alltag bestimmen. Außerhalb dieser Zeit habe ich sie abgeschaltet, und lass mich dadurch bei meiner Arbeit nicht ständig stören.

Speicherung und Nutzung persönlicher Daten

SocialMedia 01-2Der Mensch ist ein Herdentier. Er geht dorthin, wo die meisten anderen auch sind. Und viele Menschen gehen mit ihrer Wanze in der Tasche (Handy) und den sozialen Medien so sorglos um, weil sie nicht wissen, was die Betreiber solcher Medien mit den dabei gesammelten Daten und Verhaltensprofilen alles anstellen. Vielleicht ist das auch gut so. Ich für mich habe jedenfalls nie einen Dienst eingeschaltet, der feststellen und anderen zeigen kann, wo ich mich gerade befinde. Das ist meine persönliche Freiheit und ich möchte sie nicht missen.

Wanze Überprüfung 01-3Heißt das jetzt, dass ich mich den digitalen Revolutionen entsage? Nein, das heißt es nicht! Ich nehme sie nur so in Anspruch, wie ich es möchte und nicht so, wie die Big-Data-Profiteure es von mir erwarten. Das bedeutet, dass ich kein Feind der Technik bin. Ich bin ein Freund der Technik zu meinem Nutzen und nicht zum Nutzen der oben beschriebenen Profiteure. Ich habe etwas gegen die Überprüfung der Menschen, wie sie manche Politiker und so genannte Sicherheitsexperten fordern. Ich befürworte nicht, dass die Maschine intelligenter als der Mensch und somit, wie beispielsweise die Atomenergie, zur Gefahr der Menschheit wird.

Moderne Überwachungsgeräte

handys 01-2Von diesen Geräten – Wanzen in unseren Taschen – gibt es heute schon sehr viele. Smartphones, magische Brillen und Uhren, intelligente Haustechnik, Sport-Apps und viele mehr tragen wir teilweise ständig mit uns herum. Mit solchen Geräten, Programmen und Apps ist man anscheinend IN und wer sie nicht nutzt, ist ein Verweigerer der digitalen Zukunft. Ganz egal ob man damit abgehört, ausgespitzelt oder sonst noch etwas wird. Da man im Grunde genommen gar nicht mit bekommt, was mit Daten, Verhaltensmustern und persönlichen Eigenschaften passiert, findet die Hälfte der deutschen Bundesbürger gar nichts verwerfliches daran.

Data-Analytics und Internet

Data-Analytics 01-2Fakt ist, dass Daten über mein Telefonverhalten nicht nur fürs Telefonieren verwendet werden. Mit Data-Analytics wird beispielsweise durch mein Telefonverhalten auch mein Charakter analysiert. Fakt ist auch, dass ich mit solchen Analysen und deren Weitergabe die Kontrolle über meine Daten verliere, die somit durch die halbe Welt reisen. Von der Wanze in unseren Taschen aus. Ich möchte gerne wissen, was Google analysiert, wenn Personen im Internet nach verschiedenen Medikamenten und Krankheitsbildern suchen. Und noch mehr möchte ich wissen, an wen diese Verhaltensprofile und Gewohnheiten dann verkauft werden. Etwa an Krankenversicherungen, größere Arbeitgeber oder gar Gesetzgeber?

Alles wird vernetzt

vernetzt 01-2Smarthome senkt unsere Heizkosten ist der Werbeslogan unseres Stromanbieters. Weniger Heizkosten und mehr Komfort soll es laut Werbung bringen. Im Grunde genommen ist es eine weitere Wanze in unseren 4 Wänden. In der Werbung sind nur die Vorteile aufgelistet. Einer dieser Vorteile ist: „Von unterwegs steuerbar – über Smartphone und Tablet. Vom Sicherheitsproblem ist in der Werbung nichts zu hören. Die Leute sind sich überhaupt nicht im Klaren, dass Heizung, Auto, Klingel, Herd und dgl., die im Internet hängen, auch gehackt werden können.

Ich will überhaupt nicht schwarzmalen. Ich will nur zum Nachdenken anregen. Wenn ich einen Herd über das Internet mit meinem Smartphone einschalten kann, dann kann es ein anderer auch. Und ich möchte gar nicht nachdenken darüber wie es ist, wenn jemand ein Atomkraftwerk oder autonom fahrendes Auto hackt und es somit zu einer Bombe umfunktioniert.

Fazit

Wissen ist Macht 01-2Geht vorsichtiger mit euren Daten um, denn ihr wisst nicht, was durch die Wanze in eurer Hosentasche Mobilfunkbetreiber, iPhone, Facebook, Google, WhatsApp und bereits viele mehr mit euren Daten und Verhaltensprofilen machen. Angeblich soll es noch nie Staaten gegeben haben, die so viel Macht wie Google hatten. Somit kommt es zu einer Machtverschiebung, weg vom Staat und hin zu kommerziellen Unternehmen. Die Folge daraus könnte Druck zum Ändern von Gesetzen sein. Und wenn dabei die Grundrechte des Menschen verletzt werden, dann fände ich das nicht mehr lustig.

Falls Sie Infos oder Fragen zum Thema haben, können Sie sie hier unten in der Kommentarfunktion gerne kommunizieren. Und wenn Sie den Beitrag gut finden, dann freue ich mich natürlich auch über Ihr positives Kommentar.

Inspiriert von Yvonne Hofstetter’s Buch „Sie wissen alles“

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– Autor: Guido Peternell

6 Gedanken zu „Die Wanze in der Hosentasche

  1. Dietmar Heblich

    Guten Abend, Guido,
    es ist immer wieder interessant, Deine Meinung zu lesen. Das ist oft wie ein „Wachrütteln“ und man nimmt sich vor, jetzt einiges zu ändern. Das ist gut so, aber wer tut es nun wirklich? Ich selbst habe zwar auch ein smartphone immer bei mir. Während der Fahrstunden und während des Unterrichts ist es abgeschaltet. Ansonsten telefoniere ich damit – mehr nicht. Mit immer größerer Abneigung stehe ich dem „so großen technischen Fortschritt“ gegenüber. Die Gesellschaft läßt sich sehr zu ihrem Nachteil verändern und die wenigsten merken es. Viele junge Menschen haben keine menschlichen Freunde mehr und der Freundeskreis existiert nur noch im Handy. Auch viele Familien leiden darunter.
    Und nun hast Du aufgedeckt, wie intensiv die meisten Handy-Nutzer ausspioniert werden und sie wissen das gar nicht oder machen sich keine Gedanken darum. Wer nicht alle Funktionen und Apps im smartphone nutzt, ist eben nicht in.
    Man sollte die head-down-Gesellschaft sehr intensiv aufklären – wie könnte man das tun?
    Ich selbst werde mit meinen Freunden, Bekannten und mit meinen Fahrschülern nun doch sehr ernsthaft über dieses Thema diskutieren. Vielleicht kann ich ja durch ein mündliches Gespräch einiges rüberbringen. Vielleicht erreiche ich damit auch deutsche smartphone-Nutzer, wenn sie nicht gerade 3,8 Std./Tag auf ihr phone gucken (oder wie in Japan sogar bis 8 Stunden täglich am smartphone hängen.
    ???????????????? Was kann man tun?
    Grüße von Dietmar Heblich

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    1. Guido Peternell Beitragsautor

      Servus Dietmar,

      danke für deinen Kommentar. Ja, es soll auch ein Wachrütteln sein, denn meiner Meinung nach wird viel zu sorglos mit dem Handy, mit dem iPhone, mit WhatsApp und dgl. umgegangen. Auch mit Google (Android) wird zu sorglos umgegangen.

      Wer tut es? Ich habe es getan/geändert. Ich glaube, das muss jedoch jeder für sich selbst entscheiden. Wenn ich an den iPhone-Hype denke und die vielen Apps, dann kann ich nur sagen, dass dies unglaubliche Datensammler sind. Wer zB WhatsApp installiert gibt seine gesamten Daten freiwillig an das Unternehmen ab. Nicht nur bei WhatsApp. Deshalb habe ich ja alle meine Social Media Apps von meinem Smartphone gelöscht und verwende es nur noch zum Telefonieren und die E-Mails. Und da BlackBerry nicht so stark verbreitet wie Android, iPhone und Samsung ist, habe ich auch nicht so ein ungutes Gefühl damit. Vielleicht bin ich altmodisch. Ich fühl mich mit meinem BB einfach nicht so ausspioniert als mit einem anderen Smartphone.

      Du bist ja auch schon auf dem richtigen Weg mit deinem Smartphone und deiner Aktivitäten, nach diesem Artikel. Der Fortschritt ist nicht immer nur ein Segen, wie du es schon so schön beschrieben hast. Wenn du anderen helfen möchtest, dann teile und verbreite diesen Artikel in deinem Freundeskreis und so oft wie möglich. Damit kannst du wachrütteln, doch verändern kannst du nicht. Das müssen die Leute sich schon selbst.

      ???????????????? Was kann man tun? >>> Teilen, teilen und noch viele Mal teilen, damit so viel Menschen wie möglich davon erfahren.

      Liebe Grüße und noch gute Nacht

      Guido 🙂

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  2. Guido Peternell Beitragsautor

    Amazon wird zum globalen Speicher für geistiges Eigentum.
    Wo führt das hin?

    Die Großen werden immer mächtiger und wissen immer mehr über uns User bescheid. Amazon baut beispielsweise ein Rechenzentrum nach dem anderen und vermietet Speicherplatz an mehr als hunderttausend Firmen. >>> http://bit.ly/1CDBB3j

    Wie lange dauert es noch, bis das geistige Eigentum der westlichen Welt bei Amazon, Google, Facebook und dgl. lagert?

    Antworten
  3. Guido Peternell

    Big Data: Auf dem Weg zur „Real-Time-Enterprise“
    Echtzeitanalyse von dynamischen Daten weisen enormes Potenzial auf

    Alleine dieser Satz sollte zum Denken anregen: Wir dürfen die anfallenden Daten nicht nur sammeln und im Anschluss daran bewerten, sondern müssen eine kontinuierliche Echtzeitanalyse vornehmen.

    Mehr darüber hier >>>

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  4. Guido Peternell Beitragsautor

    Extreme Datennutzung schockiert App-Nutzer
    Standort in zwei Wochen bis zu 5.000 Mal an Facebook übermittelt

    Viele Smartphone-Nutzer haben keine Vorstellung davon, wie oft ihre Apps auf Daten wie Standort oder Kontaktlisten zugreifen. Wenn sie das wüssten, würden sie laut dem Ergebnis einer Experimentreihe der Carnegie Mellon University rasch handeln und etwas daran ändern.

    Mehr darüber hier >>>

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