Chancen findest du nur außerhalb der Komfortzone (1)

Wartest du auf Chancen, die dich erfolgreicher machen sollen, jedoch bis heute noch nicht eingetreten sind? Gibt es Ziele, die du erreichen oder Dinge, die du tun wolltest, sie jedoch nicht erreicht hast oder nicht getan hast? Wenn ja, dann ist dieser Beitrag heute genau richtig für dich.

Chancen findest du nur außerhalb der Komfortzone
Chancen findest du nur außerhalb der Komfortzone | © by guidopeternell

Täglich hält dich dein Arbeitsalltag auf Trab und gewohnte Abläufe mit diversen Routinen bestimmen dein Leben. Auf die kannst du dich verlassen und deshalb lenken dich auftretende Herausforderungen von deiner Komfortzone ab. Das ist meistens unangenehm für dich. Chancen sind keine erkennbar.

Aus diesem Grund versuchst du solche Situationen zu vermeiden. Sie stören nämlich deine Ruhe und Sorglosigkeit, denn du wirst dadurch aus deinem gewohnten Umfeld (Komfortzone) gerissen und musst einen ungewohnten Bereich außerhalb der Komfortzone betreten.

Auch wenn es ruhig und angenehm in der Komfortzone ist, ist es dort ziemlich ereignislos. Chancen, die dich (noch) erfolgreich(er) machen können, bieten sich dir nur außerhalb dieser. Dort musst du mit Gegenwind rechnen, dort können Fehler passieren und dort kannst du vielleicht auch mit der einen oder anderen Idee scheitern. Und wenn du es dann richtig machst, wirst du nach dem Umfallen wieder aufstehen und weitergehen.

Angst und Bequemlichkeit halten dich in der Komfortzone

In der Komfortzone funktionieren deine Tätigkeiten ziemlich automatisch. Es ist bequem wenn du genau weißt, was dich jeden Tag erwartet und wie zuverlässig du deine Aufgaben erledigst. Das hält zwar den Stress gering aber kann das schon alles sein? Wie schaut es da mit Chancen für dich und deine Karriere aus?

Jochen Mai von Karrierebibel sagt: „Veränderung tut weh. Wachstum tut weh. Aber nichts schmerzt so sehr, wie unter seinem Potenzial zu bleiben.“ Ich kann seine Aussage nur bestätigen. Wenn ich in meiner Komfortzone geblieben wäre, dann würde ich heute kein Experte in meiner Branche sein und würde auch nicht diese Beiträge für dich schreiben.

Laut Jochen Mai sind folgende drei Ängste für unser Verweilen in der Komfortzone verantwortlich:

1. Die Angst zu versagen

Wenn ich an meinem Start in die Selbstständigkeit (vor über 25 Jahren) zurückdenke, dann kann ich das nur dick unterstreichen. Das war eine meiner größten Hürden, als ich als Unternehmensberater an den Start ging. Keiner kannte mich und ich hatte keinen Hochschulabschluss. Ich hatte wohl eine Unternehmensberaterausbildung, aber meine zukünftigen Kunden waren damals alles Ingenieure und Akademiker.

Ich wusste damals nicht, ob ich den Erwartungen gerecht werden kann. Zudem hatte ich Existenzangst, da ich kein Sicherheitsnetz (kein Einkommen aus einer anderen Tätigkeit) hatte und mir im Klaren war, dass ich meine Familie ernähren musste. Ich sah jedoch nicht nur die Risiken (Angst ist ein schlechter Berater), sondern die Chancen, die sich mir boten. Deshalb ließ ich diese nicht verstreichen und agierte meistens außerhalb der Komfortzone.

2. Die Angst vor der Anstrengung

Jede Veränderung bringt Energieaufwand mit sich. Es kommt neues auf uns zu, das wir noch nicht kennen und erst lernen müssen. Wenn ich da wieder an mein erstes Jahr als Selbstständiger zurückdenke, dann fällt mir ein, welche Anstrengungen ich auf mich nehmen musste, um mir einen Namen zu machen und mich zu positionieren.

Ich fuhr im ersten Jahr in Österreich 100.000 Kilometer mit einem Audi 80, der nicht einmal eine Klimaanlage hatte. Dementsprechend verschwitzt kam ich zu meinen Kundenterminen. Die ersten fünf Unternehmer beriet ich gratis, bis sie durch meine Arbeit so viele Kunden mehr gewannen, dass sich mein Honorar für sie amortisierte. Ich hatte jedoch keine Angst vor der Anstrengung, denn ich wusste ja gar nicht, welche Anstrengungen mich erwarteten.

3. Die Angst nicht akzeptiert und zurückgewiesen zu werden

Auch diese Angst hatte ich! Da ich jedoch 1993 durch meine eigene Kündigung in meiner Arbeitsstelle Geld verdienen musste, hatte ich keine Zeit, um viel über diese Angst nachzudenken, sondern musste aus der Komfortzone raus und jede Chance, die sich mir bot, annehmen. Die Angst schlummerte trotzdem in mir und deshalb wollte ich jedermanns Liebling sein und es allen recht machen.

Ich habe jedoch hart an mir und meiner Weiterentwicklung gearbeitet, konnte dadurch mein Wissen und meine Fähigkeiten unter Beweis stellen und wurde deshalb relativ rasch von meinen Kunden akzeptiert, respektiert und geschätzt. Dies wäre jedoch ohne das Verlassen meiner Komfortzone nicht möglich gewesen.

Eine Krise ist auch eine Chance

Natürlich habe ich mir außerhalb der Komfortzone öfters den Kopf angerannt. Doch ohne den Weg aus der Komfortzone hätte ich viele Chancen gar nicht erhalten, die ich ergreifen konnte und die mich erfolgreich machten. Ich war nie jemand, der Dienst nach Vorschrift machte, sondern habe immer mehr getan, als ich musste.

Ich habe in meinem Leben nie einen Job suchen müssen, sondern bin immer abgeworben worden. Das bedeutet, dass ich immer so präsent war, dass man mich wahrgenommen hat. Daran sieht man, dass ich schon immer an meiner Positionierung gearbeitet habe. Und diese Positionierung war Leistung, Nutzen geben und Qualität.

Chancen nutzen

Wenn ich nicht meine Chancen außerhalb meiner Komfortzone gesucht hätte, dann wäre ich nicht aufgefallen und könnte keine Erfolgsliste in meiner Berufslaufbahn vorweisen. Ich habe immer gezeigt, wozu ich fähig bin, obwohl ich oftmals dabei hingefallen, wieder aufgestanden und weiter meinem Weg treu geblieben bin.

In der Komfortzone hätte ich mein Netzwerk nicht ausbauen können. Ich war immer bereit, Nutzen zu geben und mich einzubringen, ohne dass Verdienen groß im Vordergrund stand. Ich habe nie Gegenleistungen erwartet, auch wenn ich sie erhofft habe. Zudem habe ich für meine persönlichen Ziele viel gelernt, hart gearbeitet und nie aufgegeben. Das kannst du auch.

Für deinen Erfolg!

Dein außerhalb der Komfortzone hart am Wind segelnder

Guido – Autor: Guido Peternell

P.S.: Nächste Woche kommt die Fortsetzung dieses Themas und lautet: „Mein Weg aus der Komfortzone (2)“. Ich freu mich, wenn du wieder dabei bist.

P.P.S.: Und danke für dein Feedback.

6 Gedanken zu „Chancen findest du nur außerhalb der Komfortzone (1)

  1. Jacqueline Weber

    Lieber Guido,
    Danke für diesen inspirierenden Beitrag! Du sprichst mir aus dem Herzen…. Und ich glaube, dass viele Menschen zu selten über dieses Thema der Komfortzone nachdenken, meist erst, wenn das Leben sie „gewaltsam“ dort herauszudrängen versucht. In diesen Momenten fehlt es dann jedoch an Ruhe und Klarheit zur Reflexion. Dann wünscht man, schön früher über Chancen nachgedacht zu haben.
    Das Leben ist dann streng, ganz nach dem Motto ‚und bist du nicht willigt, so brauch ich Gewalt‘.
    Ich hoffe, dass viele Leute Deinen Artikel lesen!

    Viele Grüße aus Deutschland
    J. Weber

    Antworten
    1. Guido Peternell Beitragsautor

      Liebe Jacqueline,
      vielen Dank für dein Feedback. Schön wieder einmal von dir zu hören.
      Es freut mich, dass du noch immer meine Beiträge liest.
      Du hast vollkommen recht. Die wenigsten denken über die Komfortzone nach und viele davon bestraft das Leben.
      Es würde mich freuen, wenn du meinen Artikel/Blog weiterempfiehlst.
      Liebe Grüße nach Deutschland
      Guido 🙂

      Antworten
      1. Jacqueline Weber

        Lieber Guido,

        ich empfehle Deinen Blog vielen Menschen, denn Deine Beiträge sind nicht nur für die Fahrschulbranche wertvoll, sondern auch für Unternehmer anderer Branchen.
        Ich persönlich bewundere Dein Engagement sehr. Du bleibst bei allen Themen fokussiert auf Lösungswege, ohne die Probleme unnötig in Jammerei zu baden. Diese Einstellung ist weise und vernünftig. Und auch Dein Schreibstil ist kurzweilig und klar. Meinem Empfinden nach, gibt es in der Beraterszene nur ganz wenige, die so wertvoll und authentisch sind, wie Du es bist.
        Liebe Grüße
        Jacqueline

        Antworten
        1. Guido Peternell Beitragsautor

          Liebe Jacqueline,

          vielen Dank für die Blumen und, dass du meinen Blog weiterempfiehlst. Der Dialog mit dir hat mir schon länger gefehlt.
          Ich freue mich darüber und schätze es sehr.

          Liebe Grüße aus dem Ösiland
          Guido 🙂

          Antworten
          1. Jacqueline Weber

            Lieber Guido,
            ich bin gerade dabei, mein eigenes Unternehmen zu gründen (Schwerpunkt UX Design Consulting). Unser Austausch dürfte also in Zukunft wieder reger werden. Und ich freue mich ebenso darauf.

            Liebe Grüße 😘

            Jacqueline

          2. Guido Peternell Beitragsautor

            Liebe Jacqueline,
            herzlichen Glückwunsch zu deiner Entscheidung. Ich freue mich ebenso auf regen Austausch mit dir.
            Viel Erfolg und liebe Grüße
            Guido 🙂

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