Beziehung ist ein sehr wichtiger Erfolgsfaktor

Die Arbeit und das Privatleben lassen sich sehr schwer trennen. Ich habe die Wichtigkeit der Beziehung an meinen Mitarbeitern und mir persönlich selbst erlebt und deshalb widme ich den heutigen Blogbeitrag diesem Thema. Ich bin gespannt, ob du ähnliche Erfahrungen gemacht hast und freue mich schon jetzt über dein Feedback.

Beziehung ist ein sehr wichtiger Erfolgsfaktor
Beziehung ist ein sehr wichtiger Erfolgsfaktor | © by guidopeternell

Karriere und Beziehung sind wie siamesische Zwillinge. Sie sind zwar keine Fehlentwicklung, jedoch kaum voneinander zu trennen. Wer im Beruf erfolgreich sein möchte, muss entweder ein Single bleiben oder in einer verständnisvollen Partnerschaft leben.

Beziehung und Job

Berufliche Entscheidungen beeinflussen das Privatleben,  weil durch den Job meistens im Privatleben Kompromisse gefunden werden müssen. Kompromisse, die bei Frischverliebten überhaupt kein Problem zu sein scheinen, in Beziehungen mit Kindern jedoch zu großen Herausforderungen führen und somit die Beziehung gefährden können.

Meine Beziehung und meine Arbeit

Ich starte mit meiner persönlichen Beziehung zu meinem Beruf und meiner Familie. Wie du vielleicht weißt, war ich in meinem Erstberuf Kfz-Elektriker und übte nebenberuflich samstags, sonntags und feiertags den Beruf als Fahrlehrer aus. Allein diese Konstellation meiner Tätigkeit war nicht gerade familienfreundlich, weil ich sehr wenig Zeit für unsere gemeinsame Beziehung hatte.

Die Beziehung auf Verständnis aufgebaut

Ich habe jedoch eine verständnisvolle Frau, die auch heute noch meine Ehefrau ist und die damals als Bankkauffrau auch voll im Berufsleben stand. Wir wollten uns gemeinsam etwas schaffen und nahmen dafür vieles in Kauf, was heutige Beziehungen, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr in Kauf nehmen.

Ohne Risiko kein Erfolg

Wir haben uns getraut, ein Reihenhaus zu kaufen und wollten die damit verbundenen finanziellen Verpflichtungen mit gemeinsamen Fleiß, der Tätigkeit meiner Frau sowie meiner haupt- und nebenberuflichen Tätigkeit wettmachen. Da wir von niemandem etwas geerbt haben und auch keine Aussicht auf ein Erbe hatten, haben wir uns mit dieser finanziellen Verpflichtung schon ein wenig aus dem Fenster lehnen müssen. Ich dachte jedoch 1979 schon: „Ohne Risiko keinen Erfolg!“

Ich verlor meinen Job als Kfz-Elektriker

Das Reihenhaus wurde neben 15 anderen gebaut und wir zogen 1981 zufrieden in dieses gewünschte Haus ein. Da ich damals als Kfz-Elektriker neben sieben meiner Kollegen aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt wurde, startete ich meine hauptberufliche Fahrlehrerkarriere. Ich machte alle fehlenden Führerscheinklassen nach und konzentrierte mich voll auf meine Fahrschullehrer-Karriere.

Unser Wunsch war eine richtige kleine Familie

Dieser Wunsch ging 1982 mit der Geburt unseres Sohnes in Erfüllung. Damit waren meine liebe Gattin, ich und auch unsere Beziehung sehr gefordert. Ich war plötzlich Alleinverdiener ohne Nebenberuf sowie ohne zusätzlichem Einkommen und musste wegen finanziellen Belastungen viel Zeit in meine Arbeit stecken, um über die Runden zu kommen.

Von der Bankkauffrau zur Hausfrau und Mutter

Meine liebe Gattin war mit unserem Sohn zu Hause und widmete sich dem Haushalt und der Kindererziehung. Das musste sie während meiner Abwesenheit ganz allein meistern, da wir keine Eltern oder Großeltern hatten, die uns in dieser Beziehung hie und da zeitlich unterstützen hätten können. Da sie es in der Bank gewohnt war, Kundenkontakt zu haben, war der Kontrast zur Hausfrau und Mutter für sie doch sehr herausfordernd.

Die Beziehung wird auf die Probe gestellt

Ich arbeitete in der Fahrschule oft von Montag bis Sonntag täglich mehr als 10 Stunden und widmete mich privat meiner Weiterentwicklung als Fahrschullehrer. Und wenn ich damals nach Hause gekommen bin, war ich von meiner Arbeit als Fahrschullehrer oft so gestresst und müde, dass ein Wort das andere ergab und damit in einer kleinen Beziehungskrise ausartete.

Mein kreatives Hobby half meiner Beziehung

Da ich jedoch meine intakte Beziehung nicht riskieren wollte, meine Frau und meinen Sohn damals wie auch heute noch liebe, suchte ich nach einem Ausweg. Diesen fand ich in meiner Kreativität. Wenn ich nach Hause kam, begab ich mich für eine halbe Stunde bis einer Stunde in meine Bastelstube und bastelte dort an meinen venezianischen Masken und Puppen (siehe Bild unten).

Venezianischen Masken und Puppen
Venezianischen Masken und Puppen | © by guidopeternell

Basteln beruhigte mein Nervenkostüm

Diese Vorgehensweise beruhigte nach getaner Arbeit mein Nervenkostüm und machte mich erst für neutrale ehelichen Diskussionen fit. Dadurch konnte ich trotz wenig gemeinsamer Zeit diese viel intensiver mit meiner Familie nützen, als wenn ein unbedachtes Wort das andere ergibt und damit viel zu viele Beziehungen in Brüche gehen lässt.

Ein toller Mitarbeiter von mir und seine Beziehung

Ich hatte in der Fahrschule einen Mitarbeiter, der mir jährlich 70-80 neue Fahrschüler brachte. Dieser Mitarbeiter war glücklich verheiratet und Vater eines kleinen Sohnes. Er leistete während geregelten Dienstzeiten tolle Arbeit und verbrachte viel Zeit mit seiner Familie. Seine Frau war jedoch unzufrieden und der Meinung, dass er zu wenig zu Hause sei.

Er ließ seine Beziehung zu mir spielen

Aus diesem Grund wollte der Mitarbeiter sich verändern und suchte eine andere Arbeit. Als ich selbstständig wurde und meine Unternehmensberatung für Fahrschulen eröffnete, bewarb er sich bei mir als Mitarbeiter. Ich habe ihn ausgebildet, kannte ihn also und deshalb stellte ich ihn auch gerne ein. Er wusste worauf es ankam, hat meine Erfolgskonzepte in der Fahrschule schon umgesetzt und konnte super mit Menschen umgehen.

Er brannte für seine neue Aufgabe

Dieser Mitarbeiter brannte für seine neue Aufgabe, als Berater und Umsetzer meinen Kunden beim (noch) erfolgreicher werden behilflich zu sein. Er durchlief die dafür notwendigen Weiterbildungen und ich führte ihn fließend bei meinen Kunden in seine neue Arbeit ein. Wir waren ein gutes Team und schon bald konnte er seine eigenen Kunden mit seinem Wissen und Können begeistern.

Die Beziehung verschlechterte sich…

…weil ihn seine Frau immer mehr daran hinderte. Sie machte ihn das Leben so schwer, dass er verspätet zu Kundentermine kam oder diese teilweise sogar kurzfristig absagte. Dieser Umstand verschlechterte seine Beziehung zu seinen Kunden und zu mir so sehr, dass wir gezwungenermaßen leider wieder getrennte Wege gehen mussten.

Die Beziehung ging in Brüche

Leider ging damals auch die Beziehung zu seiner Frau in Brüche und er ließ sich von ihr scheiden. Heute ist er wieder glücklich verheiratet, hat mit einer verständnisvollen neuen Frau eine kleine Tochter und zu seinem Sohn aus erster Ehe ein sehr gutes Verhältnis. Er hat einen Job, der ihn erfüllt und ist Hobbymusiker.

Die Beziehung wurde nicht der Karriereorientierung geopfert

Ich würde es noch verstehen, wenn die Beziehung der Karriereorientierung geopfert worden wäre. Wenn beide egoistisch an ihrer Karriere gearbeitet und sich dadurch gegenseitig Druck gemacht hätten. Aber nein, die Frau war immer nur unzufrieden und wollte, dass ihr Mann nur für sie und ihre Familie da sein sollte. Dafür hätte sie sich einen reichen Erben oder einen Beamten angeln müssen.

Eine starke Frau auf meiner Seite

Mir stand während meiner selbstständigen beruflichen Entwicklung eine starke Frau zur Seite, die mir den Rücken stärkte und freihielt. Sie ist meine wichtigste Feedbackgeberin und wo auch nötig, Kritikerin. Dadurch habe ich mich stark weiterentwickeln können. Unsere Beziehung hält trotz Höhen und Tiefen jetzt schon über 44 Jahre und wir wünschen uns, dass sie ewig hält.

Die Zeiten haben sich auch verändert

Heute geht die Tendenz mehr zu Beziehung, als zu einer ausgefüllten Arbeit. Mitarbeiter wollen weniger arbeiten und mehr Zeit für die Beziehung, also Partnerschaft oder Familie. Studien zeigen, dass bei jüngeren Generationen die Karriere erst nach der Partnerschaft und der Familie kommt. Darin müssen Unternehmen schnellstens umdenken.

Deshalb hier meine Empfehlungen an dich:

Nimm dir trotz Karrierestreben auch Zeit für deine Beziehung, Freizeit und Freunde. Notfalls trage diese als Termin in deinem Terminplaner ein. Die gesunde Partnerschaft lebt von gegenseitiger Akzeptanz ohne Unterwerfung. Gib und nimm, ohne etwas zu fordern. Arbeitet an eurer gemeinsamen Kommunikation, indem ihr zuhören und diskutieren lernt. Wenn ihr euch gegenseitig anpassen könnt und tägliche Gemeinsamkeiten habt, ist euch eine erfolgreiche Partnerschaft gewiss.

Für deinen Erfolg!

Dein täglich an seiner Partnerschaft arbeitender

Guido – Autor: Guido Peternell

P.S.: Eine gesunde Beziehung ernährt sich von täglichen kleinen Dingen und Aufmerksamkeiten.

2 thoughts on “Beziehung ist ein sehr wichtiger Erfolgsfaktor

  1. Albert

    Lieber Guido,
    mein herzliches Beileid!
    Meine Mutter ist 91 geworden und ich wage gar nicht daran zu denken sie zu verlieren. Ich kann mir Deinen Schmerz daher ansatzweise vorstellen.
    Weil ich dir noch nie Rückmeldung gegeben habe: Finde ich toll was du machst. Ansonsten müsste man glauben unsere Branche lebt ohne Seele
    🙂 Albert Juhasz

    Antworten
    1. Guido Peternell Beitragsautor

      Hallo Albert,

      vielen Dank für deine Anteilnahme. Und nochmals danke, für dein Feedback.
      Ich verstehe dich, denn Mutter ist Mutter und ohne sie, würde es uns nicht geben.
      Danke nochmals für dein Feedback und da ich positiv denke, bin ich mir sicher, dass die Branche mit einer Seele lebt.

      Auf die tolle Fahrschul-Branche. Liebe Grüße
      Guido 🙂

      Antworten

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