Benehmen und Betriebserfolg

Hat unser Benehmen etwas mit dem Unternehmenserfolg zu tun? Ist es wichtig, Ethik in die Unternehmens-Philosophie einfließen zu lassen oder setzt man solche voraus?

benehmen Hipp-Bionahrung 01-2Ist ehrbares Handeln in der heutigen Zeit ein Fremdwort? Fördert anständiger Umgang miteinander ein positives Betriebsklima, sodass sich Mitarbeiter in meinem Fahrschul-Betrieb wohlfühlen? Fragen über Fragen. Und genau diesen Fragen werde ich in meinem heutigen Beitrag hier nachgehen. Ich bin nicht der Einzige mit der Meinung, dass Benehmen und Tugenden im Unternehmen verankert langfristigen Unternehmens-Erfolg bringen, nein sogar sichern.

Leistung 01-3Auch Nikolaus Hipp, der deutscher Unternehmer und Geschäftsführer des Nahrungsmittel- und Babykostherstellers Hipp betont, dass Mitarbeiter, die sich im Betrieb wohlfühlen, bessere Leistungen erbringen. Ich denke dass Hipp, der über 2.000 Mitarbeiter beschäftigt es wissen müsste. Seine Werbeaussage: „Dafür bürge ich mit meinem Namen!“ sagt bereits sehr viel über Hipp und sein Unternehmen.

Der Image-Verfall in der Branche

Facebook 01-2Jüngste Ereignisse und das Benehmen einiger User in diversen Fahrschulgruppen auf Facebook waren für mich Anlass, diesen Beitrag zu schreiben. Wenn Personen (Unternehmer, Mitarbeiter und Mitbewerber) in ihren Betrieben untereinander auch so miteinander umgehen, dann wundert mich der Image-Verfall in der Branche nicht. Darin werden regelmäßig die Spielregeln sozialer Kompetenz überschritten. Und nicht nur ein wenig, nein sondern weit überschritten. Auch wenn viele diese Umgangsformen kennen, haben sie ihre Emotionen zu wenig im Griff und fallen in ihre alten Verhaltensmuster zurück.

Das Gefühl für den Augenblick

Momentum 01-2Was dabei herauskommt sind wüste Beschimpfungen, Kränkungen, volle Privatnachrichten bei den Administratoren und vieles mehr. Ist das Benehmen das Abbild der Fahrschul-Branche oder ist das eine Minderheit in dieser? Das musst du für dich selbst entscheiden. Fakt ist, dass du in der heutigen Zeit viel sensibler kommunizieren musst, um geschäftlich erfolgreich sein zu können. Du musst lernen, ein Gefühl für den Augenblick der jeweiligen Situation zu entwickeln, um dich mitmenschlich stimmig verhalten zu können. Es schadet dir auf Dauer, jedem mit deinem Allerwertesten ins Gesicht zu hüpfen.

Werden wir nicht schon zu viel bevormundet?

Burnout2-3Ja, das werden wir. Und das ist meine feste Überzeugung. Heute müssen wir für immer mehr immer weniger Verantwortung tragen. Ich denke da nicht so sehr an die Vorschriften und Schikanen, die uns Unternehmer betreffen. Ich denke da mehr an die Erziehung unserer Nachkommen. Die sind doch alle die Besten – zumindest werden sie von ihren Eltern dazu hinauf gehoben. Die müssen für Dinge, die sie anstellen keine Verantwortung mehr übernehmen, da es ja für alles eine abgeschlossene Versicherung gibt. Wie sollen diese Nachkommen dann Benehmen und Verantwortung übernehmen lernen, wenn sie für nichts mehr gerade stehen müssen?

Vertrag und Handschlag

Handschlag 01-2Wir müssen wieder lernen, dass ein gegebenes Wort wertvoller ist als ein abgeschlossener Vertrag. Wie sagte schon Peter E. Schumacher sinngemäß: „Der Vertrag ist eine Vereinbarung die erst wirksam wird, wenn das Vertragen endet“. Auch wir kommen nicht ohne Verträge aus und trotzdem pflege ich, Handschlags-Qualität zu haben. Bei dieser habe ich auch meine Seele dabei und ein Vertrag ist ein totes Stück Papier, das im Streitfall der geschickteren Interpretation der Rechtsverdreher nützt, der damit sein Geld verdient.

Überall schwarze Schafe?

schwarzes-Schaf 01-2Leider hat die Spielbank-Mentalität in unserem Leben Einzug gehalten. Unser Unternehmen hatte im Oktober 2013 ihr zwanzigjähriges Jubiläum. Und es gibt unter unseren vielen Geschäftspartnern in über 20 Jahren keine Handvoll Menschen, von denen wir uns ungütlich getrennt haben. Ich weiß nicht, wie viele Fahrschulen das in der Zeit ihrer Unternehmenstätigkeit von sich behaupten können. Was meine ich damit? Ich meine damit, dass noch kein Unternehmen einen Streit mit einem Kunden gewonnen hat. Es wird dabei immer viel Porzellan zerschlagen, was auf mein Unternehmen – nein sogar auf die ganze Branche zurück fällt. Und da wundern wir uns über das Image der Fahrschul-Branche?

Wer versteht heute alle Gesetze?

Benehmen verstehen 01-2Wo sind die Zeiten, in denen Maria Theresia sinngemäß sagte: „Man müsste jedes Gesetz abschaffen, das nicht von jedem – egal mit welchem Bildungsstand – verstanden wird“. Soll ich dazu noch etwas sagen? Wir sind allein in unserer Branche von unverständlichen Gesetzen so überladen, dass sie viele Fahrlehrer gar nicht verstehen. Wie sollen diese dann erst die Fahrschüler verstehen? Und je mehr es Gesetze gibt, umso mehr entfernt sich die Selbstverantwortung von den einzelnen Personen. So nach dem Motto: Je mehr individuelles Interesse umso mehr Verträge.

Bildung hat auch mit Vorbild zu tun

blog_Vorbild01-1Wir können uns heute immer weniger auf Institutionen wie Eltern, Schulen, Lehrer und dgl. verlassen. Viele von ihnen sind uns als Vorbild abhandengekommen. Wir brauchen in unserer veralteten Branche mehr kreative junge Mitarbeiter, die wir bei ihren Ideen unterstützen, anstatt bremsen sollten. Wir müssen sie in der Entwicklung der Dreiteilung in Kopf, Herz und Hand nach dem altem Bildungs-Vorbild und Pädagogen Pestalozzi unterstützen. Und meiner Meinung nach ist gerade in der Institution Familie – aus welchen Gründen auch immer – die Herzensbildung sehr in Vergessenheit geraten, obwohl sie ein wesentlicher Bestandteil der Bildung ist. Wie sollen dann die Kinder Benehmen lernen?

Anständiger Umgang miteinander

blog_anständiger Umgang01-1Wir müssen wieder lernen, anständig miteinander umzugehen. Wenn wir das nicht tun, dann geht immer mehr Energie durch Reibereien verloren. Energie, die wir in unseren Unternehmen besser einsetzen könnten. Besinnen wir uns wieder auf alte Werte wie Benehmen und dem Umgang miteinander. Stellen wir unseren Egoismus hinter den Nutzen für alle Beteiligten. Es ist nie zu spät, um sich selbst weiter zu entwickeln. Es ist nie zu spät um einen Mentor zu finden, der einem darauf aufmerksam macht, wenn man wieder in alte Verhaltensmuster zurück fällt oder gefallen ist.

Eine Ethik-Charta für Fahrschulen?

Ethik-Charta 01-2Was bitte ist eine Ethik-Charta? Du kennst nur schriftlich formulierte Ziele, Vision, Mission, Philosophie oder verfasste Grundsätze, nach denen du im Unternehmen zusammenarbeiten willst? Aber eine Ethik-Charta? Ja, es gibt sie die Unternehmen, die auch die Ethik des Unternehmens niedergeschrieben haben. Das sind Firmen, die langfristige Erfolgsorientierung auf anständige Weise umsetzen wollen. Da sollte beispielsweise drinnen stehen, dass nur korrekte Werbeversprechen abgegeben werden, dass beste Qualität garantiert wird, dass nicht schlecht über andere (Kunden, Mitarbeiter, Mitbewerber…) gesprochen oder dass zu Kooperationspartner ein ordentliches Verhältnis gepflegt wird. Sind das nicht auch alles Werte, die das Image der Branche verbessern könnten?

Stellenwert der Mitarbeiter?

Mitarbeiter-Stellenwert 01-2Um (noch) erfolgreicher zu werden brauchst du Mitarbeiter, die dir dabei helfen, die Unternehmensziele zu erreichen. Deshalb halte ich es wie Jim Collins in seinem Buch „Der Weg zu den Besten“, bereits bei der Mitarbeiterauswahl darauf zu achten, dass sie gut zu dir und deinem Unternehmen passen. Und wie ich die Branche jetzt kenne ist gerade die Mitarbeiterführung ein Knackpunkt im Fahrschul-Betrieb. Um dies zu verbessern solltest du folgende Fragen beantworten:

Wie steht es mit der internen Kommunikation in meiner Fahrschule? Wie pflege ich den Kontakt zu meinen Mitarbeitern? Haben wir gemeinsame Rituale? Wie pflege ich, meine Mitarbeiter auszusuchen und im Unternehmen einzuführen? Alles Fragen, die du dir als guter Fahrschulbetreiber stellen und beantworten solltest. Ich freue mich auf dein Feedback – hier unten in der Kommentarfunktion.

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– Autor: Guido Peternell

15 Gedanken zu „Benehmen und Betriebserfolg

  1. Gernot Rittner

    Werter Guido !
    Zu Deinem Blog Benehmen und Betriebserfolg sei angemerkt – die österreichische Fahrschulbranche hat enormes Potential und Möglichkeiten. Einzigartig ist es , dass gerade diese Branche sehr stark ihr Augenmerk auf die 3% Mitglieder am unteren Rand lenkt . Dadurch wird deren Verhalten immens beachtet und alles ,was man beachtet verstärkt sich.

    Antworten
    1. Guido Peternell Beitragsautor

      Servus Gernot,

      du hast vollkommen Recht, dass die Aufmerksamkeit meistens auf die Mitglieder gelenkt wird, die sich am lautstärksten artikuliert. Verstärkt wird das diverse Verhalten wie du richtig beschrieben hast, einerseits durch die Beachtung und andererseits durch die Lobbyisten der Beachtung, der Negativ-Quoten-Medien. Schade dabei ist, dass bei Berichten die Leute dann sagen: „Ja, ich habs ja immer gewusst!“, anstatt zu recherchieren und sich selbst ihre Meinung dazu zu bilden.

      Danke für dein Feedback. Wenn ich das nächste Mal in Graz bin dann melde ich mich auf einen Kaffe an.

      Liebe Grüße

      Guido 🙂

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  2. Wolfgang Ilsemann

    Lieber Guido,
    wieder einmal ein Volltreffer, da gerade diese Dinge, die Du sehr treffend ansprichst, mir auf der Seele brennen.
    Verschiedene Gruppen wurden von mir auf Facebook gegründet um die Fahrlehrerschaft positiv zu vernetzen.
    Immer wieder hochkommenden Resignationen bist Du positiv begegnet. Sind es doch immer wieder bestimmte Kollegen, die diese Portale auch zum Frustablassen benutzen, sich in ihren Emotionen oft im Ton vergreifen und viel kaputt machen. Rudelhaftes Auftreten vernetzter Freunde zu verschiedenen Themen, um sie von vorn herein im Keim zu ersticken erlebe ich immer wieder.
    Das kann nicht der Sinn einer positiven Vernetzung sein und ich halte mich deshalb schon in vielen Kommentaren deutlich zurück. Viele Austritte aus den Gruppen mit persönlichen Kritiken bestätigen leider diesen Trend.
    Anständiger Umgang untereinander ist die wichtigste Voraussetzung für einen respektablen Meinungsaustausch, dass müssen viele Facebooker noch lernen. Wenn dieser Ton in den Betrieben herrscht, bekommen das auch die Kunden mit und es wird zum negativen Bumerang, richtig und treffend bemerkt.
    Leider schweigt die Masse der Gruppenmitglieder, beschwert sich per PN, resigniert.

    Die Forderung nach einer „Ethikkommission“ unterstütze ich schon sehr lange in allen Bereichen, eine Gruppe hat mehr Autorität als ein Einzelner.

    Am Wochenende hatte ich zu dem Thema ein Schlüsselerlebnis, ein Geschäftsmann mit mehreren hundert Mitarbeitern, nicht aus dem Fahrschulgewerbe, fragte mich, warst Du wirklich Fahrlehrer, dass kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.
    Nach meiner erschrockenen Rückfrage, sagte er mir, dass er in seiner Stadt ausschließlich „Turnhosenfahrlehrer“ sieht, die sehr prollig auftreten würden. So auch sein Erlebnis in der Fahrschule seiner Tochter. Dieses Gespräch
    war für mich sicher ein Kompliment, gab mir aber sehr zu denken. Der persönliche Auftritt in der Öffentlichkeit ist unser Imagespiegel und das sollte sich wieder zu „alten Werten“ umkehren. Sicherlich darf man das nicht verallgemeinern, kenne ich doch viele Kollegen/innen in meinem Freundeskreis, die ich diesem Kritiker gerne vorgestellt hätte.
    Vorbild sein für unsere Schülerschaft in fast jeder Beziehung, auch in Gesprächen, die das Fahrschulthema nicht betreffen ist die richtige Forderung. Ich hoffe sehr, dass dieser Artikel mach einen Kollegen/in wach ruft….
    Lieber Guido weiter so, ich freue mich sehr auf den nächsten Artikel. Beste freundschaftliche Grüße aus Bad-Homburg
    Dein Fan
    Wolfgang

    Antworten
    1. Guido Peternell Beitragsautor

      Servus Wolfgang,

      danke für dein Feedback. Ja dieses Thema hat mir sehr unter den Nägeln gebrennt und wie du gemerkt hast, habe ich mich ziemlich aus den Gruppen zurück gezogen. Meine Facebook-Zeiten wurden stark reduziert. Von meinem BlackBerry habe ich alle SM-Apps gelöscht und ich verwende ihn nur mehr für meine E-Mails und zum telefonieren.

      Dein Engagement in den vielen Gruppen, die du gegründet hast ist vorbildlich. Die Administration solcher Gruppen erfordert viel Zeit und Feingefühl. Zeit, die ich lieber mit meiner Familie, mit meinen Enkelkindern und meinen Freunden verbringe. Aus diesem Grund habe ich ja auch deine Einladung als Admin gerne abgelehnt.

      Ich schweige auch zu vielen Aussagen und nehme mir auch nicht mehr die Zeit, den ganzen Shitstorm (wie es im Neudeutschen heißt), zu beantworten oder dazu meine Meinung kundzutun.

      Eine Ethikkommision?
      Für so etwas kann ich mich nicht begeistern. Wir sind sowieso überreguliert und viele unsinnige Dinge machen uns unser Leben schon kompliziert genug. Ich denke, dass sich dies einfacher lösen lässt. Eine Abmahnung, vielleicht auch eine weitere und dann Ausschluss. Das ist besser als irgendwelche Beiträge zu löschen, in die Mitglieder Zeit und Gehirnschmalz investiert haben.

      Und jetzt noch zu deinem Schlüsselerlebnis
      Turnhosenfahrer gibt es in unserem Ösiland Gott sei Dank – wenn überhaupt – nur wenige. Unsere Fahrschulbetreiber achten sehr auf Dinge, die die Außenwirkung beeinflussen. Deshalb hat der Berufsstand in Österreich kein so schlechtes Image wie bei euch in Deutschland. Das liegt an vielen Dingen, die hier besser gemacht werden und die ihr von uns lernen könnt. Doch aufgepasst: Es gibt auch in Deutschland sehr gute Fahrschulen, die sich professionell nach außen präsentieren. Es zeigt jedoch, dass die wirklich Guten oft auch die Herausforderung noch nicht gemeistert haben, das wirklich Gute als solches in der Öffentlichkeit ausreichend kundzutun. Sonst hätten Turnhosenfahrer zu wenig oder gar nichts mehr zu tun.

      Meine Empfehlung Wolfgang: Wenn du möchtest, dass dieser Artikel Kollegen/innen wach ruft, dann poste ihn mit deinen treffendem Kommentaren zum Artikel dort, wo er wachrufen soll und lade so viel wie möglich deiner Kollegen/innen hier auf meinem Blog ein. Du weißt ja: „Steter Tropfen höhlt den Stein!“

      In diesem Sinne, liebe Grüße nach Bad-Homburg

      Guido 🙂

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    2. Wolfgang Ilsemann

      Lieber Guido,
      die besagte Löschung war eine absolute Ausnahme, der Verfasser war nach seinem Kommentar sofort ausgetreten, eine Abmahnung war deshalb nicht möglich.
      Natürlich verfahre ich normalerweise so und rufe zur Ordnung, fordere auf, bestimmte Worte, die beleidigend sind, zu ändern.
      Das Wort „Spasten“ oder „Spastis“ in der allgemeinen Ansprache an bestimmte Kollegen/innen ging allerdings auch zu weit, obwohl der Kommentator in seinem Post absolut recht hatte in seiner Kritik des erbarmungslosen Verdrängungswettbewerbes. Die Emotionen kochen halt hoch und ich musste auch mal deutlich einen Riegel schieben, nach etlichen Bitten und Ermahnungen, in der Wortwahl zurückhaltender zu sein.
      Liebe Grüße
      Wolfgang

      Antworten
      1. Guido Peternell Beitragsautor

        Servus Wolfgang,

        ich schrieb ja oben, dass dein Engagement vorbildlich ist. Ich bekomme ja immer wieder mit, wie du versuchst, deine Mitglieder in Zaum zu halten. Und meine Antwort sollte auch keine Kritik sein, sondern nur meine Meinung kundtun. Mach nur so weiter, denn du machst es gut.

        Danke für die Empfehlungen und liebe Grüße nach Bad-Homburg

        Guido 🙂

        Antworten
  3. Dieter Kirchner

    wow, das ich „sowas“ noch erleben darf! Ernst gemeint. Was die Kollegen Guido und Wolfgang hier ansprechen, brennt mir schon seit Jahren auf der Seele; vieles was ich beobachten und erleben mußte hätte ich nicht geglaubt, nur vom hörensagen. Ich bin noch einer von der Alten Schule.
    Nicht nur das Verhalten FL – Schüler ist oft unbegreifbar, auch das Benehmen und Verhalten von Kollegen untereinander hat mit Ethik und normalem zwischenmenschlichem Verhalten (Benehmen) absolut nix zu tun.
    Für eine neugegründete FS deren verantwortl. Leiter ich war, schrieb ich vom ersten Tag ein „Mitarbeiterhandbuch“. Ich hab es nicht gelten lassen, dass „man sowas doch nicht braucht“. Doch, Mann braucht das! Allerdings hab ich (FL und Sozialpädagoge) den Druck dann nur 16 Monate ausgehalten; dann war ich daussen. Und krank.
    Guidos Idee, dies öffentlich anzusprechen, ist allen Lobes wert. Nie hätte ich daran geglaubt, dass es doch einmal geschieht. Eine Krähe hakt der anderen kein Auge aus; angelehnt an die Kritiken unter Medizinern. Aber es muss sein! Soll der Fahrlehrerberuf wieder die Stellung in der Gesellschaft bekommen, die er auch verdient hat. Star-allüren und Überheblichkeit haben keine Berechtigung…

    Herzlichen Dank für den Anstoss, euch Beiden übrigens. Sehr gerne verfolge ich die Entwicklung weiter. Die Vorstände der FL-Verbände wären gut beraten, sich know how abzuschaun… Doch bitte bedenkt bei Kritiken: nur getroffene Hunde bellen.
    In freund(schaft)licher Verbundenheit
    Dieter

    Antworten
    1. Guido Peternell Beitragsautor

      Servus Dieter,

      vielen Dank für deine zwei Beiträge, die ich beide hier in einem Abwaschen beantworte. Es freut mich mit meinem Beitrag einige anzusprechen, die sich vielleicht noch nicht zu Wort gemeldet haben. Auch ich bin noch einer der alten Schule, habe jedoch nie aufgehört, täglich dazu zu lernen. Du hast vollkommen Recht wenn du schreibst, dass manches zwischenmenschliche Verhalten sehr zu wünschen übrig lässt. Es tut mir leid, dass du nach 16 Monaten krank das Handtuch werfen musstest. Ich hoffe, du konntest dich mit deinen Ideen neu orientieren oder anders verwirklichen.

      Und nun zur Krähe…
      Ich bin jetzt seit 1979 in der Branche und ich liebe diese, da wie ich schon schrieb, diese Branche so viel für die Allgemeinheit und Verkehrssicherheit tut. Zudem hat man in diesem Job immer mit jungen Leuten zu tun, die einem selbst jung halten und die einem schnell Erfolgserlebnisse liefern. So etwas findet man nicht in vielen Berufen. Und da ich diese Branche so liebe, spreche ich auch unangenehme Dinge an. Und wenn sich jeder an der Nase nimmt, dann wird sich der Stellenwert in der Gesellschaft auch wieder verbessern. Und das ist meine Mission, denn ich bin ja nicht mehr im Fahrschulauto aktiv, wohl aber von manchen Verbänden und Verbunden gern geholter Redner und Seminarleiter.

      Und was dein Zitat: „Weizen auf Beton gestreut…“ betrifft muss ich dir auch meine Meinung kundtun
      Wie ich schon schrieb, finde ich es schade, dass du aufgeben musstest. Zu dem Weizen auf Beton streuen gebe ich dir vollkommen Recht. Ich habe im Laufe meines Lebens so viel mit Mitarbeitern, Unternehmern und Kollegen gearbeitet und oft auch herumgedoktert bis ich es gelernt habe, dass ich niemandem eine Erfahrung ersparen kann. Beruflich wie privat (in der Kindererziehung) nicht. Als ich das erkannt habe, hat sich mein Leben schlagartig verbessert. Seitdem wende ich nicht mehr so viel Zeit für „Beton“ auf und bin der Meinung, dass jemand, der sich nicht verbessern oder verändern will, keinen Platz mehr in meinem Unternehmen hat, sondern wo anders innerlich gekündigt seine Zeit absitzen soll. Ich will ihn nicht auch noch dafür bezahlen.

      Danke nochmals für dein Feedback und liebe Grüße nach Wi

      Guido 🙂

      Antworten
  4. Heike Jäger

    Hallo miteinander!
    Ich schreibe nicht oft, aber lese viel. Und ich wollte an dieser Stelle einfach mal meine Zustimmung aussprechen.

    Antworten
  5. Manfred Nowara

    Hallo lieber Guido,
    habe den Wunsch mich auch dazu zu äussern. Auch ich bin ein alter FL aber immer auf der Suche nach Neuem, nach Ideen und probier gerne das ein oder andere aus. Du schreibst immer von Wertschätzung das Problem ist aber das diese immer mehr verloren geht, leider. Einige wenige versuchen immer eine Zusammenarbeit auf die Beine zu stellen was aber leider nicht klappt. Warum? Es gibt hierzu viele Gründe die wir alle kennen. Das wichtigste scheint mir aber immer zu sein das man andere Menschen einlach nur mag und zwar Alle. Nur wo Menschlichkeit herrscht kann man auch menschlich miteinander umgehen. Wenn aber die Kleinsten vielerorts schon lernen nur das was du auf dem Körper trägst und nicht im Körper zählt dann geht das ganze den Bach runter.
    Ich hab einen feedback Bogen für meine fertigen FS und da lese ich immer öfter hier gehts menschlich zu und hier wird geholfen auch wenn nicht gleich auch kassiert wird. Da kann ich schon mal verschmerzen wenn bei Pünktlichkeit meist und nicht immer steht.
    Wenn man einen FS hat der durchfällt und der entschuldigt sich bei dir oder einer ( leider) fällt mal 3mal durch ( gibts bei den meisten ja nie) und er freut sich und bedankt sich dann hast du erst alles richtig gemacht. Nach der Devise will ich gearbeitet haben wenn der Tag rum ist. Fehler macht immer der Betrieb und nicht der Einzelne und deshalb ziehen hier alle an einem Strang, machen auch bei Ideensuche u.s.w. mit. Ich will ( entschuldige ) einen FS Bayern mit genau diesem gleichen WirGefühl.
    Jetzt kann gerne dieser Kommentar zerrissen werden aber ich steh dazu
    Liebe Grüsse aus Bayern
    Mani

    Antworten
    1. Guido Peternell Beitragsautor

      Servus Mani,

      schön dass du dich auch zu Wort meldest. Das mit dem suchen, ausprobieren und mögen der Menschen haben wir gemeinsam. Hans-Christoph Neuert hatte ein schönes Zitat zu diesem Thema: Erst im Alltag zeigt sich wirklich die Reife deiner Menschlichkeit. Und genau diese Menschlichkeit vermisse ich in diversen Foren und Gruppen derzeit. Es fühlen sich viele darin berufen, anderen ungebührend ihre Meinung aufzudrücken anstatt Hilfestellung zu geben.

      Dass das Ganze den Bach runter geht wollen wir nicht denken Mani. So wie ich dich kennengelernt habe weiß ich, dass du wie wir alle dein Bestes gibst. Dein Kundenfeedback gibt dir Recht. Wir haben in etwa die selbe menschliche Denk- und Arbeitsweise und wissen, dass wenn an einem Strang gezogen wird, die positive Energie sich vervielfacht. Und wenn du einen FS Bayern mit genau diesem WirGefühl willst, dann findest du ihn auch. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei.

      Warum soll dieser Kommentar zerrissen werden?
      Liebe Grüße nach Bayern

      Guido 🙂

      Antworten
  6. Dieter Kirchner

    Guten Morgen,
    was kann ich tun, wenn „das Kind schon im Brunnen liegt“? Für drei Monate hab ich einem jungen Kollegen (der noch keine Lizenz zur FS-Gründung hatte; erst später hab ich erfahren, warum) meine Lizenz zur Verfügung gestellt. Es gibt aber tatsächlich Kollegen die „beratungsresistens“ sind. Nun hab ich zwar die Reissleine gezogen, doch für die vergangenen drei Monate bin ich verantwortlich.
    Ich möchte darauf hinweisen, dass andere Kollegen gewarnt sind: bitte nicht nur die fachlichen Voraussetzungen sondern besonders!! den Charakter beobachten. Am sichersten „bevor“ man sich bindet.
    In diesem Sinne, weiterhin Spass an der Arbeit. Wenn auch nicht jeder Tag ein Sonntag ist…
    Schönes Wochenende,
    D i e t e r

    Antworten
    1. Guido Peternell Beitragsautor

      Servus Dieter,

      leider gibt es keine Patentrezepte mehr. Und das mit der Lizenz zur Verfügung stellen ist auch so eine Sache. Einerseits züchtet man sich unter Umständen einen Konkurrenten heran und andererseits – wie du es erfahren musstest – ist es mit der Lizenz zur Verfügung stellen alleine nicht getan. Damit ist auch Verantwortung verbunden.

      Hier meine Meinung dazu: Verantwortung in solcher Beziehung hat auch mit Führungsaufgabe zu tun. Und dabei ist mangelnde Zeit das Problem. Wenn du Zeit zum Führen hast ist auch die Führungsleistung besser. Wenn nicht, sollte man sich solche Konstrukte gut überlegen.

      Auch ich wünsche ein schönes WE und liebe Grüße

      Guido 🙂

      Antworten

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