Ausgebrannt und antriebslos? Nicht mit mir!

Am liebsten würde ich gar nicht aufstehen. Ich fühle mich nur noch ausgebrannt, antriebslos und erschöpft. Mir fehlt der Antrieb und ich habe zu nichts Lust. Mein Leben gerät aus den Fugen.

Ausgebrannt und antriebslos? Nicht mit mir!
Ausgebrannt und antriebslos? Nicht mit mir! | © by guidopeternell

Meine Ehe ist seit einem Jahr beendet. Ich bin jedoch noch nicht geschieden, mein(e) Ex arbeitet noch im Unternehmen, wir sehen uns jeden Tag, ich habe noch keine Antworten auf meine Fragen bekommen…

Oder: Ich bin voll ausgebrannt…

…und mein Akku ist leer. Ich muss erst wieder fit werden. Das sind keine an den Haaren herangezogenen Themen, die ich mir ausdenke, sondern Hilferufe aus meiner Leserschaft. Hilferufe, die ich auf meine Umfrage „Was aktuell deine größte Herausforderung ist, um die nächste Stufe deines Erfolges besteigen zu können!“ Und die Antworten darauf haben mich getroffen und traurig gemacht.

Ausgebrannt ist nicht mein Thema

Mein Thema ist Erfolg, Motivation, positiv Denken und dergleichen. Aber ausgebrannt? Was kann ich zu diesem Thema beitragen? Normal wenig, da ich ja Tag ein und Tag aus voller Energie bin und etwas weiterbringen will. Da ich dich ja erfolgreich(er) machen und dir Nutzen geben will. Womit ich beim Punkt „Nutzen geben“ bin. Sträube ich mich davor, über dieses Thema zu schreiben?

Oder vielleicht ist ausgebrannt doch auch mein Thema?

Guido, das kanns doch nicht sein! Du willst deinen Lesern Nutzen geben und da kommen konkrete Hilferufe aus deiner Leserschaft, die dich berühren? Also machte ich mich an das Thema ran, das „eigentlich“ gar nicht mein Thema ist aber das einige meiner Leser bitter nötig haben. Was dabei heraus kam, kannst du in diesem heutigen Beitrag lesen. Ich bin mir sicher, dass er dir weiterhelfen kann.

Energie gegen ausgebrannt und antriebslos

Energie gegen ausgebrannt und antriebslos
Energie gegen ausgebrannt und antriebslos | © by guidopeternell

Ja, genau damit habe ich den Ansatzpunkt für diesen Beitrag gefunden. Die Hilfestellung oder die Rolltreppe aus dem tiefen Loch, in das manche unserer Kolleginnen und Kollegen gefallen sind. Den Rettungsring, der vor dem Ertrinken retten soll. Ich will euch damit wieder Energie einhauchen, damit ihr euren negativen Stress verringern und eure Sorgen bekämpfen könnt.

Körperlich, psychisch und geistig ausgebrannt

Dieser Beitrag hier soll dir helfen, um aus deiner körperlichen, psychischen und geistigen Erschöpfung herauszukommen. Er soll dich dabei unterstützen, ruhiger zu schlafen sowie Sorgen und Ängste abzubauen. Auch deine Konzentration auf das Wesentliche soll er wieder stärken. Ausgebrannt sein ist ja kein Zustand, den du immer schon hattest, sondern einer, der so schleichend daherkam.

Wenn das Schicksal zuschlägt

Wenn das Schicksal zuschlägt
Wenn das Schicksal zuschlägt | © by guidopeternell

Es war der 1.12.2003 als ich einen Anruf vom Bundesheer bekam und mir der Mann am Telefon mitteilte, dass mein Sohn „wahrscheinlich“ seinen linken Unterarm gebrochen hat. Als ich ins Krankenhaus kam, wartete bereits der Arzt auf mich und meine Unterschrift, um meinen Sohn operieren zu können. Die handschriftliche Liste war lang und ich fragte den Arzt, ob das alles erforderlich sei.

Seine Antwort war…

…ihr Sohn hat eine Teilamputation des linken Unterarms und wir können erst während der Operation feststellen, was alles zur Rettung des Armes notwendig ist. Wow, diese Antwort war der Hammer für mich als Vater. Ich unterschrieb und mein Sohn wurde sechs Stunden lang operiert. Dazu wurden aus dem Bein Venen und Nerven entnommen und im Arm eingesetzt. In weiterer Folge wurde vom Oberschenkel Haut und von der Hüfte Knochen in den Arm verpflanzt.

Gegen einen Unfall ist man nicht gefeilt
Gegen einen Unfall ist man nicht gefeilt | © by guidopeternell

Lange Rede, kurzer Sinn

Mein Sohn musste mehrere Operationen über sich ergehen lassen, die ihn 55 Tage ans Krankenhaus fesselten jedoch seinen Arm soweit retteten, dass er ihn behalten konnte. Er ist darauf zwar behindert, aber der Arm ist dran und auch soweit funktionsfähig, dass er ihn nutzen kann. Ja, das Leben kann manchmal grausam sein und gegen einem Unfall ist man nicht gefeilt. Um jedoch weiterleben zu können, muss man sich damit arrangieren.

Es gibt viele Beispiele…

…von großartigen Menschen, die aus ihrer Behinderung eine Tugend machen. Ich ziehe meinen Hut vor diesen Menschen und bewundere sie in höchstem Maße. Traumatische Erlebnisse wie der Tod eines Kindes, ein schwerer Unfall, eine Kündigung, eine Trennung oder sonst irgendwas machen es uns schwer, inneren Frieden zu finden und neuen Mut zu schöpfen. Doch es kann gelingen.

Schicksalsschläge lassen sich nicht rückgängig machen

Sie erschweren uns die Lebensfreude und rauben uns den Mut. Doch nach einer gewissen Zeit der Trauer und des Begreifens ist es besser, sein Leben wieder anzunehmen und weiterzuleben. Das, was passiert ist schmerzt und lässt sich nicht rückgängig machen. Schauen wir also in die Zukunft und nehmen wir die Herausforderung an.

Hier meine Schritte, um nicht mehr ausgebrannt und antriebslos zu sein

Schritt 1: Akzeptiere die Situation, wie sie ist

Akzeptiere die Situation, wie sie ist
Akzeptiere die Situation, wie sie ist | © by guidopeternell

Wenn du eine Verbesserung deiner Situation herbeisehnst, dann akzeptiere sie zuerst so, wie sie ist. Du kannst dich mit Selbstmitleid trösten so viel du willst, es ändert sich dadurch nichts. Du akzeptierst und anerkennst dein ausgebrannt sein und versuchst mit den nächsten Schritten, dein Feuer wieder zu entfachen.

Schritt 2: Versuche positive Gedanken zu fassen

Versuche positive Gedanken zu fassen
Versuche positive Gedanken zu fassen | © by guidopeternell

Ich weiß, dass dieser Schritt sehr schwer ist. In manchen Situationen scheint es sogar unmöglich zu sein. Denk einmal zurück und frage dich, ob und wie du in deiner Vergangenheit ähnliche Situationen bewältigt hast. Solche Gedanken über bereits überstandene Situationen können sehr hilfreich sein.

Gehe mit offenen Augen durch die Welt

Richte deine Aufmerksamkeit vom ausgebrannt sein immer mehr und mehr auf alles Positive in deinem Leben. Freue dich über Kinderstimmen, gut gemeinte Empfehlungen, einen guten Kaffee, ein Lächeln deiner Nachbarin, schöne Musik, dem Wetter oder sonst noch alles, was dir ins Blickfeld kommt. Dadurch hörst du auf, dich über Dinge zu ärgern, die du sowieso nicht ändern kannst.

Fokussiere dich auf Dinge, die du gut kannst

Du konzentrierst dich wieder auf alles Positive, machst das, was dir Spaß macht und gibst damit deinem Leben wieder neuen Sinn. Auch wenn sich solche positiven Gedanken nicht auf Knopfdruck einstellen, kannst du daran arbeiten, um aus deiner Antriebslosigkeit heraus zu kommen. Mit diesem Schritt 2 kannst du deinen Akku wieder aufladen und das ausgebrannt sein Schritt für Schritt verringern.

Schritt 3: Nutze die Macht der Entspannung

Nutze die Macht der Entspannung
Nutze die Macht der Entspannung | © by guidopeternell

Ich betreibe seit geraumer Zeit zum Dehnen und Entspannen Yoga. Es tut mir gut und ich fühle mich danach voll Energie. Es muss jedoch nicht Yoga sein: Du kannst dich auch mit einfachen Übungen gut entspannen. Entspannungszeit ist Zeit, die du für dich persönlich aufwendest. Sie holt dich vom ausgebrannt sein in die Wahrnehmung deiner eigenen Bedürfnisse zurück. Auch wenn du nichts tust, ist es ok.

Achte auf die Signale deines Körpers

Wenn du dir regelmäßig Zeit dafür nimmst, lernst du die Signale deines Körpers kennen und weißt, wann du innehalten musst. Hier findest du sehr gute Entspannungsübungen, mit denen du Körper, Geist und Seele wieder ins Gleichgewicht bringen kannst. Mach was draus!

Schritt 4: Vermeide Fallgrube Schuld, Glaube und Schmerz

Vermeide Fallgrube Schuld, Glaube und Schmerz
Vermeide Fallgrube Schuld, Glaube und Schmerz | © by guidopeternell

Professor Adam M. Grant von der Wharton School of Business der University of Pennsylvania hat dazu folgende drei Fallgruben erkannt:

Fallgrube 1: Gib dir nicht die Schuld

Es liegt nicht immer alles, was dir passiert, in deinem persönlichen Wirkungsbereich. Unerwartetes oder Schicksalsschläge können dich aus der Bahn werfen. Es geht also nicht um die Schuldfrage, sondern darum, wie du aus dem tiefen Loch wieder herauskommst.

Fallgrube 2: Glaube nicht, dass die Krise dein Leben ruiniert

Ja, es gibt sie, die schlimmen und schmerzhaften Phasen im Leben. Krisen gehören zum Leben dazu und wenn du diese meisterst, dann hast du die nächste Persönlichkeitsstufe erreicht. Nimm dir in der Krise Zeit, über dich und dein Leben nachzudenken, dich neu zu finden und vielleicht sogar neu zu positionieren.

Nimm dir Zeit

Der Verlust eines geliebten Menschen ist schlimm und bringt eine tiefe Veränderung deiner Lebensumstände. Das erfordert Zeit, um dich darauf einstellen zu können. Zeit, um zu trauern und mentalen Abschied zu nehmen. In solch einem Zustand macht jeder von uns verschiedene Phasen durch. Sie bringen uns in unserem Tempo in unser Tagesleben zurück.

Fallgrube 3: Lass zuerst den Schmerz ZU und dann LOS

Es ist ein anderer Schmerz, der nicht immer durch ein Medikament bekämpft werden kann. Es schmerzt deine Seele und deshalb solltest du den Schmerz zulassen. Du musst nicht gleich wieder funktionieren. Schließ Freundschaft mit deiner Seele und glaub wieder an dich.

Lass los

Und wenn du bereit dazu bist, dann lass los. Ich weiß, dass das hart ist. Besonders dann, wenn es sich um einen geliebten Menschen, den tollen Erinnerungen, den schönen Momenten, den negativen Gedanken und dergleichen handelt. Halt nicht daran fest, denn das belastet dich auf Dauer. Du wirst dadurch nur ausgebrannt und verlierst deine Energie.

Schritt 5: Sorge für Ablenkung

Sorge für Ablenkung
Sorge für Ablenkung | © by guidopeternell

Ausgebrannt sein und Antriebslosigkeit hindern dich daran, wieder in Schwung zu kommen. Aus diesem Grund würden dir entsprechende Ablenkungen guttun. Jede Ablenkung oder Tätigkeit erfordert deine Konzentration und verhindert, deinen negativen Gedanken freien Lauf zu lassen. Unternimm etwas mit Freunden, starte mit einem neuen Sportprogramm, lerne Kochen, geh ins Kino, lies ein Buch oder geh einfach einem Hobby nach.

Ablenkung bringt dich auf andere Gedanken

Sie dient der Beruhigung deines Geistes und überlagert Dinge, die du nicht mehr ändern kannst. Dein ständiges Grübeln wird dadurch weniger, Sorgen beziehungsweise Ängste lassen nach und werden kontinuierlich geringer. Du fühlst dich dadurch etwas besser, weil du damit dein Gehirn dazu zwingst, über andere Dinge nachzudenken.

Schritt 6: Erhole dich regelmäßig in kleinen Pausen

Erhole dich regelmäßig in kleinen Pausen
Erhole dich regelmäßig in kleinen Pausen | © by guidopeternell

Wenn du ausgebrannt bist und keinen Antrieb mehr verspürst, dann solltest du öfter Mal durchatmen und kleine Erholungspausen einlegen. Diese wirken deinem Erschöpfungszustand entgegen und lassen dich wieder konzentrierter, entspannter und fitter werden. Bau dir kleine Erholungspausen in deinen Alltag ein, damit du wieder Energie tankst und Freude für dein Leben gewinnst.

Bewusste Pausentätigkeiten

Gewöhne dir an, aufzustehen und regelmäßig etwas trinken (Wasser, Kaffee) zu gehen. Konzentriere dich in einer kleinen Pause bewusst auf deine Atmung (entspannt). Oder mach eine kleine Entspannungsübung (siehe Schritt 3). Schau einfach beim Fenster hinaus (entspannt und entlastet deine Augen). Smaltalke mit Kolleginnen oder Kollegen (belebt das Betriebsklima und bringt dich auf andere Gedanken). Lächle bewusst mehrmals täglich (hebt deine Stimmung). Oder geh einfach eine kleine Runde spazieren und lausche den Geräuschen dar Natur nach.

Schritt 7: Nimm alles Positive an, das auf dich zukommt

Nimm alles Positive an, das auf dich zukommt
Nimm alles Positive an, das auf dich zukommt | © by guidopeternell

So wie negative Dinge in dein Leben treten, treten auch positive Ereignisse in dein Leben. Nimm sie mit beiden Händen an und mach alles, was dich glücklich macht. Vergrabe dich nicht in deiner düsteren Welt sondern geh hinaus, unter die Leute. Nimm an gesellschaftlichen Ereignissen teil. Wenn du dich in deinem Schmerz vergräbst, wirst du verbittert, obwohl das Leben mit oder ohne dir weitergeht.

Schau in die Zukunft

Befasse dich mit der Zukunft, indem du Pläne schmiedest und träumst. Es ist nicht wichtig, ob diese sich verwirklichen lassen. Es ist jedoch sehr wichtig, dass du dich damit beschäftigst. Versuche dich auch an kleinen Dingen aufzuhängen, denn diese kleinen Dinge lassen dich wieder neuen Mut schöpfen. Jede Straßenbahn hat eine Endstation und genauso eine Endstation hat das ausgebrannt und antriebslos sein.

Die oberen 7 Schritte helfen dir, deine Situation zu verstehen, zu akzeptieren und wieder in Richtung besserer Zukunft zu verlassen. Probiere sie aus. Das einzige das du dabei investierst, ist Zeit. Zeit in eine wieder lebenswertere Zukunft.

TU es für DICH!

Dein wünscht dir dabei viel Kraft und alles Gute

Guido – Autor: Guido Peternell

P.S.: Du hast das RECHT auf ein glückliches und lebenswertes Leben!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.