Achtsamkeit – das unbeachtete Erfolgsdoping

Warum habe ich mich für das Thema Achtsamkeit entschieden? Führen wir nicht ein achtsames, bewusstes, entspanntes Leben? Ich behaupte: „NEIN!“ Mir fällt nämlich auf, dass immer mehr Menschen unentspannter, meiner Meinung nach sogar aggressiver durch den Alltag stressen. Geht es dir auch so?

Achtsamkeit - das unbeachtete Erfolgsdoping
Achtsamkeit – das unbeachtete Erfolgsdoping | © by guidopeternell

Welche Gedanken überwiegen dein Denken? Sind es positive oder negative Gedanken? Ist dein Glas öfter halb voll oder halb leer? Was empfindest du öfter am Tag: Freude oder Ärger? Schaust du mehr motiviert oder sorgenvoll in deine Zukunft?

Was haben diese Fragen jetzt mit Achtsamkeit zu tun?

Du wirst sicher wissen, dass die Antworten auf diese Fragen sehr viel über deinen Gemütszustand aussagen und somit maßgeblich zu deinem Erfolg oder Misserfolg beitragen können. Der Hochleistungsmotor zwischen deinen Ohren will dich an dein Ziel bringen. Und wenn deine Achtsamkeit auf dein erstrebenswertes Ziel gerichtet ist, dann bringt dich dein Hochleistungsmotor dort hin. Ist deine Achtsamkeit jedoch aufs Negative gerichtet, bringt er dich dort hin. Ob du willst oder nicht!

Hier ein Beispiel, das dir sicher bekannt vorkommt:

Du trägst dich mit dem Gedanken, dir in nächster Zeit einen silbernen Mercedes zu kaufen. In der Zeit, bis es soweit ist, werden dir auf den Straßen lauter silberne Mercedes auffallen. Die Silberpfeile springen dir direkt ins Auge und werden von deinen Blicken wie magisch angezogen. Dein Gehirn ist durch dein Ziel, einen silbernen Mercedes zu kaufen, darauf konditioniert und richtet deine Wahrnehmung darauf aus. Das nennt man Achtsamkeit.

Worauf lenkst du deine Achtsamkeit?
Auf ein halb volles oder halb leeres Glas?

Bei dieser Frage muss ich mich selbst an den Ohren ziehen. Derzeit habe ich familiäre Herausforderungen, auf die ich nicht näher eingehen will. Nur kurz, weil es zum Thema passt: „Es betrifft unsere Familie, deren Liebe und Hilfsbereitschaft schamlos ausgenützt wird.“ Dadurch mache ich mir Sorgen und erlebe ich Dinge, die ich niemandem wünsche. Deshalb ertappe ich mich als normalerweise positiv denkender Mensch öfters dabei, das Glas halb leer zu sehen und anstatt in Lösungen, in Problemen zu denken. Schande über mich.

Mein Vorteil ist, dass ich es selbst bemerke und dadurch immer wieder ändern kann. Was soll ich mit Jammerei oder Mist, die ich gar nicht in meinem Leben haben will? Ich besinne mich dann immer wieder auf das, was ich gelernt habe und was mir Erfolg brachte. Wenn ich in meinem Gehirn die Achtsamkeit auf Erfolg, Spaß, glücklich sein und Dankbarkeit lenke, dann kommen diese Dinge immer wieder zu mir zurück.

Dein Gehirn folgt deinen Anweisungen, egal ob positiv oder negativ

Du bekommst das, was du bestellst
Du bekommst das, was du bestellst | © by guidopeternell

Du hörst und siehst täglich viele Male was so auf der ganzen Welt los ist. Auch wenn in Japan ein Fahrrad umfällt. Ist das alles relevant für dich? Mir ist schon klar, dass derzeit die Welt durch die Corona-Pandemie aufgescheucht ist und die meisten Medien um Leseraugen und Hörerohren kämpfen. Brauchst du all diese Informationen? Und das täglich viele Male? So alle halbe und volle Stunden?

Zu viel negative Informationen beeinflussen dich negativ

Ich brauche sie nicht. Das bedeutet nicht, dass ich mich der Realität verschließe. Ich mute einfach meinem Gehirn nicht diese vielen negativen Informationen zu, um nicht selbst wie im Bild oben in die Negativfalle zu tappen. Damit konzentriere ich mich mehr auf die positiven als auf die negativen Dinge in meinem Leben. Und hier kommt wieder die Achtsamkeit ins Spiel:

  • Damit bemerke ich, was mein Unterbewusstsein mit mir vorhat und kann darauf reagieren
  • Ich verfalle nicht in die Denkweise (neudeutsch Mindset) vieler meiner Mitbürger, die sich darin gefallen, Gott und die Welt zu verteufeln. Und seien wir uns ehrlich: „Wer will schon solche Zustände, die uns die meisten Medien heute als die einzige Wahrheit einreden wollen?“
  • Mit dieser Vorgehensweise lenke ich meinen Fokus auf die Dinge, die ich mir vornehme, die ich selbst gerne hätte, und vor allem selbst beeinflussen kann.

Achtsamkeit ist wichtiger, als viele glauben

Sie bezieht Körper, Geist und was ich dabei fühle mit ein. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der Geschwindigkeit und Wachstum vorherrschen. Corona ist nur einer von vielen Fingerzeigen, die uns darauf aufmerksam machen, den Fuß vom Gas zu nehmen und auch andere wichtige Dinge zu berücksichtigen.

Entschleunigung und Achtsamkeit

Die ständige Verfügbarkeit beeinflusst unser Leben so immens, dass viele von uns die negativen Begleiterscheinungen gar nicht oder erst zu spät bemerken. Herzrasen, zu hoher Blutdruck, bleierne Müdigkeit, Schlafstörungen, Gewichtszunahme, Burnout und vieles mehr sind die Folgen daraus. Auch ich musste eine solche Phase meines Lebens durchstehen. Erst als ich an der 100 kg Marke kratzte, mein Blutdruck über 220 mmHg betrug und mein Arzt die richtigen mahnenden Worte fand, stellte ich vieles in meinem Leben um.

Die Achtsamkeit half mir aus meiner körperlichen und gesundheitlichen Krise

Mein Fokus auf die für mich wichtigsten Lebensbereiche mit genau dieser Energie-Investition, half mir aus meiner gesundheitlichen Krise. Er sorgte bei mir für ein Umdenken, das in eine gesunde Entschleunigung mündete. Ich entschied mich dafür, folgende Energie in diese Bereiche zu investieren:

Diese Energie-Investition brachte mir mehr Lebensqualität
Diese Energie-Investition brachte mir mehr Lebensqualität | © by guidopeternell

Und heute kann ich sagen, dass es sich für mich gelohnt hat. Meine selbst gewählte Achtsamkeit bezieht sich auf die oben im Bild genannten Bereiche mit genau der Intensität, die ich bereit bin, darin zu investieren. Ich habe es mir abgewöhnt, ständig mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, sondern mir angewöhnt, meinen Fokus auf dies oder jenes zu richten, was gerade ansteht.

Die gewählte Entschleunigung lernt mir täglich neue Dinge

Wenn ich in die Berge gehe und meine Sinne auf die schöne Natur, die gute Luft, die singenden Vögel und die herumhuschenden Tiere fokussiere, brauche ich keine Ohrstöpsel mit lauter Musik. Ich lausche dabei der von Gotteshand geschaffenen unglaublichen Natur, die so viel zu bieten hat, was wir noch nicht kennen. Und das Schöne daran ist, dass es meinen Kopf von (fast) allen negativen Einflüssen befreit.

Vielen Dank an meine süßen Enkelkinder

Seitdem ich mein Verhalten bewusst selbst beobachte fällt mir auf, dass ich die meiste Zeit mit meinen Gedanken im hier und jetzt sein kann. Deshalb vielen Dank an meine süßen Enkelkinder, von denen ich diese Fähigkeit wieder erlernen durfte! Vom System und der Gesellschaft getrieben war sie bei mir verkümmert und ich beispielsweise mit meinen Gedanken immer schon weiter beim nächsten Projekt, ohne das aktuelle positiv abgeschlossen zu haben.

Aber Achtung: Achtsamkeit ist nicht gleich Fokussierung

Seitdem ich meine Gedanken achtsam auf das richte, was ich tue und was um mich herum geschieht, gehen mir keine bedeutenden Eindrücke mehr verloren, die ich privat oder beruflich nutzen kann. Ich konnte damit meinen gesamten Wahrnehmungshorizont erweitern. Dadurch gehe ich heute bewusster mit mir, meinen Gedanken, meinem Körper und meinen Handlungen um und kann dadurch alles umfassender erfahren.

Wie kannst du wieder zu mehr Achtsamkeit kommen?

Wie meine Enkelkinder hatten wir alle einmal die Fähigkeit, achtsam zu sein. Wir haben sie nur verlernt, vergraben, versenkt oder sie aus unserem täglichen Leben verdrängt. Du kannst diese Achtsamkeit jedoch wieder aus ihrer Versenkung hervorholen, neu lernen und trainieren. Das täte nicht nur dir, sondern auch deinem gesamten Umfeld gut.

Die Vorteile von Achtsamkeit

Achtsamkeit bringt dir nur Vorteile
Achtsamkeit bringt dir nur Vorteile | © by guidopeternell

Vorteil 1: Durch Achtsamkeit wird deine Wahrnehmung geschärft

Durch Achtsamkeit wird deine Wahrnehmung geschärft

Unsere Wahrnehmung wird durch unsere fünf Sinne gesteuert. Der tägliche Stress und die auf uns niederprasselnden Infos schränken unsere Sinne ein, sodass der eine oder andere Sinn sogar verkümmern kann. Wenn dies der Fall ist, kompensieren dieses Manko meistens die anderen Sinne. Dadurch werden sie trainiert und stärker ausgeprägt.

Wenn du die Achtsamkeit auf deine Wahrnehmung legst, dann kannst du dich erreichende Eindrücke verstärkt aufnehmen und genießen. Je öfter du das tust, umso mehr verstärkt sich deine Wahrnehmung. Mit dieser Taktik lernst du, Zusammenhänge besser zu erkennen und schneller zu begreifen. Damit bist du der Pilot und nicht der Passagier.

Vorteil 2: Achtsamkeit fördert deine Empathie

Achtsamkeit fördert deine Empathie

Empathische Menschen verstehen ihre Mitmenschen besser, leben in starken sozialen Bindungen und sind erfolgreich(er). Sie werden oft von anderen Menschen für ihr erfülltes Leben beneidet. Mit ihrer sozialen Kompetenz gelingt es ihnen, auch andere Menschen glücklich zu machen.

Sei deinem Verhalten gegenüber achtsam und hinterfrage dabei deine Handlungen wie auch Gefühle. Diese Vorgehensweise macht dich einfühlsamer, weil du damit dein Gegenüber besser wahrnimmst und verstehst. Du erkennst die Emotionen anderer schneller und kannst sie besser zuordnen.

Vorteil 3: Achtsamkeit erhöht dein Urteilsvermögen

Achtsamkeit erhöht dein Urteilsvermögen

Nur ein offener Geist ermöglicht dir, diverse Sachlagen von verschiedenen Standpunkten aus zu begutachten. Wer immer glaubt Recht zu haben, macht sich gar nicht erst die Mühe, anderen zuzuhören und das gehörte dann zu überprüfen. Er ist ja der Meinung, im Recht zu sein. Wenn du deine Achtsamkeit auf deinen aufgeschlossenen Charakter lenkst, dann bist du offen für neue Sichtweisen und auch anderen Standpunkten.

Legst du deine Achtsamkeit auf dein Urteilsvermögen, dann wägst du sorgsam zusammengestellte Informationen gegeneinander ab, auch wenn sie gegen deine persönliche Überzeugung sind. Wenn du bei der Beurteilung dein Wissen und deine eigene Erfahrung einbringst, ist das legitim. Urteilsvermögen ist die Grundlage für vernünftiges, erfolgreiches Handeln.

Vorteil 4: Achtsamkeit macht dich Stressresistenter

Achtsamkeit macht dich Stressresistenter

Achtsamkeit auf deinen Stresslevel ermöglicht dir, herauszufinden, was dich genau unter Stress setzt. Ist es Zeitnot, Leistungsdruck, hohe Anforderungen oder etwas anderes? Wenn du es herausgefunden hast, dann kannst du leichter etwas dagegen tun. Es ist nicht leicht, alles unter einem Hut zu bringen. Hektik und Stress gehören heute zu unserem Alltag.

Wenn du deine Achtsamkeit auf deine größten Stressverursacher lenkst, dann kannst du diese erkennen, beurteilen, verringern oder im Idealfall sogar abstellen. Du erreichst dadurch mehr Ruhe und Gelassenheit, was dich im Grunde genommen stressresistenter macht. Stressresistenz bedeutet Ruhe bewahren und klar in Richtung Zielerreichung zu denken.

Vorteil 5: Achtsamkeit bringt dir Entschleunigung

Achtsamkeit bringt dir Entschleunigung

Das Negative unserer Zeit ist, dass wir meistens mit durchgedrücktem Gaspedal durch den Alltag rasen. In kurzer Zeit soll möglichst viel erledigt werden. Wie bereits oben beschrieben versuche ich mich immer wieder in der Entschleunigung. Das Aufsuchen meiner beiden Kraftplätze (Bibliothek und Hundsmarhof nach 400 Hm) bringt mir Entschleunigung und sortiert mir meine Gedanken im Kopf.

Schon der Weg zum Hundsmarhof holt mich vom hohen Level auf die Ebene „NORMAL“ zurück, was mir ungemein dabei hilft, Stress abzubauen. Je mehr wir Zeit haben, umso mehr halsen wir uns auf. Nicht wenn die Achtsamkeit auf die Entschleunigung gelenkt ist. Wenn du dich der Beschleunigung entsagst, zwingst du dich zum Schritt für Schritt erledigen deiner Aufgaben und bist oft schneller am Ergebnis, als wenn du alles zugleich machst. Es erfüllt dich danach mit innerer Ausgeglichenheit, die dich zufrieden(er) sein lässt.

Vorteil 6: Achtsamkeit fördert deine Konzentration

Achtsamkeit fördert deine Konzentration

Jeder kennt die Situation, etwas fertig machen zu müssen und der Fertigstellungstermin rückt immer näher. Die Demotivation wird immer größer und es geht dadurch immer weniger weiter. Die Ablenkung gewinnt immer wieder, obwohl du dir vornimmst, dich nicht ablenken zu lassen. Dabei ist doch Konzentration die beste Fähigkeit, um deine Ziele zu erreichen.

Wenn du deine Wahrnehmung auf deine Umgebung und Gefühle ausdehnst, dann trainierst du die Fähigkeit, dich nur auf einen Punkt zu konzentrieren. Du lernst dabei, deinen Geist auf mehr Reichweite zu stellen, um ihn danach fokussiert auf dein nächstes Vorhaben zu richten.

Vorteil 7: Achtsamkeit erhöht deine Aufnahmefähigkeit

Achtsamkeit erhöht deine Aufnahmefähigkeit

Unsere Aufnahmefähigkeit lässt uns Informationen begreifen. Sie beeinflusst die Verarbeitungsgeschwindigkeit durch unser Gehirn. Durch diverse technische Mittel und andere Rahmenbedingungen lässt unsere Merkfähigkeit nach. Meistens deshalb, weil wir zu wenig achtsam damit umgehen. Wir verlassen uns auf den Nummernspeicher im Handy, die Nutzung des Taschenrechners und dergleichen.

Wenn du jedoch deine Achtsamkeit bewusst auf bestimmte Dinge im Alltag lenkst, wirst du konzentrierter und merkst sehr schnell, dass du dir viel mehr merken kannst. Unser Gehirn muss beschäftigt werden, um sich weiter entwickeln zu können. Dabei helfen Projekte wie zum Beispiel ein Instrument oder eine neue Sprache zu lernen, Bücher zu lesen und dergleichen. Mehr Achtsamkeit darauf steigert deine Gedächtnisleistung und damit die Aufnahmefähigkeit.

So liebe Freunde…

…jetzt habe ich viel über das Thema Achtsamkeit geschrieben. Was noch dabei fehlt, sind Achtsamkeitsübungen, die ganz einfach im täglichen Leben trainiert werden können. Diese würden jedoch den heutigen Beitrag sprengen und deshalb verrate ich sie dir das nächste Mal.

Ich freu mich auf dein Feedback.

Dein achtsam durchs Leben gehender

Guido – Autor: Guido Peternell

PS: Schon Buddha sagte: Verweile nicht in der Vergangenheit, träume nicht von der Zukunft, konzentriere den Geist auf den gegenwärtigen Moment.

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