Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank dass Sie auch heute wieder dabei sind. In diesem Beitrag verlassen wir den Bereich Erhöhung des MitarbeiterNUTZENS und widmen uns der für viele sehr schwierigen Delegation. Auch dieses Thema füllt bereits viele Publikationen, ist es doch für ein erfolgreiches Unternehmen sehr wichtig. Da ich doch einige Fahrschulbetreiber kenne, die sich gerade mit diesem Thema ein wenig schwer tun, will ich mich intensiv damit beschäftigen. Ich bin neugierig, ob sich der eine oder andere von Ihnen darin wieder erkennt.
Der Fahrschul-Start als Einzelkämpfer
Beginnen wir einmal am Start des Fahrschul-Unternehmertums. Ein Idealist eröffnet seine Fahrschule und schult seine Kunden in der Klasse B. Sein Büro ist das Fahrschulauto mit dem Handy, wo er immer für Interessenten und Kunden erreichbar ist. Seine Fahrschule läuft (neue Besen kehren gut) recht gut und die Anmeldungen werden immer mehr. Er macht sich auch schon Gedanken, wie er seinen Erfolg noch weiter ausweiten kann. In der Zwischenzeit regen sich bereits die Fahrschüler über seine ständigen Telefonate im Auto auf. Er erkennt das Bedürfnis einer Büromitarbeiterin und stellt eine solche ein.
Die Unternehmerherausforderungen steigen
Der Einzelkämpfer muss nun seiner Büromitarbeiterin erklären, wie sie ihre Arbeiten nach seinen Ansprüchen machen soll. Vielleicht hat diese Situation schon jeder von Ihnen erlebt. Wie ist die Organisation zu handhaben, wie das Verwaltungsprogramm zu bedienen, wie sind die Preise zu verkaufen, wie sind die Fahrstunden einzuteilen, wie sind die Prüfungen und die Kurse zu organisieren und noch vieles mehr! Ab den Zeitpunkt, an dem ein Einzelkämpfer eine(n) Mitarbeiter(in) einstellt, beginnt für ihn die Herausforderung der Delegation.
Umsatz und Arbeit wachsen
Nachdem der Einzelkämpfer seine Bürokraft eingestellt hat ist das Büro besetzt und von Interessenten besser erreichbar. Dadurch erhöht sich auch zwangsläufig der Umsatz und seine eigene Auslastung wird immer höher. Als die eigene Auslastung seine Schmerzgrenze erreicht hat rekrutiert er einen zusätzlichen Fahrlehrer, der ihn in seiner Arbeit entlasten soll. Aus dieser Arbeitsentlastung wird jedoch nichts, da er ja selbst noch Fahrstunden gibt, den Theorieunterricht hält, Mitarbeiter einstellt und schult, bis sie seinen Level erreichen, die Buchhaltung macht und vieles mehr.
Arbeit am statt im Unternehmen
Nachdem der ehemalige Einzelkämpfer immer erfolgreicher wird beschließt er einen weiteren Mitarbeiter einzustellen, der seine Fahrstunden und/oder seinen Theorieunterricht übernimmt. Damit kann er sich freispielen und sich mehr um den weiteren Auf- und Ausbau seines Unternehmens kümmern. Was will ich damit verdeutlichen? JA, Sie haben es erkannt. Alleine (ohne Delegation) ist kein Wachstum möglich. Der ehemalige Einzelkämpfer hat mit Hilfe seiner Mitarbeiter mehr Zeit an anstatt in seiner Fahrschule zu arbeiten. Gesundes Wachstum bringt ihn und die Fahrschule weiter voran und bietet die Möglichkeit, die Nummer 1 in seinem Einzugsgebiet zu werden.
Alles eine Frage der Unternehmensziele
Natürlich ist alles eine Frage der Unternehmensziele. Wenn er mit den Umsatz als Einzelkämpfer und mit seinem Arbeitspensum zufrieden ist und das Auslangen findet, ist das auch OK. Wenn jedoch nicht dann hätte er als kleiner Einzelkämpfer seinen Umsatz nur geringfügig erhöhen können, auch wenn er noch so fleißig gearbeitet hätte. Nur die Einstellung von Mitarbeiter bringt ihn die Möglichkeit zu wachsen. Auch wenn hier weitere Herausforderungen auf ihn als „nicht mehr Einzelkämpfer“ weiter steigen.
Delegieren können Sie lernen
Sicher, es ist nicht einfach, Verantwortung abzugeben und zu delegieren. Vielleicht haben Sie auch bereits diese Erfahrung gemacht. Mir ist aufgefallen, dass vor allem Personen mit akuter Zeitnot daran festhalten, alles selbst besser machen zu können. Ich habe sogar in meinem Freundeskreis solche Personen, die alles selbst besser machen wollen, und bei denen sich ein immer größerer Erledigungsstau bildet. Sogar Unternehmer merken dabei nicht, wie sehr versprochene jedoch nicht termingerecht abgelieferte Arbeit ihrem Image schadet.
Dies zeigt mir immer wieder, dass sich ein System selbst nicht erkennen kann. Ob es das System der Familie oder das System der Unternehmung ist, ist egal. Meistens hilft ein Anstoß von außen (Familientherapie, Unternehmensberater…), um das Rad wieder rund zum Laufen zu bringen.
Delegation fördert Vertrauen
Da mir das Thema der Delegation sehr wichtig ist gehe ich in der Folge sehr genau und detailliert darauf ein. Auch Sie müssen sich mit diesem Thema anfreunden, wenn Sie als Unternehmer mehr Zeit fürs Leben haben möchten. Was meine ich jetzt mit Zeit fürs Leben? Wenn Sie es über sich bringen, Aufgaben zu delegieren, dann haben Sie über kurz oder lang mehr Zeit fürs Wesentliche. Sie sind weniger unter Druck und unter Stress. In vielen Fällen kann geschicktes Delegieren zu besseren Arbeitsergebnissen führen. Beispielsweise dann, wenn die Sekretärin besser aktiv telefonieren kann als Sie selbst. Mit guter Delegation fördern und fordern Sie Ihre Mitarbeiter, die dann durch mehr Verantwortung meist zur Höchstform auflaufen. Und wenn Sie delegieren lernen, lernen Sie auch, Ihren Mitarbeitern zu vertrauen.
In der Folge einige Tipps zu erfolgreichem delegieren:
Setzen Sie Ziele und werten Sie Ergebnisse
- Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie nur an Ja-Sager delegieren können, dann sind Sie auf dem Holzweg. Gute Mitarbeiter sind nicht immer bequem. Sie stellen Fragen, haben ihre eigene Meinung, diskutieren gerne und finden oft ihren eigenen Weg, ans delegierte Ziel zu kommen. Und glauben Sie mir, oft sind die besten Mitarbeiter bereits im Betrieb, ohne dass sie erkannt werden. Sie müssen sie nur fördern und fordern. Erwarten Sie von guten Mitarbeitern nicht, dass sie die Arbeit genauso ausführen, wie Sie sich das vorstellen. Fortschritt und Innovation ist nur durch anders denkende möglich. Nicht der Weg ist wichtig, sondern das Ergebnis!
Akzeptieren Sie Fehler
- Wo gearbeitet wird, passieren auch Fehler. Wer nicht arbeitet kann keine Fehler machen. Auch Sie haben in Ihrem Leben bereits viele Fehler gemacht. Die einen waren etwas schwerer, die anderen wiederum leichter. Jeder Mensch macht Fehler. Wer viel arbeitet macht viele Fehler. Wer schon Angst hat, Fehler zu machen, den passieren kurioserweise immer mehr oder ärgere Fehler. Beurteilen Sie deshalb Ihre Mitarbeiter nicht nach ihren Fehlern, sondern nach ihren Stärken und positiven Ergebnissen. Jeder Mensch lernt aus seinen Fehlern. Auch Ihre Mitarbeiter lernen daraus.
Kontrolle ist unerlässlich
- Kein Mensch macht absichtlich Fehler. Wenn Sie Aufgaben delegieren, dann sollten Sie Fehler bei der Ausführung akzeptieren. Kontrollieren Sie deshalb, ob die Mitarbeiter aus ihren Fehlern lernen. Helfen Sie ihnen, damit sie immer weniger Fehler machen und sich gut weiter entwickeln. Sie benötigen diese Weiterentwicklung Ihrer Mitarbeiter, um durch Delegation weiter wachsen zu können. Je mehr Menschen Sie bei Ihren Vorhaben unterstützen und je qualifizierter diese sind, umso schneller und besser können Sie wachsen.
Und wieder haben wir die 1.000 Wörtergrenze weit überschritten. Wie jede Woche wünsche ich Ihnen auch heute wieder viel Erfolg bei der Umsetzung meiner Empfehlungen. Wir sehen uns nächsten Mittwoch bei der nächsten Folge zum Thema: „Wie werde ich mit meiner Fahrschule erfolgreicher?“
Ihr
Guido Peternell
PS: Ich freue mich über jeden Kommentar hier unten. Aus diesem Grund wird jeder Ihrer Kommentare so rasch wie möglich von mir selbst beantwortet.




Wieder Top! Gedanken dazu:
1. Ein guter Chef bekommt von guten Mitarbeitern Verbesserungsvorschläge. Engagierte Mitarbeiter kritisieren auch ihren Chef. Und da zeigt sich die wahre Größe des Chefs, wenn er damit umgehen kann.
2. Viele Chefs verlangen Ordnung von ihren Mitarbeitern. Und da hilft nur die Vorbildversion. Wie wäre es mit einem fast leeren aufgeräumten Schreibtisch?
Lg Dietbert Walter
Servus Dietbert,
vielen Dank für dein Feedback. Du hast ja so RECHT.
1. Nur ein Chef, der Ideen von Mitarbeiter gut findet, danach fragt und diese dann auch noch umsetzt, ist ein guter Chef.
2. Nur wenn Chefs Kritik von engagierten Mitarbeitern erbitten und erlauben, sind sie Kraft ihrer Persönlichkeit große und gute Chefs.
3. Es ist in Unternehmen genauso wie in der Familie: Kinder lernen von ihren Eltern. Positives wie negatives. Mitarbeiter lernen von ihren Chefitäten und vorleben beschleunigt dieses Lernen. Positiv wie negativ. Volltischler wie Leertischler.
Liebe Grüße aus Villach
Guido
Alle die sich dafür interessieren kann ich nur das Buch ” der Weg zum erfolgreichen Unternehmer” empfehlen. Es greift genau da an.
Hallo Björn,
danke für deine Empfehlung. Das von dir empfohlene Buch ist bei Amazon seit 3 Jahren fast durchgängig die Nummer 1 in der Rubrik “Kleine und mittlere Unternehmen”!
Zu finden hier:
als Buch: http://www.unternehmercoach.com/coach-unternehmer-erfolg-weg-zum-erfolgreichen-unternehmer-neue-dynamik.htm
als Hörbuch: http://www.unternehmercoach.com/stefan-merath-hoerbuch-weg-zum-erfolgreichen-unternehmer-neue-dynamik.htm
Liebe Grüße
Guido